Archiv der Kategorie: Neanderthal Museum

Hallo liebe Freunde des Neanderthal Museums

Wie Ihr vielleicht schon gemerkt habt, gab es heute eine freundliche Übernahme der Social-Media-Kanäle Eures Lieblingsmuseums. Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz – kurz smac – postet im Rahmen des ersten #ArchaeoSwap auf den Accounts des Neandethal Museums. Eine wunderbare Gelegenheit für uns, um Euch über unser Haus und unsere Ausstellungen zu informieren.

(C) smac / Laslo Farkas

Das smac ist das archäologische Landesmuseum des Freistaates Sachsen. Es zeigt in seiner Dauerausstellung auf drei Etagen und etwa 3000 m² fast 300.000 Jahre Menschheitsgeschichte in den heutigen Grenzen Sachsens, von der ersten Besiedlung durch Jäger und Sammler bis zur beginnenden Industrialisierung. Erfahrbar wird bei einem Gang durch unsere Dauerausstellung, wie der Mensch aus der anfänglichen Naturlandschaft allmählich eine bäuerliche Landschaft und schließlich die moderne Kulturlandschaft geformt hat.

(C) smac / Michael Schmidt

Rund 6200 Exponate und eine außergewöhnliche Ausstellungsgestaltung dokumentieren und untermalen die kulturgeschichtliche Entwicklung. Ein Highlight ist die schwebende Sachsenskulptur. Auf ihrer Fahrt durch die drei Ausstellungsetagen durchläuft sie die Jahrtausende wie im Zeitraffer. Analog gestaltet sich auch der Weg von einer Ausstellungsebene zur nächsten als Gang durch Zeit und Raum. Er führt vorbei an einem 15 Meter hohen Schnitt geologischer und archäologischer Erdschichten und wird begleitet von epochenspezifischen Klängen.

(c) smac / Michael Jungblut

Besondere Exponate, die man bei einem Besuch im smac unbedingt gesehen haben sollte, sind u.a.: Das Schieferplättchen von Groitzsch, das mit einem Alter von ca. 14.000 Jahre die älteste bildliche Darstellung in Sachsen ist.

(c) smac / Michael Jungblut

Der Brunnen aus Altscherbitz mit den zugehörigen Funden aus der Zeit vor 7200 Jahren.

Ins Staunen kommt man vor der 40 Meter langen Vitrinenwand in der dritten Etage, die Alltagsobjekte vom Mittelalter bis zur Industrialisierung enthält.

(c) smac / Michael Jungblut

Erst vor 3 Jahren im Mai 2014 eröffnet ist das smac das derzeit modernste Archäologiemuseum. Es befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude, das nach Plänen des berühmten Architekten Erich Mendelsohn errichtet und am 15. Mai 1930 als Kaufhaus des Schocken Konzerns seine Türen erstmals öffnete. Diesem besonderen Standort widmen wir uns in drei eigenständigen Ausstellungsbereichen. In den sogenannten Erkerausstellungen präsentieren wir Leben und Werk von Erich Mendelsohn, die Geschichte des Kaufhauskonzerns Schocken und die Biografie des Kaufhausgründers, Kunstmäzens und Verlegers Salman Schocken.

(c) smac / Michael Jungblut

Getreu unseres Claims „Kulturen entdecken – Geschichte verstehen“ zeigen wir in jährlichen großen Sonderausstellungen, in denen wir archäologische Themen mit aktuellen Fragestellungen verknüpfen wie Geld, Tod und Stadt oder Brücken zu Kulturen anderer Länder schlagen wie in der aktuellen Sonderausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“, die vor Chemnitz im LWL Museum für Archäologie Herne zu sehen war.

Na, neugierig geworden? Dann besucht uns in Chemnitz und gern auch digital unter:

Homepage: www.smac.sachsen.de

Facebook: https://www.facebook.com/smac.Staatliches.Museum.fuer.Archaeologie/

Twitter: @smac_sachsen

Instagram: @smac_Museum

 

 

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Bericht über die internationale Konferenz ‚Prehistoric Human Tracks‘

Die „International Conference on Prehistoric Human Tracks“ fand vom 11. bis 14. Mai 2017 an der Universität Köln und im Neanderthal Museum (Mettmann) statt. Neben 40 geladenen Teilnehmern aus fünf Kontinenten waren gut 30 Besucher aus den verschiedensten gesellschaftlichen Zusammenhängen gekommen. Schirmherr der Konferenz war Prof. Dr. Hermann Parzinger, der in seiner Begrüßungsrede betonte, dass die auf der Konferenz praktizierte Verbindung ganz unterschiedlicher Wissenskulturen modellhaft das vorspiele, was im entstehenden Humboldt-Forum in Berlin, dem er als Gründungsintendant vorsteht, ebenfalls thematisiert werden solle.

Als wissenschaftliche Konferenz konzipiert und damit auf den Wissensaustausch ausgerichtet, bot die Tagung die weltweit erstmalige Gelegenheit, dass sich indigene, akademische und aus der Naturschutzpraxis kommende Experten über denselben Gegenstand austauschen, nämlich den menschlichen Fußabdruck. Dazu wurden, neben konventionellen Vorträgen, auch Kommunikationsformate gewählt, die im akademischen Austausch ungewohnt, bei indigenen Gemeinschaften aber üblicher sind: bei einem „Fireside talk“ saß man im Kreis um ein Feuer herum, bei einem praktischen Workshop standen und saßen alle Teilnehmer um eigens angelegte Spurenfelder herum. Für die anwesenden Wissenschaftler, die hier vor allem beobachteten, waren besonders die abwechselnden Ausführungen und Gespräche untereinander der San aus Namibia, eines Inuit aus Kanada und einer Aborigine aus Australien von höchstem Interesse.

Auf diesen ersten Konferenztag mit seinen unkonventionellen Austauschformaten folgten zwei Tage mit Vorträgen, mehrere davon in Ko-Autorenschaft mit und unter Beteiligung von indigenen Experten. Auf dem letzten Konferenztag am 14. Mai wurde auf einem Workshop zusammen mit den indigenen Experten erarbeitet, auf welche Weise und mit welchen Mitteln diese in ihren heimischen Gemeinschaften vom Verlauf und dem Zweck der Konferenz berichten möchten. Dieser Workshop erbrachte einen klaren Auftrag an zwei Autorinnen, die an der Fertigstellung dieses sogenannten „Community Report“ arbeiten. In erster Linie ist dieser Bericht darauf ausgelegt, dass die Fährtenexperten ihre persönlichen Eindrücke und Erlebnisse im Kontext der Tagung illustrieren können. Bestandteile, die aber darüber hinausgehen und das allgemeinere Wissen zu Spuren und zum Spüren betreffen, sollen so verfasst sein, dass sie als allgemeingültiges Anschauungsmaterial dienen und somit unabhängig vom Kontext der Tagung genutzt werden können.

Das Medienecho war äußerst umfangreich mit Berichten in überregionalen Zeitungen wie DIE ZEIT (eine ganze Seite), Generalanzeiger, Frankfurter Rundschau, die Welt, Süddeutsche sowie in zahlreichen Regionalzeitungen, basierend auf einer ausführlichen dpa-Meldung. Zahlreiche Radiostationen (WDR 1, 2, 3 und 5, WDR Cosmo, SWR 3 und 5, DLF, D-Radio Kultur, D-Radio Wissen u.a.) und Fernsehsender (WDR Aktuelle Stunde, Sat1-West) berichteten oder sendeten Interviews (z.T. live). Auf diese Weise wurden vollkommen unterschiedliche Interessengruppen angesprochen und damit das Thema in einer ungewöhnlichen Breite in die Öffentlichkeit getragen. Besonders bestärkend für die Veranstalter war hierbei, dass in der Tat in allen  Berichten die Gleichwertigkeit verschiedener Wissenskulturen deutlich gemacht wurde, dass also tiefgründiges Expertenwissen nicht nur in einem bestimmten, zumal westlichen Kulturzusammenhang entstehen kann. Und dass das Wissen anderer Kulturen auch für die westliche Wissenschaft bereichernd sein kann.

Die Ergiebigkeit des Austauschs zwischen den Experten verschiedener Provenienz und mit der Öffentlichkeit bedeutete für alle Beteiligten, dass diese Konferenz kein einmaliges Ereignis bleiben dürfe.

Mit den besten Grüßen, Andreas Pastoors & Tilman Lenssen-Erz

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Die letzten Neanderthaler in Zentralspanien: die Erforschung des archäologischen Fundplatzes ‚Abrigo del Molino‘ (Segovia)

Der archäologische Fundplatz “Abrigo del Molino” wurde 2012 entdeckt und wird seitdem im Rahmen des multidisziplinären Forschungsprojektes “Primeros Pobladores de Segovia” (Die ersten Siedler Segovias) erforscht, welches die Landesregierung in Castilla und León finanziert. Abrigo del Molino liegt im Tal des Eresma-Flusses, einem Nebenfluss des Douro, in der Nähe der Stadt Segovia in Zentralspanien. Es handelt sich um einen Felsvorsprung, der im Fluviokarst entstand und komplett mit Sediment gefüllt war. Unglücklicherweise wurden Teile des archäologischen Fundplatzes in den frühen 1980er Jahren durch die Legung von Abwasserrohren zerstört. Daraufhin waren die Sedimente fast 20 Jahre den Umweltbedingungen ausgesetzt, bevor Feuersteinartefakte und Knochenreste dort zum Vorschein kamen.

Seit Juli 2013 haben bereits vier Kampagnen stattgefunden. Die Leiter der Ausgrabungen, David Álvarez-Alonso, María de Andrés-Herrero und Andrés Díez-Herrero, arbeiten eng mit dem Sonderforschungsbereich SFB-806 „Our Way to Europe“ der Universität zu Köln und dem Neanderthal Museum zusammen, z.B. bei der Analyse der Mikromorphologie und der OSL- und Radiokarbondatierungen.

Als die Ausgrabungen begannen, schätzten die Forscher Abrigo del Molino als wichtigen Ort für die lokale Geschichte ein, da es sich um die älteste Besiedlung bei Segovia handelte. Von einem regionalen Standpunkt aus gesehen, ist es der einzige Fundplatz mit guter Stratigraphie in der Gegend nördlich des Iberischen Scheidegebirges. Dort sind bisher nur wenige Freilandfundstellen mit Mousterien-Besiedlungen (mittelpaläolithische Werkzeugkultur des Neanderthalers) bekannt. Heute ist dieser außergewöhnliche Fundplatz dank der neusten Datierungsergebnisse eine der wichtigsten Neanderthalerbesiedlungen der Iberischen Halbinsel und Südwesteuropas. Denn Abrigo del Molino zeigt die jüngste, chronologisch gut eingeordnete Schichtenabfolge mit Hinterlassenschaften des Neanderthalers in Zentralspanien.

Der Zeitpunkt, an dem die letzten Neanderthalerpopulationen von der Iberischen Halbinsel verschwanden, wird in der paläolithischen Archäologie viel diskutiert. Daher sind sorgfältige und genaue Datierungen von Neanderthalerfundplätzen entscheidend für die Frage, ob die Neanderthaler verschwanden, bevor der anatomisch moderne Mensch auf der Iberischen Halbinsel einwanderte, oder ob beide dort zeitglich nebeneinander lebten und sich möglicherweise auch dort vermischten – so wie es bisher nur aus Osteuropa und Westasien anhand von genetischen Untersuchungen nachgewiesen ist.

Basierend auf den neuen Radiokarbondatierungen sind die Schichten im Abrigo del Molino zwischen 42,000 und 44,000 Jahre alt, d.h. es handelt sich hierbei um die jüngste Neanderthalerbesiedlung in Zentraspanien. Das bedeutet einerseits, dass die Neanderthaler noch in Zentralspanien lebten, als anatomisch moderne Menschen zunächst in Nordspanien einwanderten – die ältesten Spuren des modernen Menschen stammen aus der Höhle El Castillo in Kantabrien. Andererseits zeigt es auch, dass die Neanderthaler in Zentralspanien früher verschwanden als im Süden der Halbinsel. Die letzten Spuren des Mousterien datieren in den südspanischen und portugiesischen Fundstellen Cueva Antón, Gruta da Oliveira und Foz do Enxarique auf zwischen 35,000 und 37,000 Jahre.

María de Andrés-Herrero

(aus dem Englischen übersetzt von Viviane Bolin)

2 Millionen Jahre Migration

Die Verbindung eines Forschungsprojektes mit einem Ausstellungsprojekt ist immer noch ein seltener Glücksfall in der deutschen Forschungslandschaft. „2 Millionen Jahre Migration“ ist aus einer solchen Verbindung entstanden. Der Sonderforschungsbereich 806 „Our Way to Europe“ startete im Jahr 2009 an der Universität Köln in Kooperation mit der RWTH Aachen, der Universität Bonn und dem Neanderthal Museum. An dem interdisziplinären Großprojekt beteiligen sich etwa 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geowissenschaften und der Prähistorischen Archäologie (www.sfb806.uni-koeln.de). Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (www.dfg.de). Die Ausgangsfragen waren klar umrissen: Auf welchen Wegen kam der anatomisch moderne Mensch nach Europa, welche Ursachen können erkannt werden und wie verlief der Ausbreitungsprozess?

Im Jahr 2015 wurde, ausgelöst durch die politischen Diskussionen in Europa, im SFB 806 der Entschluss gefasst, eine Brücke zu schlagen zwischen Eiszeit und Moderne. Die Ausgangskarte des SFB 806 aus dem Jahr 2009 und die Karte aktueller Migrationswege machten ohne Erklärung deutlich, wie nah sich prähistorische Forschung und Moderne sind. Diese Erkenntnis sollte in einer Ausstellung im Neanderthal Museum an die breite Öffentlichkeit vermittelt werden. Weitere wissenschaftliche Kooperationspartner konnten mit dem ROCEEH Projekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften (www.roceeh.net) und dem Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena (www.shh.mpg.de) gewonnen werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Stiftung Mercator (www.stiftung-mercator.de) erklärten sich bereit, die Ausstellung zu fördern. Am 12. Mai 2017 wird sie nun eröffnet und soll nach dem Start im Neanderthal Museum als Wanderausstellung durch den deutschsprachigen Raum touren.

Ziel der Ausstellung ist, die durch die aktuelle politische Situation „emotionalisierten“ Besucher in der Ausstellung mit Forschungsergebnissen und Fragestellungen aus der menschlichen Entwicklungsgeschichte zu konfrontieren. Die verwendeten Begriffe sind Besuchern vertraut, der damit verbundene archäologische Kontext ist ihnen aber weitestgehend neu. Dieser starke Perspektivwechsel soll es Besuchern erlauben, einen distanzierten Standpunkt einzunehmen, der nicht von Tagesaktualität geprägt ist, sondern eher von der Suche nach wissenschaftlicher Erkenntnis.

Die Ausstellung vermittelt drei zentrale Botschaften:

• Migration und Menschwerdung sind untrennbar miteinander verbunden.
• Menschen haben sich seit 2 Millionen Jahren ständig an veränderte Lebensbedingungen und soziale Zusammenhänge angepasst.
• Geoarchäologische Forschung kann einen wertvollen Beitrag zum Verständnis menschlichen Verhaltens leisten.

Vier Meilensteine prähistorischer Migrationsereignisse werden präsentiert: Der erste Auszug des Menschen aus Afrika von etwa 2 Millionen Jahren; die Auswanderung des modernen Menschen vor etwa 100.000 Jahren aus Afrika; die Einwanderung von Bauern und Viehzüchtern aus dem Vorderen Orient nach Europa und die Einwanderung von Pferdezüchtern und Händlern aus den westasiatischen Steppen nach Mitteleuropa zu Beginn der Metallzeiten.

Interviews mit modernen Migranten schlagen einen Bogen zu den Motiven und Erfahrungen aktueller Migration.

Für mich ist es eine besondere Erfahrung auf beiden Seiten agieren zu dürfen: als Forscher im SFB 806 und als Museumsdirektor bei der Konzeption und Realisierung der Ausstellung.

Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Hasta la vista, Neanderthal Museum!

Am 1. Januar 2015 habe ich angefangen, als Wissenschaftler im Neanderthal Museum zu arbeiten. Heute, fast zwei Jahre später, schreibe ich diese Zeilen aus Spanien, nur wenige Wochen, nachdem ich meine Arbeit dort beendet und Deutschland wieder verlassen habe. Nun ist der Moment für einen Rückblick auf meine Zeit im Neandertal gekommen.

Als ich das erste Mal darüber nachdachte, mich für eine Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme zu bewerben – einer angesehenen und stark umworbenen Förderung durch die Exekutivagentur für die Forschung (REA) – suchte ich nach einer aktiven und fundierten europäischen Forschungsgruppe im Bereich der paläolithischen Archäologie und Geowissenschaften. Nachdem ich einige Möglichkeiten mit meinen Professoren und Kollegen in Spanien besprochen hatte, beschloss ich im Frühjahr 2013, Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger (Direktor des Neanderthal Museums) zu kontaktieren. Prof. Weniger erforscht seit Langem die Vorgeschichte der Iberischen Halbinsel. Zudem koordiniert er seit einigen Jahren das C-Projekt des Sonderforschungsbereiches SFB-806 „Our Way to Europe“ an der Universität zu Köln, in dem die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Umwelt im westlichen Mittelmeergebiet während des Spätpleistozäns untersucht wird. Seine Arbeit einerseits als Direktor des Neanderthal Museums und andererseits als Dozent an der Universität zu Köln machten ihn für mich zu einem interessanten Partner für eine Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme. Seine sehr positive und freundliche Reaktion auf meinen Vorschlag, gemeinsam die Bevölkerungsdynamiken im Zentrum der Iberischen Halbinsel während des Spätpleistozäns zu erforschen – einem bisher eher spärlich untersuchtem Thema – überraschte mich nicht. Er war sehr interessiert an diesem Projekt.

Wir entwickelten zusammen einen Antrag mit dem Titel ‘Testing Population Hiatuses in the Late Pleistocene of Central Iberia: a geoarchaeological approach’. Im März 2014 erhielten wir die positive Rückmeldung, dass unser Antrag für eine Förderung ausgewählt worden war. So begann mein zweijähriges Projekt am Neanderthal Museum.

Dr. Manuel Alcaraz-Castaño and Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger (c) Rheinische Post. Photo. D. Janicki

Das Ziel war die geoarchäologische Untersuchung von drei ausgewählten Fundplätzen im Zentrum der Iberischen Halbinsel (nördliches Gebiet der Guadalajara Provinz). Es handelt sich um die mittelpaläolithischen Siedlungsplätze Los Casares und Peña Cabra und dem jungpaläolithischen Siedlungsplatz Peña Capón. Zusammen bilden diese Orte eine exzellente Möglichkeit, die Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umgebung zu untersuchen und die zurzeit führenden Modelle zur Populationsdynamik in diesem Gebiet Iberiens zu testen. Wir wollten in Erfahrung bringen, ob Zentraliberien während des Jungpaläolithikums fast komplett unbevölkert gewesen war (wie bisher in der Forschung vermutet) und wie bzw. wann der Neanderthaler aus dieser Region verschwand – ein Thema, dass zurzeit heftig diskutiert wird.

Solch ambitioniertes Projekt benötigt die Teilnahme einer großen Anzahl an Wissenschaftlern aus den verschiedensten Bereichen der Vorgeschichtlichen Archäologie und der Geowissenschaften. Zusätzlich zu Prof. Weniger und mir, gehörten u.a. folgende Wissenschaftler zu unserer Forschungsgruppe: Martin Kehl und Nicole Klasen (Geographie, Universität zu Köln), Javier Alcolea-González und Rodrigo de Balbín-Behrmann (Archäologie, Universität Alcalá), José Yravedra (Zooarchäologie, Complutense Universität Madrid), José Antonio López-Sáez (Pollenanalyse, CSIC Spanish National Research Council), Raquel Piqué (Holzkohleanalyse, Universität Barcelona), Javier Baena-Preysler und Felipe Cuartero (Archäologie, Autonome Universität Madrid), Gloria Cuenca-Bescós (Paläontologie, Universität Zaragoza). In Zusammenarbeit mit dem Team des Neanderthal Museums waren besonders Viviane Bolin, María de Andrés-Herrero, Andreas Pastoors und Eva Roggatz wertvolle Kollegen.

An den drei genannten Siedlungsplätzen führten wir mehrere Untersuchungen durch

A) Untersuchungen zur Entstehung der Erdschichten und Fundplatzes (Mikromorphologie, Sedimentologie, Taphonomie)

B) Chronometrische Analysen der menschlichen Besiedlungsperiode (14C-, OSL- und U/Th- Datierungen).

C) Analyse der Klima- und Umweltverhältnisse des Gebietes während der untersuchten Periode (Pollen-, Phytolith(Nahrungsreste)-, Mikrofauna- und Sedimentanalysen).

D) Untersuchung der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umgebung, und Untersuchung des wirtschaftlichen und sozialen Verhaltens der Gruppen (z.B. Technologie der Steinwerkzeuge und Zooarchäologie).

Wir führten an allen drei Fundplätzen Ausgrabungen durch. Eine Zusammenfassung der Kampagnen können sie hier nachlesen (Blogbeitrag 02. August 2016, Blogbeitrag 29.07.2015). Zudem wurden 2015 und 2016 die oben aufgezählten Analysen in den Laboren der unterschiedlichen Universitäten in Deutschland und Spanien ausgeführt. Obwohl einige Analysen noch im Gange sind, können wir bereits wichtige Resultate festhalten:

  1. Die Untersuchung der archäologischen Schichten durch mikromorphologische Analysen zeigt, dass die drei Fundplätze „in-situ“ (d.h. ungestört) in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben sind.
  2. Die chronometrischen Analysen (14C-, OSL- und U/Th-Datierungen) an den drei Fundplätzen waren bei einem großen Teil der Proben erfolgreich. So können wir wichtige Besiedlungen von Neanderthalern und modernen Menschen im Zentrum der Iberischen Halbinsel vor ca. 90,000 – 20,000 Jahren vor heute nachweisen.
  3. Nachweise von Pollen, Holzkohle und Kleinsäugerknochen liefern wichtige Hinweise auf die Klima- und Umweltbedingungen dieser Gegend, denn sie sind wichtige Indikatoren für ökologische Rückzugsräume. In unserem Fall können wir menschliche Besiedlungen nicht nur während kalter und trockener Klimaphasen nachweisen, sondern auch während warmer Perioden.
  4. Die Untersuchungen der Steinwerkzeug-Technologie und der durch Tierknochen nachgewiesenen Tierarten geben Hinweise auf interessante Überlebensstrategien, wie z.B. die Gewinnung von Mikro-Levallois Spitzen in feinmechanischer Ausführung in Peña Cabra, die Nutzung der tieferen Höhlenbereiche für bestimmte Aktivitäten des Neanderthalers in Los Casares oder die spezialisierte Quarzproduktion während der prä-Solutréen Perioden in Peña Capón.

Einige dieser Ergebnisse haben wir auf verschiedenen internationalen Konferenzen vorgestellt, z.B. auf der European Society for the Study of Human Evolution (ESHE) in London im September 2015 und in Alcalá de Henares im September 2016) und auf der Tagung der Hugo Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit in Heidenheim im April 2015.

Dr. Manuel Alcaraz-Castaño präsentiert sein Poster auf der Tagung der Hugo Obermaier Gesellschaft im April 2015 in Heidenheim

Meine Beiträge an all diesen Konferenzen und die Ausgrabungs-Kampagnen und die darauffolgenden Analysen wurden von dem Marie-Skłodowska-Curie-Projekt, dem SFB-806 und dem Neanderthal Museum finanziert. Obwohl einige Ergebnisse noch ausstehen und bisher nur vorläufige Artikel und Präsentationen verfasst und gezeigt werden konnten, leistet unser Projekt bereits einen relevanten Beitrag für die Erforschung der spätpleistozänen Populationsdynamik in Zentraliberien.

Neben meiner wissenschaftlichen Arbeit habe ich wertvolle Erfahrungen durch die Teilnahme bei verschiedenen Veranstaltungen im Neanderthal Museum sammeln können, wie z.B. das Museumsfest im August 2015. Und am Tag der Forschung im November 2016 konnte ich den Museumsbesuchern meine Forschung vorstellen und mit ihnen über meine Ergebnisse diskutieren.

Dr. Manuel Alcaraz-Castaño beim Museumsfest 2015

Mein Aufenthalt am Neanderthal Museum war sehr angenehm und bereichernd. Das Team ist sehr freundlich und hilfsbereit und hat mich in seiner Mitte aufgenommen, so dass ich mich von Anfang an zugehörig fühlte. Ich wohnte mit meiner Familie während dieser zwei Jahre im nahen Erkrath-Hochdahl, dem „Fundort des Neanderthalers“. Dort hatte ich ebenfalls eine wunderbare Zeit. Heute wissen wir, dass die Neanderthaler eine hochentwickelte Kultur besaßen und dem modernen Menschen biologisch und kulturell sehr ähnlich waren. Dass ich an einem solchen Ort leben und arbeiten durfte, an dem diese Menschenart erstmals definiert und nach dem sie benannt worden ist, macht mich glücklich. Und ich kann mit gutem Grund behaupten, dass die Menschen in diesem Tal – damals wie heute – wirklich toll sind.

Herzlichen Dank an alle und bis bald!

Manuel Alcaraz-Castaño

(übersetzt aus dem Englischen von Viviane Bolin)

Von wegen Bürojob – Ausstellungsaufbau im Museum

Mein Name ist Sophie. Ich habe letztes Jahr mein Abitur mit 17 Jahren absolviert, wollte allerdings aufgrund meines Alters noch nicht sofort anfangen zu studieren. Deshalb habe ich mich beim Neanderthal Museum für ein Praktikum beworben.

In den ersten zwei Wochen meines vierwöchigen Praktikums habe ich beim Aufbau für die Sonderausstellung „DUCKOMENTA – Die Enten kommen zurück“ mitgeholfen.

Dafür musste die alte Ausstellung „Zwerge & Riesen“ natürlich erst abgebaut werden.
Dies bedeutete: viel schrauben, schleppen und Klebereste von den Wänden abkratzen.

Als schließlich alles verstaut und verpackt war kamen auch schon die DUCKOMENTA-Exponate aus Mannheim an. Unzählige Kisten und Boxen in allen Formen und Größen stapelten sich von dem Sonderausstellungsbereich bis ins Auditorium.

Zuerst wurde kontrolliert, ob denn auch alles angekommen und in gutem Zustand ist.
Dann wurden einige Exponate schon einmal in die Ecken verschoben, wo sie nachher stehen sollten.

 

Es gab viel zu tun:

  • manche Vitrinen mussten geputzt und von Ruß befreit werden, wiederum andere wurden schon aufgebaut und ausgerichtet
  • Kabel für Bilder und Banner wurden von den Decken abgehängt
  • Schilder wurden geklebt
  • Gitter mussten abgeschrubbt und in der Dauerausstellung verhangen werden
  • Bilder mussten sowohl an die Gitter, als auch an Drahtseile gehangen werden
  • Hintergründe für die Vitrinenwände wurden beklebt
  • und vieles mehr…

Natürlich haben alle fleißig mitgeholfen. Durch die gute Teamarbeit und das gemeinsame Anpacken konnten wir die Ausstellung sogar noch fast einen kompletten Tag vor der Eröffnung fertigstellen.

Als schließlich alles stand und nur noch Kleinigkeiten zu tun waren, konnte ich kaum fassen wie schnell doch alles vorübergegangen war.

Viele Grüße aus dem Museum

Sophie

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Tagung in Budapest

Ende März fand erneut die Tagung der Hugo Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit in Ungarn statt. Einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder der Gesellschaft und diskutieren die neusten Erkenntnisse im Hinblick auf die Erforschung des Steinzeitmenschen, seiner Umwelt und seiner Kulturen. Dieses Jahr hatte das Archäologische Institut der Eötvös Loránd Universität nach Budapest eingeladen. Der Themenschwerpunkt war das späte Mittel- und frühe Jungpaläolithikum zwischen den Alpen und dem Schwarzen Meer.

An den ersten drei Tagen gab es reichlich Vorträge zu den unterschiedlichsten Fundplätzen und Technokomplexen in Osteuropa. Dabei sind nicht nur die Archäologie, sondern auch andere Disziplinen, wie z.B. die Geologie oder Paläoklimatologie vertreten. Begonnen wurde am Dienstag mit Präsentationen zum Thema Alt- und Mittelpaläolithikum. Nachmittags fand die Posterausstellung statt. Die Forscher stellen hier ihre Fragestellungen oder Analysen auf einem Poster vor. Am zweiten Tag folgten dann die Vorträge zum Themenschwerpunkt und am dritten Tag die Präsentationen zum Jungpaläolithikum und Mesolithikum.

Prof. Dr. Weniger, Dr. Andreas Pastoors, Dr. Yvonne Tafelmaier, Viviane Bolin und Henning Hundsdörfer waren dieses Jahr als Vertreter des Neanderthal Museums auf der Tagung dabei. Dr. Pastoors stellte Ergebnisse seiner langjährigen Forschungen zur Territorienbildung und Landnutzung der Jäger- und Sammlergruppen anhand der jungpaläolithischen Kleinkunstfunde aus Höhlen der französischen Pyrenäen vor. Zusammen mit Dr. Tafelmaier stellten sie ein Poster zum Schwerpunktthema des Sonderforschungsbereiches der Universität zu Köln vor (SFB 806 – Our Way to Europe). Dabei diskutierten sie die theoretischen Rahmenbedingungen einer Kontaktaufnahme zwischen verschiedenen Menschengruppen während der Eiszeit über die Meerenge bei Gibraltar nach Nordafrika. Viviane Bolin stellte auf einem Poster ihre Analysen zur Verbreitung der eiszeitlichen Kunstfundplätze in Spanien vor und Henning Hundsdörfer die Ergebnisse der Ausgrabungen in Troisdorf-Ravensberg (s. Blogbeitrag vom 24.08.2015).

An den letzten beiden Tagen finden gewöhnlich Exkursionen statt. Dieses Jahr besuchten die Tagungsteilnehmer mehrere mittelpaläolithische Fundstellen. Zum einen Vértesszölös und Tata, zwei ausgetrocknete Becken ehemaliger heißer Quellen, die von Neanderthalern aufgrund der optimalen Bedingungen als Siedlungsplatz genutzt wurden. In Tata konnten die Archäologen außerdem ein geologisches Freilichtmuseum besichtigen, dessen Steinformationen und Fossilien bis in das erdgeschichtliche Zeitalter der Trias (250-200 Millionen Jahre) zurückreichen.

Zum anderen kletterte die Gruppe bis zur Jankovich Höhle in Bajót hinauf und genoss den Ausblick auf die weite Ebene. In Paks und Dunaföldvár konnten die Mitglieder der Gesellschaft sich außerdem noch zwei Lössprofile anschauen, die wichtige Sedimentabflogen der Gegend aufzeigen und mit deren Hilfe Aussagen über Auswirkungen regionaler Klimaveränderungen getroffen werden können. Als Abschluss besichtigte die Gruppe noch das römische Kastell Lussonium und ein Dorf mit Grabhügellandschaft aus der Bronze- und Eisenzeit in Százalombatta.

Grüße

Viviane Bolin

PS: Wie immer können die Forschungsreisen der Wissenschaftler des Museums auch auf Twitter live miterlebt werden, sogar ohne Anmeldung!

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Neue archäologische Ausgrabung im Abri Peña Capón (Zentralspanien)

Dr. Manuel Alcaraz-Castaño ist Marie Skłodowska-Curie-Stipendiat mit dem Projekt “Testing population hiatuses in the Late Pleistocene of Central Iberia: a geoarchaeological approach” (s. Blogbeitrag 29. Juli 2015) und arbeitet zurzeit als Wissenschaftler im Neanderthal Museum. Ende letzten Jahres führte er im Nordwesten der Guadalajara Provinz in Zentralspanien, zusammen mit Dr. Javier Alcolea von der Alcalá Universität in Spanien und anderen spanischen Forschern, eine Ausgrabung durch. Das Projekt wird von Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger, dem Direktor des Neanderthal Museums, mitbetreut und von Dr. Martin Kehl aus dem Institut für Geographie der Universität zu Köln unterstützt.

Es handelt sich um die vierte Kampagne einer Serie von Ausgrabungskampagnen an drei spätpleistozänen Fundplätzen in Gualdajara. Neben Peña Capón waren auch die Höhle Los Casares und der Abri Peña Cabra Gegenstand von Ausgrabungen in den Jahren 2014 und 2015.

In Peña Capón ist eine wichtige jungpaläolithische Schichtenabfolge dokumentiert. 1970 wurde dort eine unsystematische Ausgrabung durchgeführt. Unglücklicherweise wurden die Ergebnisse dieser Kampagne nie veröffentlicht. Daher waren die Informationen über diesen Fundplatz seitdem immer unvollständig. Außerdem ist der Zugang zum Fundplatz sehr schwierig, da der Abri im Bereich des Beleña Damm liegt und daher sehr oft überflutet ist. Nach langer Wartezeit waren die Bedingungen im Herbst 2015 besonders günstig, um die lang ersehnte intensive Ausgrabung an diesem Fundplatz durchzuführen.

Die Schichtenabfolge in Peña Capón besitzt keine Parallelen aus dem Hinterland der Iberischen Halbinsel, wo die Fundplätze eher im Magdalénien besiedelt waren. Im Gegenteil, Peña Capón zeigt eine Abfolge von mehreren Besiedlungsschichten aus dem Solutréen, Proto-Solutréen und vielleicht sogar Gravettien. Diese Schichtenabfolge und die sehr gute Erhaltung des archäologischen Materials (bestehend aus Lithik, Fauna und Holzkohle) machen aus Peña Capón eine wichtige Fundstelle, um die Interaktionen des Menschen mit seiner Umwelt und die Populationsdynamiken während des späten Pleniglazials im Hinterland der Iberischen Halbinsel zu erforschen.

Die Ausgrabung in Peña Capón fand vom 19. Oktober bis 16. November 2015 statt. Ähnlich wie beim mittelpläolithischen Fundplatz Peña Cabra war der Zugang zum Abri nur mit einem Boot möglich. Das Ziel der Ausgrabung in Peña Capón war es, bisher fehlende Daten zur Chronologie, Paläoumwelt und moderner Geomorfologie zu sammeln. Daher war diese Kampagne auf die Entschlüsselung der Formationsprozesse des Fundplatzes, auf die Abfolge der menschlichen Besiedlungen in den archäologischen Schichten und die Beziehung zwischen Umweltveränderungen und technologisch-wirtschaftlichem Verhalten der Menschen fokussiert. Um diese Informationen zu erhalten, öffnete das Team einen 6 Quadratmeter großen Schnitt und dokumentierten eine große Anzahl an archäologischen Objekten (hauptsächlich Steinwerkzeuge und Tierknochen). Außerdem wurden Proben für Mikromorphologie, Sedimentologie, Radiokarbondatierung (Holzkohle und Knochen) und Pollenanalysen genommen. All diese Untersuchungen werden im Laufe des Jahres 2016 in verschiedenen Laboren in Deutschland und Spanien, u.a. Neanderthal Museum, Universität zu Köln und Universität Alcalá, untersucht.

Bis dahin!

Manuel Alcaraz-Castaño

(Übersetzt von Viviane Bolin)

 

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Ausgrabungskampagne in Malaga Teil 2

In der letzten Novemberwoche sind die Wissenschaftler des Neanderthal Museums für eine zweite kurze Ausgrabungskampagne in der Höhle Ardales erneut nach Malaga aufgebrochen (s. Blogbeitrag erste Kampagne).

Ziel war es diesmal, in einer anderen Zone zu graben und nach Spuren des Menschen Ausschau zu halten. Im September hatten wir in Zone 5, einem Bereich mit Höhlenmalerei, drei Quadratmeter geöffnet und nach Werkzeugen oder ähnlichen Hinterlassenschaften gesucht. Im November haben wir nun in Zone 2 an einem Hang gegraben, um das Schichtenprofil genauer zu untersuchen. Natürlich waren wir sehr erfreut, viele Steinwerkzeuge aus dem Jungpaläolithikum zu finden. Außerdem haben wir neue Einblicke in die Schichtenbildung an dieser Stelle gelernt. Zwischen den Erdschichten bilden sich in Höhlen häufig sehr dicke Sinterschichten, die wir hier sogar mit einer Flex durchsägen mussten!

Nach einer knappen Woche Ausgrabung und Fundbearbeitung sind wir nun wieder im Museum angekommen. Der nächste Schritt ist nun, die beiden Kampagnen von 2015 aufzuarbeiten und zusammenfassend zu veröffentlichen. Aber keine Angst, die nächste Ausgrabung wartet schon im Frühjahr auf uns.

Bis dahin!

Grüße

Viviane Bolin

2. Tag der Forschung im Neanderthal Museum

Wollten Sie nicht schon immer wissen, wie Archäologen arbeiten?

Wo genau kriegen sie eigentlich ihre Antworten her? Was für Methoden gibt es?

Am Sonntag, 15. November 2015, findet im Neanderthal Museum der 2. Tag der Forschung statt. Hier können Sie ganz unverblümt alles erfragen, was Sie an der archäologischen Forschung schon immer interessiert hat. So erfahren Sie, wo und vor allem wie momentan auf der Welt geforscht wird. Denn die Wissenschaftler von der Universität Köln, Bonn und Aachen und die wissenschaftlichen Kollegen Neanderthal Museums stellen ihre aktuellen Projekte vor. Nicht nur Archäologen, sondern auch Experten aus anderen Fachbereichen – wie Geologie, Geografie, Datierungsmethoden, Klimaforschung -, die eng mit den Archäologen zusammen arbeiten, werden vor Ort sein!

Wir präsentieren echte Steinwerkzeuge zum Anfassen aus Marokko, einen Simulator für Tsunamiphänomene, Projekte zu steinzeitlicher Höhlenkunst, unseren eigenen 3D Scanner aus dem Haus und vieles mehr für Groß und Klein!

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann schauen Sie doch mal vorbei. Am Sonntag, 15. November, von 11 bis 16 Uhr im Neanderthal Museum.

Ab Montag gibt es außerdem spannende Rätselfragen auf Facebook! Viel Spaß

Grüße

Viviane Bolin