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SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Hasta la vista, Neanderthal Museum!

Am 1. Januar 2015 habe ich angefangen, als Wissenschaftler im Neanderthal Museum zu arbeiten. Heute, fast zwei Jahre später, schreibe ich diese Zeilen aus Spanien, nur wenige Wochen, nachdem ich meine Arbeit dort beendet und Deutschland wieder verlassen habe. Nun ist der Moment für einen Rückblick auf meine Zeit im Neandertal gekommen.

Als ich das erste Mal darüber nachdachte, mich für eine Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme zu bewerben – einer angesehenen und stark umworbenen Förderung durch die Exekutivagentur für die Forschung (REA) – suchte ich nach einer aktiven und fundierten europäischen Forschungsgruppe im Bereich der paläolithischen Archäologie und Geowissenschaften. Nachdem ich einige Möglichkeiten mit meinen Professoren und Kollegen in Spanien besprochen hatte, beschloss ich im Frühjahr 2013, Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger (Direktor des Neanderthal Museums) zu kontaktieren. Prof. Weniger erforscht seit Langem die Vorgeschichte der Iberischen Halbinsel. Zudem koordiniert er seit einigen Jahren das C-Projekt des Sonderforschungsbereiches SFB-806 „Our Way to Europe“ an der Universität zu Köln, in dem die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Umwelt im westlichen Mittelmeergebiet während des Spätpleistozäns untersucht wird. Seine Arbeit einerseits als Direktor des Neanderthal Museums und andererseits als Dozent an der Universität zu Köln machten ihn für mich zu einem interessanten Partner für eine Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme. Seine sehr positive und freundliche Reaktion auf meinen Vorschlag, gemeinsam die Bevölkerungsdynamiken im Zentrum der Iberischen Halbinsel während des Spätpleistozäns zu erforschen – einem bisher eher spärlich untersuchtem Thema – überraschte mich nicht. Er war sehr interessiert an diesem Projekt.

Wir entwickelten zusammen einen Antrag mit dem Titel ‘Testing Population Hiatuses in the Late Pleistocene of Central Iberia: a geoarchaeological approach’. Im März 2014 erhielten wir die positive Rückmeldung, dass unser Antrag für eine Förderung ausgewählt worden war. So begann mein zweijähriges Projekt am Neanderthal Museum.

Dr. Manuel Alcaraz-Castaño and Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger (c) Rheinische Post. Photo. D. Janicki

Das Ziel war die geoarchäologische Untersuchung von drei ausgewählten Fundplätzen im Zentrum der Iberischen Halbinsel (nördliches Gebiet der Guadalajara Provinz). Es handelt sich um die mittelpaläolithischen Siedlungsplätze Los Casares und Peña Cabra und dem jungpaläolithischen Siedlungsplatz Peña Capón. Zusammen bilden diese Orte eine exzellente Möglichkeit, die Beziehung zwischen Menschen und ihrer Umgebung zu untersuchen und die zurzeit führenden Modelle zur Populationsdynamik in diesem Gebiet Iberiens zu testen. Wir wollten in Erfahrung bringen, ob Zentraliberien während des Jungpaläolithikums fast komplett unbevölkert gewesen war (wie bisher in der Forschung vermutet) und wie bzw. wann der Neanderthaler aus dieser Region verschwand – ein Thema, dass zurzeit heftig diskutiert wird.

Solch ambitioniertes Projekt benötigt die Teilnahme einer großen Anzahl an Wissenschaftlern aus den verschiedensten Bereichen der Vorgeschichtlichen Archäologie und der Geowissenschaften. Zusätzlich zu Prof. Weniger und mir, gehörten u.a. folgende Wissenschaftler zu unserer Forschungsgruppe: Martin Kehl und Nicole Klasen (Geographie, Universität zu Köln), Javier Alcolea-González und Rodrigo de Balbín-Behrmann (Archäologie, Universität Alcalá), José Yravedra (Zooarchäologie, Complutense Universität Madrid), José Antonio López-Sáez (Pollenanalyse, CSIC Spanish National Research Council), Raquel Piqué (Holzkohleanalyse, Universität Barcelona), Javier Baena-Preysler und Felipe Cuartero (Archäologie, Autonome Universität Madrid), Gloria Cuenca-Bescós (Paläontologie, Universität Zaragoza). In Zusammenarbeit mit dem Team des Neanderthal Museums waren besonders Viviane Bolin, María de Andrés-Herrero, Andreas Pastoors und Eva Roggatz wertvolle Kollegen.

An den drei genannten Siedlungsplätzen führten wir mehrere Untersuchungen durch

A) Untersuchungen zur Entstehung der Erdschichten und Fundplatzes (Mikromorphologie, Sedimentologie, Taphonomie)

B) Chronometrische Analysen der menschlichen Besiedlungsperiode (14C-, OSL- und U/Th- Datierungen).

C) Analyse der Klima- und Umweltverhältnisse des Gebietes während der untersuchten Periode (Pollen-, Phytolith(Nahrungsreste)-, Mikrofauna- und Sedimentanalysen).

D) Untersuchung der Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umgebung, und Untersuchung des wirtschaftlichen und sozialen Verhaltens der Gruppen (z.B. Technologie der Steinwerkzeuge und Zooarchäologie).

Wir führten an allen drei Fundplätzen Ausgrabungen durch. Eine Zusammenfassung der Kampagnen können sie hier nachlesen (Blogbeitrag 02. August 2016, Blogbeitrag 29.07.2015). Zudem wurden 2015 und 2016 die oben aufgezählten Analysen in den Laboren der unterschiedlichen Universitäten in Deutschland und Spanien ausgeführt. Obwohl einige Analysen noch im Gange sind, können wir bereits wichtige Resultate festhalten:

  1. Die Untersuchung der archäologischen Schichten durch mikromorphologische Analysen zeigt, dass die drei Fundplätze „in-situ“ (d.h. ungestört) in ihrer ursprünglichen Form erhalten geblieben sind.
  2. Die chronometrischen Analysen (14C-, OSL- und U/Th-Datierungen) an den drei Fundplätzen waren bei einem großen Teil der Proben erfolgreich. So können wir wichtige Besiedlungen von Neanderthalern und modernen Menschen im Zentrum der Iberischen Halbinsel vor ca. 90,000 – 20,000 Jahren vor heute nachweisen.
  3. Nachweise von Pollen, Holzkohle und Kleinsäugerknochen liefern wichtige Hinweise auf die Klima- und Umweltbedingungen dieser Gegend, denn sie sind wichtige Indikatoren für ökologische Rückzugsräume. In unserem Fall können wir menschliche Besiedlungen nicht nur während kalter und trockener Klimaphasen nachweisen, sondern auch während warmer Perioden.
  4. Die Untersuchungen der Steinwerkzeug-Technologie und der durch Tierknochen nachgewiesenen Tierarten geben Hinweise auf interessante Überlebensstrategien, wie z.B. die Gewinnung von Mikro-Levallois Spitzen in feinmechanischer Ausführung in Peña Cabra, die Nutzung der tieferen Höhlenbereiche für bestimmte Aktivitäten des Neanderthalers in Los Casares oder die spezialisierte Quarzproduktion während der prä-Solutréen Perioden in Peña Capón.

Einige dieser Ergebnisse haben wir auf verschiedenen internationalen Konferenzen vorgestellt, z.B. auf der European Society for the Study of Human Evolution (ESHE) in London im September 2015 und in Alcalá de Henares im September 2016) und auf der Tagung der Hugo Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit in Heidenheim im April 2015.

Dr. Manuel Alcaraz-Castaño präsentiert sein Poster auf der Tagung der Hugo Obermaier Gesellschaft im April 2015 in Heidenheim

Meine Beiträge an all diesen Konferenzen und die Ausgrabungs-Kampagnen und die darauffolgenden Analysen wurden von dem Marie-Skłodowska-Curie-Projekt, dem SFB-806 und dem Neanderthal Museum finanziert. Obwohl einige Ergebnisse noch ausstehen und bisher nur vorläufige Artikel und Präsentationen verfasst und gezeigt werden konnten, leistet unser Projekt bereits einen relevanten Beitrag für die Erforschung der spätpleistozänen Populationsdynamik in Zentraliberien.

Neben meiner wissenschaftlichen Arbeit habe ich wertvolle Erfahrungen durch die Teilnahme bei verschiedenen Veranstaltungen im Neanderthal Museum sammeln können, wie z.B. das Museumsfest im August 2015. Und am Tag der Forschung im November 2016 konnte ich den Museumsbesuchern meine Forschung vorstellen und mit ihnen über meine Ergebnisse diskutieren.

Dr. Manuel Alcaraz-Castaño beim Museumsfest 2015

Mein Aufenthalt am Neanderthal Museum war sehr angenehm und bereichernd. Das Team ist sehr freundlich und hilfsbereit und hat mich in seiner Mitte aufgenommen, so dass ich mich von Anfang an zugehörig fühlte. Ich wohnte mit meiner Familie während dieser zwei Jahre im nahen Erkrath-Hochdahl, dem „Fundort des Neanderthalers“. Dort hatte ich ebenfalls eine wunderbare Zeit. Heute wissen wir, dass die Neanderthaler eine hochentwickelte Kultur besaßen und dem modernen Menschen biologisch und kulturell sehr ähnlich waren. Dass ich an einem solchen Ort leben und arbeiten durfte, an dem diese Menschenart erstmals definiert und nach dem sie benannt worden ist, macht mich glücklich. Und ich kann mit gutem Grund behaupten, dass die Menschen in diesem Tal – damals wie heute – wirklich toll sind.

Herzlichen Dank an alle und bis bald!

Manuel Alcaraz-Castaño

(übersetzt aus dem Englischen von Viviane Bolin)

Von wegen Bürojob – Ausstellungsaufbau im Museum

Mein Name ist Sophie. Ich habe letztes Jahr mein Abitur mit 17 Jahren absolviert, wollte allerdings aufgrund meines Alters noch nicht sofort anfangen zu studieren. Deshalb habe ich mich beim Neanderthal Museum für ein Praktikum beworben.

In den ersten zwei Wochen meines vierwöchigen Praktikums habe ich beim Aufbau für die Sonderausstellung „DUCKOMENTA – Die Enten kommen zurück“ mitgeholfen.

Dafür musste die alte Ausstellung „Zwerge & Riesen“ natürlich erst abgebaut werden.
Dies bedeutete: viel schrauben, schleppen und Klebereste von den Wänden abkratzen.

Als schließlich alles verstaut und verpackt war kamen auch schon die DUCKOMENTA-Exponate aus Mannheim an. Unzählige Kisten und Boxen in allen Formen und Größen stapelten sich von dem Sonderausstellungsbereich bis ins Auditorium.

Zuerst wurde kontrolliert, ob denn auch alles angekommen und in gutem Zustand ist.
Dann wurden einige Exponate schon einmal in die Ecken verschoben, wo sie nachher stehen sollten.

 

Es gab viel zu tun:

  • manche Vitrinen mussten geputzt und von Ruß befreit werden, wiederum andere wurden schon aufgebaut und ausgerichtet
  • Kabel für Bilder und Banner wurden von den Decken abgehängt
  • Schilder wurden geklebt
  • Gitter mussten abgeschrubbt und in der Dauerausstellung verhangen werden
  • Bilder mussten sowohl an die Gitter, als auch an Drahtseile gehangen werden
  • Hintergründe für die Vitrinenwände wurden beklebt
  • und vieles mehr…

Natürlich haben alle fleißig mitgeholfen. Durch die gute Teamarbeit und das gemeinsame Anpacken konnten wir die Ausstellung sogar noch fast einen kompletten Tag vor der Eröffnung fertigstellen.

Als schließlich alles stand und nur noch Kleinigkeiten zu tun waren, konnte ich kaum fassen wie schnell doch alles vorübergegangen war.

Viele Grüße aus dem Museum

Sophie

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Quarzitforschung – von Spanien bis ins Neandertal

Mit Steinwerkzeugen haben Menschen sich verteidigt, sie haben gejagt und andere Werkzeuge produziert; sie nutzten Steinwerkzeuge zum Zerkleinern, zum Schneiden, zum Graben und für Vieles mehr. Im Laufe der Evolution haben auch die Steinwerkzeuge verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen. Aber was für Steine haben die Menschen benutzt und warum? Sie hatten eine große Variation lithischer Ressourcen zur Auswahl, die sie auch nutzten, z.B. Feuerstein, Quarzit, Sandstein, Obsidian und Quarz. Von Anfang an haben Archäologen die Steinwerkzeuge nicht nur formal beschrieben, sondern auch immer die Charakteristiken des Steinmaterials berücksichtigt.

Diese petrologischen Studien von Steinwerkzeugen konzentrierten sich hauptsächlich auf zwei Sorten: Obsidian und Feuerstein. Obsidian ist ein Stein vulkanischen Ursprungs, der normalerweise nicht auf der Erdoberfläche gefunden wird und somit auch nicht so häufig in den archäologischen Fundplätzen vorkommt. Seine Beschreibung und Bestimmung erlaubte es den Archäologen, weitreichende Handelsbeziehungen während des Holozäns in Europa und Amerika nachzuweisen. Feuerstein ist ein Sedimentsgestein, das viel häufiger als Obsidian auf der Erdoberfläche und daher auch öfter in den steinzeitlichen Fundstellen vorkommt. Seine Beschreibung und Bestimmung erlaubte es den Archäologen, interessante Arbeitsprozesse des Materials und Verbreitungsmuster der Menschengrippen zu erforschen und somit die Komplexität der vorgeschichtlichen Gesellschaften besser zu verstehen. Quarzit ist ein metamorphes Gestein, das auch häufig auf der Erdoberfläche vorkommt und oft in den Fundstellen der kantabrischen Region repräsentiert ist. Seine Erforschung ist noch nicht so weit gediehen, wie die der beiden Rohmaterialien Obsidian und Feuerstein, aber es gibt erste Ergebnisse bezüglich der Durchführung der Arbeitsprozesse und der Verbreitungsmuster der altsteinzeitlichen Gesellschaften.

In meinem Dissertationsprojekt vertiefe ich das Wissen über Quarzit als Rohmaterial. Der Titel lautet: Quartzite as raw material in the Cantabrian Region from the Middle to the Upper Palaeolithic (Quarzit als Rohmaterial in der Kantabrischen Region vom Mittel- bis zum Jungpaläolithikum). Das Ziel ist es, die Verbreitungsmuster anhand der Erforschung des Materials und seiner wirtschaftlichen Nutzung innerhalb der altsteinzeitlichen Gesellschaften besser zu verstehen.

Vor der Erforschung von Verbreitungsmustern oder Materialnutzung muss das Quarzitmaterial charakterisiert werden und eine geeignete Methodik ausgearbeitet werden, um bestimmte Typen zu benennen. In meiner Dissertation erarbeitet ich diese Methodik, basierend auf der petrologischen Charakterisierung des Materials, z.B. mithilfe von Petrografie (Gesteinskunde) in Dünnschliffen, geochemischen Analysen und Stereoskopen. Die geografische Beschreibung von Quarzit, basierend auf der Charakterisierung der Quarzit Aufschlüsse, Ansammlungen und Abgerungen, ist ebenfalls wichtig, besonders für die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Steinfunden zu einem späteren Zeitpunkt.

Nach zahlreichen Analysen von Quarzit aus dem Deva Tal (Kantabrien und Asturien, Spanien), können wir endlich einen Teil des Materials charakterisieren. Zusätzlich erlauben geologische Studien und geografische Analysen der Region ein besseres Verständnis der geografischen Materialverteilung im Tal. Das Quarzitmaterial, das von Neanderthalern zu Fundstellen El Arteu und El Habario getragen wurde, ist schon teilweise analysiert und zeigt eine interessante petro-genetische Charakterisierung. Einige unterschiedliche metamorphe Strukturen tauchen hier auf, aber auch diagenetische Muster. Außerdem sind Unterschiede in beiden archäologischen Fundstellen erkennbar, obwohl beide Neanderthaler-Fundstellen sind und nah beieinander liegen.

Der kurze internationale Aufenthalt am Ur- und Frühgeschichtlichen Institut der Universität zu Köln und im Neanderthal Museum hat mir geholfen, die meisten meiner wissenschaftlichen Probleme zu lösen. Beide Institutionen haben mich unterstützt – ich habe Kontakte zu anderen Forschern aufnehmen können, die sich auch mit Verbreitungmustern während der Altsteinzeit beschäftigen, und konnte somit neue Ideen für mein Projekt sammeln. Außerdem war das Labor des Geografischen Instituts sehr hilfreich bei der Analyse, da es ein petrografisches Mikroskop besitzt. Zusätzlich konnte ich ein spezielles Mikroskop nutzen, um hochauflösende und große Fotos der petrografischen Dünnschliffe zu erstellen. Diese Fotos bieten mir weitreichende Möglichkeiten für die Analyse der Quarzit-Charakteristiken und sind eine wichtige Basis für meine Studie. Das Institut, das Museum und das europäische Projekt der Kölner Universität SFB-806 haben mir die Möglichkeit gegeben, an Konferenzen und Seminaren teilzunehmen und ich konnte einen Vortrag im Neandertalk halten, einer Vortragsreihe im Neanderthal Museum. Der Aufenthalt in Deutschland hat mich ohne Zweifel sehr bereichert, besonders auf wissenschaftlicher Ebene, mein Projekt vorangebracht und meine Fähigkeiten als Forscher weiterentwickelt.

Schlussendlich möchte ich Herrn Prof. Dr. Weniger und anderen Mitarbeitern des Museums und der Universität – María de Andrés, Viviane Bolin, Martin Kehl, Isabelle Schmidt und Manuel Alcaraz – für die herzliche Aufnahme danken.

Grüße

Alejandro Prieto

Doktorand in Geografie, Vorgeschichte und Archäologie an der Universität des Baskenlandes (Spanien). Die Forschungen wurden vom Stipendium der Regierung des Baskenlandes unterstützt.

Tierretter im Neandertal

Und wieder einmal hat sich das Team des Neanderthal Museums als Tierretter bewiesen. Nachdem uns erst vor einiger Zeit Katze Nemo zulief, fand jetzt ein kleiner Dackel namens Anton seinen Weg zu uns in die im Wald gelegene Steinzeitwerkstatt.

Als vor ein paar Tagen eine Walkerin an die Tür der Steinzeitwerkstatt klopfte und unseren Mitarbeiterinnen einen kleinen Dackel übergab, war noch keinem bewusst, welches Schicksal sich hinter dem kleinen Kerl verbarg. Nach kurzen Recherchen wurde klar, dass es sich bei dem zweijährigen Hund um Anton, einen entlaufenen Dackel handelte. Anton war seit mehreren Tagen verschwunden und hat sich wohl im Neandertal bei eisigen Temperaturen aufgehalten. Unterkühlt und verängstigt, verschlang er hastig mein Leberwurstbrot und wärmte sich auf meinem Schoß. Als seine Besitzer wenig später eintrafen, war die Wiedersehensfreunde auf beiden Seiten riesig und Freudentränen liefen nicht nur bei den überglücklichen Herrchen und Frauchen – wir waren gerührt.

Doch jetzt sind wir erstmal gespannt, welches Tier uns als nächstes im Neanderthal Museum besuchen wird.

Eure Julia Ackerschott

„WhatsApp“ im Neandertal…auch wir gehen mit der Zeit!!!

Und? Habt ihr es schon bemerkt? Seit dem 16. September folgt nun auch das Neanderthal Museum dem Trend den beliebten Nachrichtendienst „WhatsApp“ für die Kundenkommunikation zu nutzen.

Spätestens seit der millionenschweren Übernahme von Facebook im Februar diesen Jahres ist dieser Dienst kein Unbekannter mehr. Und mit Nutzern in dreistelliger Millionenhöhe lässt sich der Erfolg vom Instant-Messaging-Dienst kaum noch abstreiten.

Sicherlich mögen jetzt die ein oder anderen sagen, aber Moment, was ist mit der Sicherheit? Begriffe wie Datenspionage und Datenspeicherung werden laut und lassen private Nutzer oft zum Nachbardienst „Threema“ wechseln. Doch ist dieser mit 2,8 Millionen Nutzern ein Zwerg und bei der Mehrheit ein eher Unbekannter….

Trotz Sicherheitslücken entschlossen wir uns also dazu, die Kommunikations-App in den laufenden Museumsbetrieb einzugliedern.

Die individuelle und unmittelbare Besucherkommunikation durch Mitarbeiter ist dabei Hauptziel des Vorhabens und ist – zumindest in der Museumsbranche – eine neue Art der Kommunikation.

Zukünftige, aber auch ehemalige Kunden bzw. Besucher, sollen dabei die Möglichkeit bekommen, Informationen wie Öffnungszeiten direkt und bequem abfragen zu können, ohne dafür vorher z.B. lange die Homepage durchstöbern zu müssen.

Nachdem ein Konzept erarbeitet wurde, um zumindest während der Öffnungszeiten von Museum und Verwaltung, Anfragen möglichst schnell beantworten zu können und nachdem ein Smartphone angeschafft wurde, ging es also los.

Neben der Ankündigung in den sozialen Medien, auf der Homepage des Museums und in einer Pressemitteilung wurde ein separater Flyer entworfen um auch aktuellen Besuchern die neue Mitteilungsmöglichkeit schmackhaft zu machen.

Seitdem tauschen sich ca. sechs Mitarbeiter des Museums regelmäßig mit Besuchern über den Kurzmitteilungsdienst aus. Trotzdem hoffen wir, dass in naher Zukunft noch mehr Anfragen über dieses neue Kommunikationsmedium laufen werden.

Dabei ist natürlich klar: Medienformen, wie Telefon, Mail oder Homepage gibt es im Neandertal immer noch! „WhatsApp“ ergänzt einfach nur unser Angebot mit Besuchern in Kontakt zu treten…

Nun hoffe ich, dass ich dem ein oder anderen Mut und auch Lust gemacht habe, mit dem Team des Neanderthal Museums per „WhatsApp“ unter folgender Nummer in Kontakt zu treten. Wir jedenfalls würden uns freuen….

WhatsApp-Tel.: 0157.77400718

Liebe Grüße aus der MediathekSaskia Hucklenbruch

„1. Tag der Forschung“ – Was machen eigentlich die Forscher aus dem Neandertal?

Wie sind wir entstanden?

Wo kommen wir her?

Wie haben unsere Vorfahren gelebt?

Auf diese und ähnliche Fragen bekommen täglich hunderte Besucher aller Altersstufen bei uns im Neanderthal Museum eine Antwort.

Aber woher kennen wir diese Antworten?

Die Antwort auf diese Frage ist die jahrelange Forschung, der Forscherinnen und Forscher des Neanderthal Museums und deren Kooperationspartner!

Eine Arbeit, die bei der Päsentation im Museum schnell im Schatten der Ergebnisse verschwindet.

Aus diesem Grund laden wir Sie am 16.11.2014 zwischen 11 Uhr und 16 Uhr zum „Tag der Forschung“ ein.

An diesem Tag können Sie die Forscherinnen und Forscher des Neanderthal Museums und seiner Kooperationspartner hautnah erleben und Einblicke in ihre aktuellen Forschungsarbeiten erhalten. Zahlreiche Infostationen werden dazu einladen einen Blick auf Forschungsprojekte, Ausgrabungen und moderne Untersuchungsmethoden zu werfen und zahlreiche Informationen zu erhalten.

Meine Neugier ist geweckt und die Spannung steigt mit jedem Tag!

…wie steht es mit Ihnen?

Viele Grüße aus dem Neandertal,

Florian Gumboldt

Praktikant in der Abteilung Bildung und Vermittlung

BLICK HINTER DIE KULISSEN! Eine Ausstellung entsteht – mein „Gesellenstück“

Vor fast zwei Jahren habe ich mein Volontariat für Ausstellungsgestaltung im Neanderthal Museum begonnen und ich muss sagen, einen spannenderen Job kann ich mir kaum vorstellen!

Neben der Pflege der Dauerausstellung, der Neukonzipierung der Forscherboxen und so einigen allgemeinen Museumsaufgaben, ist meine eigentliche Aufgabe die Organisation und Durchführung von Sonderausstellungen.

Da dieser Prozess aber zuweilen mal ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen kann, habe ich in meiner Ausbildungszeit tatsächlich nur eine Ausstellung von Anfang bis Ende durchgeführt: die aktuelle Sonderausstellung „Schamanen – Jäger und Heiler Sibiriens“.

Von der Besichtigung des Depots in Mannheim und der Auswahl der Objekte über die Konzepterstellung, die Recherche der sibirischen Kulturen und das Texte verfassen bis hin zur Gestaltung des Raumes und der Vitrinen war es ein langer, aber sehr interessanter Weg.

Nachdem die Kooperation mit den Reiss-Engelhorn Museen (rem) und das Thema Schamanen Sibiriens feststand, sind wir (meine Chefin Frau Auffermann und ich) letztes Jahr nach Mannheim gereist und haben das Depot nach geeigneten Objekten durchforstet. Bald schon war klar, dass bei den riesigen Mengen an ethnografischen Objekten aus Sibirien eine Eingrenzung auf drei Völker sinnvoll ist: die Korjaken, Tschuktschen und Nanai.

Die grobe Idee für das Konzept war, den Lebensweg eines Schamanen von der Geburt bis zu seiner Berufung und der Durchführung schamanischer Rituale zu zeigen. Dafür wollten wir einen Schwerpunkt auf den Alltag der sibirischen Völker legen und darstellen, wie die Korjaken, Tschuktschen und Nanai in den Weiten Sibiriens lebten, welche Rohstoffe sie verwendeten, wie sie wohnten und jagten, was sie aßen etc. Der zweite Schwerpunkt sollte der Schamanismus sein und seine Bedeutung für die Völker: Was ist ein Schamane? Wie wurde man zum Schamanen? Was machte ein Schamane überhaupt so den ganzen Tag? Was für ein Glaubenssystem steht hinter diesem Konzept? etc.

Zum Schluss erschienen uns ein Rückblick in die Eiszeit, um die Verbindung zum Haus herzustellen, und ein Blick in den Neo-Schamanismus der heutigen Zeit eine sehr interessante Ergänzung.

Dafür musste ich mich natürlich in den Alltag der Korjaken, Tschuktschen und Nanai aus dem 19. Jahrhundert einlesen. Ich schmökerte in ethnografischer Literatur von Forschern, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts nach Sibirien gereist sind und bei den sibirischen Völkern gelebt und ihre Erlebnisse aufgeschrieben hatten. Außerdem durchforstete ich Schamanismus-Literatur, von den Theorien des Schamanismus in der eiszeitlichen Höhlenkunst (ein Thema, das mich bereits in meiner Bachelor-Arbeit beschäftigt hatte) über den traditionellen sibirischen Schamanismus bis hin zum heutigen Neo-Schamanismus in Westeuropa.

Nebenbei erstellte ich Listen über Listen über Listen…

– Nach welchen Themen sollen die Vitrinen gegliedert sein? Welche Objekte kommen in welche Vitrine?

– Wie sollen die Objekte einheitlich präsentiert werden, damit sie zur Geltung kommen? Brauchen wir kleine Podeste, bringen wir Objekte an den Vitrinenrückwänden an oder hängen wir welche von der Decke ab?

– Wie viele Vitrinen brauchen wir überhaupt? Wie viele haben wir, welche müssen ausgeliehen bzw. neu gebaut werden?

– Wo soll welche Vitrine stehen?

– Welche Bilder sollen die Vitrinen schmücken? Wie viele Banner müssen produziert werden, wie sollen sie gestaltet sein und wo sollen sie hängen?

– Wie viele Texte brauchen wir, wie lang sollen sie sein und wie groß die Texttäfelchen in den Vitrinen?

– Ist das Klima ausreichend feucht in unserem Sonderausstellungsraum? Müssen noch zusätzliche Maßnahmen getroffen werden (z.B. Luftbefeuchter beschaffen, Vitrinen von innen klimatisieren)?

– Wie wird das Licht am besten abgedunkelt, damit die Objekte nicht beschädigt werden?

– Wie viele Audiotexte brauchen wir, wer soll sie sprechen, und wo stellen wir die Audioboxen am besten hin?

– Welche Firmen soll die Aufträge zum Vitrinenbau und Transport der Vitrinen und Exponate erhalten?

Dies sind nur einige der vielen Fragen, die bei der Organisation so aufkommen. Natürlich traf ich die meisten Entscheidungen nicht selbst, sondern arbeitete eng mit meiner Chefin und mit der Restauratorin der rem in Mannheim zusammen, was viele Stunden Telefonate nötig machte. In minutiöser Kleinarbeit gingen wir die einzelnen Punkte durch. Die Restaurationsabteilung in Mannheim leistete ihrerseits ganze Arbeit, holte die Objekte aus dem Depot und bereitete sie mit viel Geduld und Liebe zum Detail wieder auf.

Auch die Zusammenarbeit mit der Haustechnik war entscheidend, denn sie kennt sich bestens mit den besonderen Raumgegebenheiten aus, was möglich ist und was nicht, und trägt das nötige Know-How zum Vitrinenaufbau, zur Beleuchtung, zum Sound und zu den Sicherheitsvorkehrungen bei.

Aber an der Realisierung einer solchen Ausstellung ist ja nicht nur das Ausstellungsmanagement und die Haustechnik beteiligt. Die Museumspädagogik leistet auch ganze Arbeit bei der Konzeption von Führungen, Workshops und einem vielfältigen Begleitprogramm (Familientag, Ferienprogramm, Kindergeburtstage etc.); die Marketing-Abteilung war schon vorweg zuständig für die Suche nach Sponsoren, die Flyerentwürfe und die Werbung auf den verschiedensten Social Media Kanälen; die Mediathek recherchierte Literatur und stellte Bildmaterial für die Ausstellung zur Verfügung; und natürlich muss das Shopmanagement repräsentative Produkte zum Verkauf auswählen und das Sortiment anpassen. Man sieht also, jede Abteilung ist auf seine Weise irgendwie am Gelingen der Ausstellung wichtig gewesen. Und wenn ein Puzzleteil gefehlt hätte, wäre das alles nicht so möglich gewesen.

Und nach monatelanger Planung ging es endlich los, wir hatten genau zwei Wochen, um die vorherige Ausstellung (Mumien – Reise in die Unsterblichkeit) abzubauen und die neue Ausstellung Schamanen aufzubauen. Das musste ruckzuck gehen und war oft sehr stressig. Aber mit einer durchorganisierten Planung, einem super Team und viel guter Laune machte es eigentlich auch ziemlich viel Spaß! Und wenn das Ergebnis eine tolle Ausstellung ist, dann sind wir alle zufrieden.

Natürlich darf der Pressetermin nicht vergessen werden. Vertreter lokaler Zeitungen kommen am Tag der Eröffnung vorbei und werden von den Direktoren des Neanderthal Museums und der Reiss-Engelhorn Museen durch die Ausstellung geführt. Man muss sich dem Blitzgewitter vor schönen Exponaten stellen und allerlei Fragen beantworten. Aber es ist trotzdem toll, wenn dann am nächsten Tag ein Artikel in der Zeitung erscheint, der eine Ausstellung bewirbt, bei der man mitgewirkt hat.

Nach der Eröffnung fällt die Anspannung erst einmal von einem ab und man ist ziemlich erschöpft. Aber die Arbeit ist noch lange nicht beendet, denn wir wollen die Ausstellung an andere Museen weiterverleihen. Dafür muss Akquise betrieben, Leihlisten vorbereitet und Flyer erstellt werden. Außerdem kommt ja im November (also in ein paar Monaten!!) schon die neue Ausstellung „Fleisch – Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit“! Da ist die Planung ja auch schon im vollen Gange. Man wird also eigentlich nie fertig… aber trotzdem will man den Job nicht missen J

 

Danke an das gesamte Team des Neanderthal Museums für die tolle Zeit und die einzigartige Zusammenarbeit hier und ganz besonderen Dank an Frau Dr. Auffermann, die es mir ermöglichte, voll in meiner Arbeit aufzugehen und mich selbst zu verwirklichen.

Viviane Bolin

Praktikum im Neanderthal Museum

Studenten an einer Geisteswissenschaftlichen Fakultät werden das Problem kennen. Die ewige Frage, was genau man denn mit dem Studium machen will. Als Taxifahrer würden wir doch sowieso alle enden. Muss man sich halt früh eine Alternative suchen. Lehrer scheint hierfür immer die Patentlösung zu sein, jedoch nicht meine. Museum klingt doch wesentlich spannender. Auf die Frage, was genau man im Museum macht, wusste ich bislang jedoch keine Antwort. Also, Bewerbung schreiben, abschicken und los geht’s mit meinem Praktikum im Neanderthal Museum. Und damit ihr in Zukunft wisst, was man im Museum alles machen kann, erzähl ich euch jetzt ein bisschen was im Museum Blog.

Arbeitsbeginn war zwischen acht und neun, eine ziemliche Überwindung, wenn man bedenkt, dass ich eigentlich Semesterferien habe. Wenn ich dann aber im Museum ankam, war das Aufstehen aber eigentlich gar nicht mehr so schlimm.

Eigentlich verlief in meinem Praktikum kein Tag, wie der andere. Mal half ich in der Mediathek aus, ein anderes Mal bei den Workshops, in denen die Kinder zum Beispiel Steinzeitschmuck basteln können. Am besten hat mir jedoch die Arbeit an der neuen Sonderausstellung „Schamanen“ gefallen, die ihr ab dem 10. Mai im Museum bewundern könnt. Audiotexte müssen geschrieben werden, Vitrinen vermessen und „schamanische“ Deko passend zu den Ausstellungsstücken ausgewählt werden.

Auch für die Ausstellung „Giganten“, die während meines Praktikums nach Mistelbach verliehen wurde, war allerhand zu tun. Alle Ausstellungselemente mussten zusammengesucht und sicher verpackt werden. Nicht zuletzt musste ein ganzes Steinzeitzelt aus Leder genäht werden, wo ich als Praktikantin natürlich zur Hand ging.

Doch auch Mr. N und die Dauerausstellung kamen natürlich nicht zu kurz. Hier müssen schließlich auch regelmäßig Ausstellungsstücke und Vitrinen kontrolliert und in Stand gehalten werden.

Und wenn mal nichts für die Ausstellungen zu tun war, dann hab ich Kleinigkeiten erledigt, Adressen eingepflegt, Infomappen gepackt, oder den Kahlschlag im Neandertal dokumentiert.

Kurzum, ein Praktikum im Neanderthal Museum lohnt sich auf jeden Fall! Ihr solltet also ganz schnell zur Post gehen und eure Bewerbung abschicken!

 

Liebe Grüße

Eure Judith Wonke

Zu Besuch bei Moschu und Maddock

Wieher, Wieher – klang es aus dem Wald, als wir uns gestern Morgen zum Wildgehege in unserem schönen Neandertal begaben. Grund dafür waren die zwei Fohlen der kleinen Tarpan Gruppe von Frau Meiser.

Im Moment steht die Gruppe bestehend aus einem Hengst und drei Stuten mit den zwei Fohlen auf ihrer Sommerweide im Süden des Naturschutzgebietes. Im April hat Stute Mückchen Sohn Moshu zur Welt gebracht, im Mai folgte Maddock von Stute Mississipi.

Die ausgewachsenen Tarpane – zurückgezüchtete Nachfahren des eurasischen Wildpferdes – kann der aufmerksame Beobachter anhand des mausgrauen Fells, dem schwarzen Aalstrich auf dem Rücken und der zweifarbigen Zebramähne von anderen Ponys und Pferden unterscheiden. Die zwei Hengstfohlen haben allerdings noch ein helles und flauschiges Fell, das jedoch schon den typischen Aalstrich der Alttiere hat.

Bis die Fohlen ausgewachsen sind, werden sie hier im Neandertal, wo sie – ähnlich wie Auerochse und Wisent – ganzjährig draußen leben, bleiben. Dann jedoch werden bzw. müssen sie ihre Gruppe wechseln. Der dreijährige und ziemlich wilde Junghengst Kasimir, der erst im Februar aus der Eifel in die Gruppe im Neandertal gekommen ist, hat das Sagen und würde die Konkurrenz von Moshu und Maddock nur schlecht oder gar nicht akzeptieren, zumal das auch zu Inzucht innerhalb der Tarpan Gruppe führen würde.

Wer sich nach Lesen dieses Abschnitts nun fragt, warum denn alle Tiere mit dem Buchstaben „M“ anfangen, dem sei nun geholfen:
Da das Naturschutzgebiet Neandertal, indem die Tarpane leben, zum Kreis Mettmann gehört und dieser offiziell Betreiber des Wildgeheges ist, müssen die Namen der Tiere für das Zuchtbuch mit M anfangen. Passend also zum M von Mettmann. Die Namen selbst jedoch suchen die Paten der Tiere aus, die für ihre Patenschaft jährlich eine kleine Gebühr bezahlen.

So, genug von den Tarpanen geschwärmt!
Besucht sie selbst und verbindet euren Besuch hier im Neandertal direkt mit dem Museumsbesuch.

Sommerliche Grüße aus der Mediathek

Saskia Adolphy

 

 

 

 

Fundorte Europas, vereinigt euch

Gestern und heute war im Neanderthal Museum ein buntes Sprachengewirr zu hören. Grund: der internationale Workshop „Pleistocene People and Places. Launching a European Network“.

Genauso, wie das Neanderthal Museum am Fundort des namengebenden Skeletts gebaut wurde, sind auch an anderen Orten, an denen wichtige Funde aus der Zeit der frühen Menschen gemacht wurden, Museen und Informationszentren entstanden. Nun haben sich erstmals Vertreter dieser Fundorte an einem Ort versammelt. Dazu sind Kollegen aus Großbritannien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Kroatien, Italien und Spanien in das Neandertal gereist.

Für alle Beteiligten war es sehr spannend, sich mit Kollegen aus so vielen Ecken Europas austauschen zu können. Ziel des Workshops war es, den gegenseitigen Austausch durch die Gründung eines Europäischen Netzwerks solcher Fundorte zu verstärken. Der Austausch auf der persönlichen Ebene war sehr fruchtbar, nun muss dieser Impuls noch auf die Ebene der Institutionen übertragen werden.

Schon jetzt fest steht jedenfalls die nächste Urlaubsplanung: es gibt so viele spannende prähistorische Museen zu entdecken, die teilweise auch noch wunderschön gelegen sind!

Salut, ciao und adiós

Kerstin Pannhorst