Virtuelle Ausstellung zum Leben in der Eiszeit

Ich bin Antonia Scharrenbroch und absolviere für mein Studium ein sechs-wöchiges Praktikum im Neanderthal Museum. Da ich Erziehungswissenschaften studiere, bin ich besonders an der Museumspädagogik und Ausstellungsarbeit interessiert. Deswegen habe ich angefangen, ein Drehbuch für eine virtuelle Ausstellung zu schreiben. So kann ich mich einerseits in das Thema der Eis- und Steinzeit einarbeiten, und andererseits tiefer in die Museumsarbeit eintauchen.

Es ist äußerst interessant zu sehen, was hinter den Kulissen einer Ausstellung passiert und welche Arbeit mit all dem einhergeht. Außerdem habe ich bereits bei einigen Führungen und Workshops hospitiert und habe bei dem Projekt NMsee bei der Vorbereitung von User Testings geholfen.

Praktikantin Antonia Scharrenbroch vor dem Stammbusch im Neanderthal Museum
Während meines Praktikums im Neanderthal Museum.

Schon in meiner ersten Woche habe ich angefangen, mir ein Thema für meine Ausstellung auszusuchen. Dafür habe ich Literatur gewälzt und auch im Internet recherchiert, um mir zunächst einen Überblick zu verschaffen und um für mich interessante Themen herauszuschreiben.

So fiel meine Wahl letztendlich auf die Eiszeit, und wie die Neanderthaler in dieser kalten – oder auch nicht so kalten – Zeit überlebt haben. Was mir nämlich sofort ins Auge gesprungen ist, ist, dass die Eiszeit nicht nur aus Phasen mit sehr kalten Temperaturen bestand, sondern auch von 10.000 Jahre langen Wärmeperioden unterbrochen wurde .

Zudem habe ich auch nach einer möglichen Umsetzung der virtuellen Ausstellung recherchiert. Es gibt derzeit wegen der COVID-Pandemie besonders viele virtuelle Museumsangebote. Aber auch Organisationen wie Google oder der ZDF bieten virtuelle Galerien zu Kultur, Kunst und Geschichte an. Museen nutzen außerdem z. B. Instagram, um virtuell Informationen zugänglich zu machen. Bei meiner Recherche habe ich mir zum Beispiel folgende Rundgänge angeschaut:

Im nächsten Schritt habe ich überlegt, welche Unterthemen relevant zum Verstehen des doch sehr großen Oberthemas „Eiszeit“ sein könnten, und welche Exponate man verwenden könnte. Meine Wahl der Unterthemen war:

  • Generelle Informationen zur Eiszeit
  • Die Bedeutung von Feuer
  • Kleidung der Neanderthaler
  • Behausungen statt Höhlen
  • Nahrungsquellen, die die Neanderthaler nutzten, und wie sie diese beschafften

Um Exponate zu finden, habe ich in der Dauerausstellung des Neanderthal Museums nach potenziellen Ausstellungsstücken gesucht. Einige meiner Favoriten sind die folgenden Objekte:

  • Feuerstein und Markasit zum Feuermachen
  • Foto von Dima, einem Mammutbaby, welches man in Sibirien gefunden hat und an dem noch Muskeln und Fell erhalten waren, da das Tier 35.000 Jahre praktisch tiefgefroren war

Dadurch, dass es keine schriftlichen Überlieferungen aus der Zeit der Neanderthaler gibt, ergibt sich die Schwierigkeit, dass wir heute manche Begebenheiten nicht rekonstruieren können. Viele Fragen zu meinen ausgewählten Unterthemen konnte ich deswegen nicht pauschal beantworten, sondern nur die aktuellen Theorien sichten. Zum Beispiel: Wie sah es mit dem Sozialleben damals aus? Wie haben Neanderthaler gewohnt? Oder gejagt?

Schränke voller Bücher in der Mediathek im Neanderthal Museum
Schrankweise Fachliteratur in der Mediathek des Neanderthal Museums.

Nach meiner Auswahl habe ich in der Fachliteratur aus der Museums-Mediathek gezielt nach diesen Themen gesucht, und angefangen, ein vorläufiges Drehbuch zu verfassen. Ein Drehbuch ist wie ein Handbuch, in welchem man beschreibt, wie die Ausstellung auszusehen hat. Man erläutert, welche Themen man einbringen möchte, führt diese Themen aus und schreibt dazu, welche Exponate passend sind.

Als ich damit nach zwei Wochen fertig war, korrigierte Anna (welche mein Praktikum betreut) den Entwurf. Nun begann die Feinarbeit, bei der ich meine Literaturrecherche, die bis dato ein einziger Fließtext war, strukturierte und in A-, B- und C-Texte einteilte.

A-Texte sind oft Überschriften oder Leitfragen, B-Texte geben einen ersten, groben Einblick in das Thema. C-Texte hingegen tauchen tiefer in das Thema ein und geben Detailinformationen zu Exponaten. Letztere sind vor allem für diejenigen Gäste interessant, die sehr an dem Thema und den einzelnen Objekten interessiert sind.

Die Ergebnisse könnt ihr am 21. Oktober auf dem Twitter-Account @ARiethus, in Form einer digitalen Ausstellung finden!

Viele Grüße aus dem Museum!

Antonia

Das Game Design für NMsee: Fragen an Monokel

NMsee ist ein Forschungsprojekt, das durch die Kombination eines App Games, neuer Tast-Exponate und neuer Infrastruktur wie Braille-Schildern einen inklusiven Museumsbesuch für blinde und sehbehinderte Gäste ermöglicht.

Das Game Design für dieses Game, welches von der Stiftung Wohlfahrtspflege und der Kämpgen Stiftung ermöglicht wird, wurde gemeinsam mit dem Unternehmen Monokel aus Köln entwickelt.

Daniel Herrmann, einer der Co-Founder von Monokel Consulting, hat uns einige Fragen zu seiner Arbeit an dem Projekt und der Verbindung von Kultur und digitalen Produkten beantwortet.

Wie empfindest du die Zusammenarbeit mit den Museen?

Daniel Herrmann: „Die Mitarbeiter in Museen haben eine sehr hohe Fachkompetenz und gleichzeitig häufig wenig Erfahrung mit agilen Arbeitsweisen und Methoden in der Produktentwicklung. Das spiegelt sich auch in vergaberechtlichen Vorgaben wieder: Es ist nur schwer möglich, eine Lösung die man vorab ex-ante nicht kennt, gemeinsam mit Nutzern zu entwickeln und dabei vorab sowohl den Projektansatz als auch die spätere Experience im Detail zu definieren.

Was sind deiner Meinung nach die Herausforderungen bei einem solchen Projekt?

Daniel Herrmann: „Es gab verschiedene Herausforderungen. Für mich war die größte Herausforderung, die Spanne zwischen den sehr großen Möglichkeiten (z.B. mit Sensorik ausgestattete Exponate) und dem dann doch knappen Budget (vor allem für den Betrieb). Auch die baulichen Besonderheiten spielten eine Rolle. Das Museum hat eine großartige Architektur, ist aber eben auch laut und nicht für kabellose Datenübertragung gebaut.

Würdest du das Projekt noch einmal mitgestalten?

Daniel Herrmann: „Auf jeden Fall. Inhaltlich ist die Verbindung von Kultur und interaktiver Experience für uns spannend. Museen für neue Nutzergruppen zu öffnen, ist für uns auch auf persönlicher Ebene sehr motivierend. Außerdem habe ich viel über Neandertaler und Archäologie gelernt – definitiv mehr als im Geschichtsunterricht.

Wie fandest du die Zusammenarbeit mit Menschen mit Sehbehinderung?

Daniel Herrmann: „Wichtig waren unter anderem zwei Dinge: Erstens, uns von unseren Vorvermutungen freizumachen und das, was man angeblich über blinde und sehbehinderte Menschen weiß, aus dem Kopf zu verbannen. Und zweitens, den Nutzervertretern respektvoll auf Augenhöhe zu begegnen. Das ist uns immer ein Anliegen, aber bei NMSee ganz besonders.


Daniel hat nicht nur mit Monokel an NMSee mitgearbeitet, sondern schreibt auch auf https://betasphere.de zum Thema Game Thinking und Prototyping.

Mehr Informationen über Monokel findet ihr unter:
www.monokel.de

Das inklusive App Game im Neanderthal Museum erscheint im Dezember diesen Jahres für Android und iOS.  Neuigkeiten zum Projekt findet ihr auf dem Twitter-Account der Projektleiterin: https://twitter.com/ARiethus

Dieses Interview wurde zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten während der COVID-Pandemie digital durchgeführt.

Barrierefreiheit im Museum – Interview mit dem Blinden- und Sehbehindertenverein Mettmann

Ich heiße Kevin Tabaka, bin Auszubildender beim Blinden- und Sehbehindertenverband Nordrhein e.V. (BSVN) und unterstütze seit dem 17.08.2020 unser Kooperations-Projekt NMsee. “NMsee” ist ein Projekt, bei dem eine inklusive App entsteht, die sehende, blinde und sehbehinderte Menschen durch das Spielen einer Story mit dem Handy durch das Neanderthal Museum führt.

Am 2. September 2020 habe ich mit unseren Unterstützer/innen Tamara Ströter und Jörg Moses vom BSV Mettmann ein Interview zum Thema NMsee und Museen geführt. Gesprochen haben wir unter anderem über ihre Tätigkeit für und Meinung über das Projekt, über die Erfahrungen, die sie bei Prototypen-Tests gemacht haben, und welche Art von Museen die beiden interessant finden.

Tamara Ströter im Neanderthal Museum

Tamara Ströter (rechts im Bild, gelber Pullover) und Jörg Moses (links im Bild mit Smartphone) bei einem Workshop in der Dauerausstellung.

Wegen der aktuellen Lage durch COVID-19 haben wir uns dazu entscheiden, das Interview per WhatsApp abzuhalten, um alle Hygiene-Maßnahmen einhalten zu können.   

Kevin Tabaka: Wie beratet Ihr das Museum? Beziehungsweise wobei beratet Ihr das Museum?

Tamara Ströter:Wir beraten das Museum zum Thema Barrierefreiheit. Das hat damit begonnen, dass es erstmal um das Gebäude ging; wie man sich dort als blinder Mensch selbstständig bewegen kann. Dort fehlen eben Leitlinien zur Orientierung und auch tastbare Beschilderungen. Der Audio Guide beziehungsweise die Stationen sind für Blinde auch nicht gut auffindbar. Daraus ist eben die Idee mit dem Spiel über die App entstanden. Dieses Projekt begleiten wir jetzt durch verschieden Workshops und Testungen, durch Jörg und mich. Bei den Workshops wird auch von anderen blinden Mitspielern getestet und bewertet. Dazu kommt eben die Kompetenz der verschiedenen anderen Teilnehmer, die du, Kevin wahrscheinlich besser mit Namen kennst als wir.“ 

Kevin Tabaka: Ok! Ihr beide investiert ja ziemlich viel Zeit mit dem Museum und der Hilfe bei dem NMsee-Projekt, mit euren Rat- und Vorschlägen und mit der Einbringung eurer Ideen.
Was motiviert euch beide dazu, so intensiv das Museum mit dem Projekt zu unterstützen?

Jörg Moses:Meine Motivation ist (…) natürlich die, dass es sich lokal natürlich anbietet. Also, dass das Museum in unserem Kreis ist, in dem wir auch beraten und (…) Es macht ja auch Spaß, weil man hat ja auch nette Kollegen, die man schon kennt. (…) Es ist bestimmt ein schönes Spiel, wenn es fertig ist, und dann auch interessant für jedermann. Das finde ich am interessantesten und spannendsten, dass wir was machen, das jedem Besucher helfen kann. Das finde ich, ist die größte Herausforderung und Motivation.“

Tamara Ströter: „Als erste Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverein Mettmann ergibt sich die Motivation schon automatisch, und ich finde es toll, dass wir überhaupt Einfluss nehmen dürfen. Genauso wie Jörg sehe ich das auch. Es ist eben für alle, es ist vor Ort und es macht auch Spaß. Ist mal was anderes als trockene Verwaltungsarbeit, die so ein Verein mit sich bringt.“

Kevin Tabaka: Was gefällt euch beiden am NMsee Projekt besonders gut?

Tamara Ströter: „Ich finde es interessant mal in so einem Museumsbetrieb hinein schauen zu können, so hinter den Kulissen! Es ist spannend, dass man eben schon mal so analog Sachen machen soll, die später digital umgesetzt werden können. Eben auch so spannend, wie eine App entsteht. Also doch erstmal auf Papier, und nicht, dass dauernd irgendwas umprogrammiert werden muss.“

Jörg Moses: „Zu der Frage hat Tamara eigentlich schon alles gesagt. Dem ist nichts hinzuzufügen!“

Kevin Tabaka: Wenn wir jetzt schon mal hinter den Kulissen der App-Entwicklung sind: Ihr habt ja bestimmt schon mal den ein oder anderen Prototyp-Test mitgemacht. Habt Ihr da Spaß daran die Entwicklung zu testen, oder findet ihr das anstrengend?

Jörg Moses:Ja, natürlich hat es viel Spaß gemacht! Die Entwicklung, (…) die Projektmanager (…) von der Firma, die das Projekt betreuen bzw. auch die App entwickeln, (…) die haben es schon nicht leicht. Denke ich mal mit den Anforderungen, und es ist sicherlich auch schwer, alles umzusetzen. Das hängt auch bestimmt mit dem Budget zusammen, das man da hat. Ansonsten macht das riesig Spaß da mitzuwirken, und wie Tamara da schon sagt, „hinter die Kulissen zu schauen“ und wie so eine App entwickelt wird. (…) Es macht einfach Spaß, mit jungen Menschen zusammen zu arbeiten, die das des Geldes wegen machen müssen *lacht*. Und wir machen es, weil wir Spaß haben. (…)“

Tamara Ströter: „Ich habe da auch Spaß dran. Es wird ja auch Rücksicht auf unsere Bedürfnisse genommen und es wird uns wirklich leicht gemacht mit Kaffee und Keksen ;-)“

Neanderthal Museum Gebäude

Das Neanderthal Museum mit seiner markanten Fassade aus hellblauem Glas steht mitten im grünen Neandertal.

Kevin Tabaka: Was, findet Ihr, ist am Neanderthal Museum unterstützenswert?

Tamara Ströter: „Naja, immerhin sind wir ja alle ein bisschen Neandertaler 😉 Und es wertet unsere Gegend auch auf, dass so ein wunderbares Museum hier angesiedelt ist. Wir haben auch schon mal mit unseren Mitgliedern einen Ausflug gemacht und haben eine tolle Führung bekommen.“

Kevin Tabaka: Wenn Ihr einen Museumsbesuch macht, was wünscht Ihr euch von dem Museum? Und was muss es haben, damit Ihr für euch persönlich sagen könnt, dass das ein guter Museumbesuch war?

Jörg Moses:Also ehrlich gesagt, bin jetzt nicht der Große Museumbesucher (..). Es muss interessant sein, es muss irgendwo (…) lebendig gemacht werden (…) es darf nicht so tot sein. Das finde ich am Neanderthal Museum schon gut, weil die Exponate aus lebendigen Zeiten stammen. Es wird ja von einer Zeit gesprochen, die es mal gegeben hat. (…) Letztendlich komm ich glaube ich aus einem Zeitalter, wo Burgen, Schlösser und Museen für mich nicht so ganz interessant waren, aber ich mich dann immer eines Besseren belehren habe lassen. Und es gibt ja auch interessante Museen, keine Frage! Ich war ja auch schon in ein paar Museen, die wirklich schön und Interessant waren. Unter anderem auch das Neanderthal Museum!   

Tamara Ströter: „Da ich voll blind bin, ist es für mich wichtig, dass ich akustische Mitteilungen über die Ausstellung bekomme und dass es möglichst viel zum Anfassen gibt. Und das Thema muss mich natürlich interessieren. Wenn es gerade passt, nehme ich auch immer gerne eine Führung in Anspruch, so von Mensch zu Mensch.“

Kevin Tabaka: Ok, alles klar! Auch wenn Jörg jetzt nicht gerade der Museumsgänger ist, würde mich interessieren welche Themen euch persönlich interessieren. Also: Welche Themen müsste ein Museum haben, damit Ihr sagt, da würde ich gerne mal hingehen?

Jörg Moses: „Also mein Leben haben zwei Themen geprägt. Das war einmal die Technik, sprich einmal die Computer-Technik, Netzwerk-Technik, Telekomunikations-Technik- und die Musik! Das waren die zwei großen wichtigen Themen in meinem Leben, die mich geprägt haben und mit denen ich viel in meiner Vergangenheit zu tun hatte. Das heißt natürlich, dass wenn ich (…) solche Museen oder Ausstellungen (…) zufällig mitbekomme, dann (…) schaue ich schon gerne mal da rein. Was mich natürlich auch interessiert, da ich aus den neuen Bundesländern komme, (…) die alten Relikte aus unserer Zeit, mit denen ich auch großgeworden bin. Die heute auch noch in vielen Ostalgie Museen zu sehen sind (…) Da guck ich natürlich auch gerne mal rein, um in alten Zeiten zu schwelgen.

Tamara Ströter: „Ich bin auch so eher für die technischen und die Alltags-Museen. Nicht nur Computer und Musik, sondern auch Schiffe, Schlösser, Haushaltsgeräte (…) Alles, was man eben anfassen kann, und wie sich das über die Zeit so entwickelt hat. Mit Gemälden kann ich eher weniger was anfangen.“

Kevin Tabaka: Würdet Ihr beide andere Museen beraten und unterstützen? Und wenn ja, wie kann man euch beide erreichen?

Jörg Moses: „Ja, natürlich, (…) würde ich von meiner Seite her auch gerne andere Museen beraten (…) In Sachen Barrierefreiheit oder bei Spiele-Apps, die mit dem Museum zu tun haben. Auch natürlich, wenn sie jetzt nicht im Kreis Mettmann sind. Muss man dann natürlich (…) speziell sehen, inwieweit ist das machbar, umsetzbar? Wie kommen wir dahin? Wird das finanziert? Und so weiter und sofort. Also wenn die Punkte alle gegeben sind, warum nicht? Klar! Und (…) wie ihr uns erreichen könnt: Am besten über unsere Homepage, die immer aktuell gepflegt ist. Und über die bekannten Kontaktmöglichkeiten wie Facebook, Instagram; oder über unsere Handynummer, die ja auch über viele unserer Kanäle bekannt sein dürfte. (…) Einfach probieren (…)!“

Tamara Ströter: „Ich stehe für den Verein auch noch im Kontakt mit dem „Schloss- und Beschläge- Museum“ in Velbert, was ja auch gerade neu gebaut wird. Da sind wir über den Arbeitskreis Inklusion auch mit involviert. Naja, die Kanäle, die Jörg schon gerade gesagt hat, und die Homepage: www.bsvnkme.de . Ich denke mal, wir beschränken uns schon hier auf dem Kreis Mettmann, denn in anderen Städten gibt es ja auch Vereine, die ihre Museen beraten (…). Außer, es ist eine größere Ausschreibung zum Testen vorhanden, wie auch beim Neanderthal Museum. Da wurde öffentlich aufgerufen, dass blinde Tester teilnehmen.“ 

Kevin Tabaka: Das war´s dann auch schon! Danke, dass Ihr euch die Zeit genommen habt!

 

Tamara und Jörg werden das NMsee-Projekt auch in den weiteren Monaten mit ihren Ratschlägen und ihrer Teilnahme an User-Tests unterstützen.

Das inklusive App Game im Neanderthal Museum erscheint zum Jahresende für Android und iOS.  

Interview und Beitrag von Kevin Tabaka

Fragen zum Projekt? Melde dich bei:
Anna Riethus
Wissenschaftliche Projektleitung NMsee
Anna.riethus@bsv-nordrhein.de
02104 97 97 18

Inklusives Mobile Game – made in Neanderthal

Wenn blinde oder sehbehinderte Menschen die Ausstellung im Neanderthal Museum besuchen, werden sie von zahlreichen kleinen und großen Hürden vom Bildungsangebot ausgeschlossen.

Deswegen arbeitet das Neanderthal Museum seit 2019 gemeinsam mit dem Verband blinder und sehbehinderter Menschen in NRW, dem BSVN e.V am Forschungsprojekt NMsee.

Unser wichtigstes Ziel ist, dass im Neanderthal ab 2021 alle Gästen unabhängig vom Sehvermögen das Museum besuchen, genießen und unser Informationsangebot nutzen können.

Mittel der Wahl ist eine Kombination aus taktilem Bodenleitsystem, neuen Tast-Objekten, tastbaren Schildern und einem inklusiven Mobile Game.

3D-Drucke Neanderthaler und Neanderthal Museum
Renderings der 3D-Drucke

Im Mobile Game begleiten User*innen während des Museumsbesuchs den Hauptcharakter Nami, Älteste einer eiszeitlichen Jäger*innen- und Sammler*innen-Gruppe, auf einer lebenswichtigen Wanderung durch das Neandertal. Die Bedienung im Game orientiert sich an gängiger Screenreader-Software. Wie so ein Screenreader am Smartphone funktioniert, könnt ihr beispielsweise hier erfahren.

Das inklusive Mobile Game entwickeln wir gemeinsam mit Profis aus der Games-Branche sowie blinden, sehbehinderten und sehenden Tester*innen. Das Game Development übernimmt Wegesrand aus Mönchengladbach:

Game-Designer auf der Dachterrasse im Büro Wegesrand Mönchengladbach
Die Dachterrasse im Büro Wegesrand in Mönchengladbach

Wegesrand bildet den Querschnitt an interaktiver Technologie ab. Ob Serious Games oder Gamification-Konzepte zur Schulung von Mitarbeiter*innen, interaktive Erlebnisse in Museen oder digitale Plattformen für den Schulunterricht – wir machen Informationen interaktiv erlebbar. Im Projekt NMsee sind wir für die Entwicklung des inklusiven App Games mit Beacon-basierter Indoor-Navigation verantwortlich. Inklusion in Museen ist noch längst keine Selbstverständlichkeit – umso wichtiger ist es uns, den Weg in eine inklusive Museumslandschaft proaktiv mitzugestalten, indem auch bei der Medienproduktion alle Menschen mit ihren individuellen Bedürfnissen in den Blick genommen werden.“

Software-Entwickler Mathias inklusives AppGame NMsee
Software-Entwickler Mathias

Software-Entwickler Mathias beschreibt seine Tätigkeit für NMsee: „Meine Aufgaben im NMsee-Projekt sind die Entwicklung der Software mit Schwerpunkt Anforderungsanalyse, Qualitätssicherung und Koordination. Besonders motiviert mich die Herausforderung, Game-Design und Museumsbesuch zu einer einfachen und lehrreichen Spielerfahrung zu vereinigen.”

Wegesrands Projekt-Managerinnen Jana und Carolin organisieren und koordinieren zwischen den verschiedenen Fachleuten, damit alles rund läuft.

Projektmanagerin Jana inklusives AppGame NMsee
Projektmanagerin Jana

Projektmanagerin Jana: “Als Projektmanagerin und Konzepterin im Bereich „Playful Learning“ freut mich dieses Projekt ganz besonders: Ein weiterer Schritt, das Vorurteil des angestaubten Museums aufzubrechen. Durch spannende Geschichten und das interaktive Einbeziehen der Besuchenden wird Wissen spielerisch und nachhaltig vermittelt – das ist die Zukunft!

Projektmanagerin Carolin inklusives AppGame NMsee
Projektmanagerin Carolin

Projektmanagerin Carolin: “Als Projektmanagerin fasziniert mich an diesem Projekt, wie wir nicht nur die Wissensvermittlung, sondern auch die (für uns alltägliche) Nutzung einer App grundlegend umdenken und Inhalte damit auch für blinde und sehbehinderte Besucher*innen zugänglich werden.”

Das neue inklusive Mobile Game von BSVN e.V. und Neanderthal Museum wird Anfang 2021 in den App Stores (Android, Apple) kostenlos zum Download zur Verfügung stehen. Ende des Jahres wird der Einbau der neuen Tast- und Orientierungs-Elemente abgeschlossen.

Kommt zum Testen vorbei!

Anna Riethus

 

Mehr aktuelle Informationen zum Forschungsprojekt NMsee, dem BSVN e.V. und Wegesrand findet ihr unter:

https://twitter.com/ARiethus

www.bsv-nordrhein.de

www.wgsrnd.net

Das inklusive Mobile Game wird ermöglicht von:

Stiftung Wohlfahrtspflege
Kämpgen Stiftung
Neanderthaler Gesellschaft e.V.

Die neue inklusive Infrastruktur wird ermöglicht von:

LVR
NRW Stiftung

Der größte Steinzeitspielplatz Deutschlands ist eröffnet

Am 24. Juni 2020 war es endlich soweit. Pünktlich zu den Sommerferien wurde der neue Steinzeitspielplatz direkt gegenüber dem Neanderthal Museum eröffnet. Der Spielplatz ist Teil des „Masterplan Neandertal“, dessen Ziel es ist die Attraktivität des Tals für Museumsbesucher, Naherholungssuchende und Touristen zu steigern.

Kinder auf dem Steinzeitspielplatz
Der neue Steinzeitspielplatz am Neanderthal Museum ist eröffnet.

Nach 3 Jahren Baustelle, die für uns und unsere Besucher doch einige Einschränkungen mit sich brachte, freuen wir uns über das tolle Ergebnis. Es ging immer gut voran auf der Baustelle, somit konnte der Zeitplan letztendlich eingehalten werden. Wir sind froh, dass sich die Parkplatzsituation wieder ein bisschen entspannt und es ab sofort wieder mehr Parkplätze vor unserem Haus gibt.

Trotz allem gibt es nicht so viele Parkplätze wie vor der Baustellenphase. Deshalb wird der Shuttle-Service an Sonn- und Feiertagen weiterhin angeboten und auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Neanderthal Museum gut zu erreichen. Wir genießen das bunte Treiben direkt vor unserem Haus und hoffen, dass unsere kleinen Gäste Spaß daran haben sich nach oder vor dem Museumsbesuch dort auszutoben. Die Kombination aus Museum, Spielplatz, eiszeitlichem Wildgehege, Restaurant und Wandermöglichkeiten ist für einen Familienausflug einfach ideal.

Baustelle am Neanderthal Museum
3 Jahre lang gab es die große Baustelle am Neanderthal Museum.

Direkt gegenüber des Neanderthal Museums befindet sich jetzt eine einmalige Abenteuer-Erlebniswelt, inklusive Wasserspiel. Auf 2250 Quadratmeter Spielfläche ist ein einzigartiger Steinzeit-Abenteuerspielplatz entstanden, auf dem sich Verbindungen zu Urzeit und Neanderthaler knüpfen lassen. Die geschwungene Brücke verbindet, über den Mettmanner Bach führend, auf einer Strecke von etwa 34 Metern das Neanderthal Museum mit dem Steinzeitspielplatz. Das zweite Anschlussstück über die Düssel misst etwa 22 Meter und leitet euch barrierefrei Richtung Parkplatz. 

Etwa 4 Millionen Euro hat das Gesamtprojekt „Abenteuerspielplatz“ gekostet. Davon hat das Land etwa 930.000 Euro an Fördermitteln für die Renaturierung der Fließgewässer beigesteuert. Zum Ausgleich von Eingriffen in die Landschaft wurden 2300 Pflanzen gesetzt und 16 Bäume gepflanzt.

Kunstweg Evolutionsreihe vor dem Klettergerüst
Das Kunstwerk “the man who never ceased to grow” ist Teil des Kunstweges MenschenSpuren im Neanderthal.

Die urzeitliche Gestaltung regt die Phantasie an und bietet viel Raum zum Entdecken. Die überdimensionalen steinzeitlichen Stoßlanzen sind Nachbildungen von Originalfunden aus der Zeit des Neanderthalers. Alle Spielgeräte sind schlicht gehalten, es wurden natürliche Rohstoffe wie Robinienholz und Kalkstein verwendet. Zusätzlich deuten teilweise versteckte kleine Malereien auf die Kultur des Neanderthalers hin. Passend dazu haben wir unser SteinzeitActionPack für Kinder neu aufgelegt. Neben der neuen plastikfreien Verpackung gibt es ab sofort auch eine zusätzliche Station auf dem Steinzeitspielplatz. So werdet ihr nicht nur im Museum, sondern auch draußen auf dem Gelände zu echten Steinzeitforschern.

SteinzeitActionPack im Stoffbeutel
Das SteinzeitActionPack könnt ihr an der Museumskasse kaufen. Damit werdet ihr selbst zu echten Steinzeitforschern.

Für die Jüngsten bis zum sechsten Lebensjahr gibt es eine große Fläche als so genannte Treibholzlandschaft – mit Zitterbalken und Wasser. Pavillons, Steine und Baumstämme dienen als Ausruhplätze. Der wohl imposanteste Hingucker ist der Pfahllanzenturm, dessen höchste Spitze 9,50 Meter in den Himmel ragt. Eine Rutsche führt hinunter, Seile und Netze erhöhen den Kletterspaß. In der Bärenhöhle gibt es außerdem einige Höhlenmalereien zu entdecken.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Toben und Klettern!

Schaukeln und großes Klettergerüst auf dem Steinzeitspielplatz
2250 Quadratmeter Spielfläche umfasst der neue Steinzeitspielplatz.

Tierischer Zuwachs im Neanderthal Museum: Bienenstöcke auf dem Museumsdach

Seit Ende März dürfen wir uns über neue summende Mitbewohner auf dem Museumsdach freuen. Auf dem Museumsdach wohnen jetzt tatsächlich Honigbienen!

Die Idee gab es schon vor einigen Jahren, als der Imker Herr Peters auf der Suche nach neuen Plätzen für seine Bienen war. Den Honig von Herrn Peters als TYPISCH neanderland Produkt verkaufen wir nämlich schon seit einiger Zeit im Museumsshop. Scheinbar eignet sich unser Dach wunderbar als Wohnort für Bienen und somit ließ sich die Idee dieses Jahr schließlich umsetzen.

Zwei Bienenstöcke auf dem Dach des Museums.

Herr Peters kümmert sich immer montags um die Bienen, wenn das Museum geschlossen ist. Wir hoffen die kleinen Tiere fühlen sich bei uns wohl und genießen die Umgebung im grünen Neandertal. 🙂

Bienen stehen übrigens nicht auf Kaffee, Kuchen und Mortadella. Ihre Leibspeise sind Pollen. Sie sind ein geselliges Volk und leben gerne auf engem Raum mit ihren Artgenossen zusammen. Im Winter leben sie als Volk mit ca. 20.000 Bienen zusammen. In dieser Zeit ernähren sie sich von Honigvorräten und von Zuckerwasser, dass sie von ihrem Imker Helmut Peters bekommen. 

Im Sommer leben sie sogar mit 50.000 Kollege*innen und ihrer Königin zusammen. Die Arbeiterinnen halten den Bienenstock sauber und sammeln fleißig Pollen. Der Job der Drohnen besteht darin eine Königin zu befruchten. 

Bienen haben einen beeindruckenden Körper, der so einiges kann: Mit ihren Hinterbeinen sammeln sie Pollen und mit den Flügeln können sie nicht nur durchschnittlich 24 km/h schnell fliegen, sondern sogar Wärme erzeugen oder den Bienenstock kühlen. Die Facettenaugen ermöglichen es ihnen ultraviolettes Licht zu sehen. Dafür sind sie rotblind und nehmen die Farbe Rot als Schwarz wahr.

Seitdem das Museumscafe wieder geöffnet hat, könnt ihr die Bienenstöcke von der Dachterrasse aus sehen und sie beobachten. Wenn ihr noch mehr über die Bienen und den Honig erfahren wollt, könnt ihr euch direkt an den Imker, Helmut Peters, von der Honigmanufaktur Neanderthal wenden.

2020 ist noch nicht vorbei! Kommende Highlights im Neanderthal Museum

Auch wenn wir aufgrund der Coronakrise momentan leider keine Besucher*innen im Museum empfangen dürfen, hoffen wir sehr, dass sich das bald wieder ändern wird. Wir überbrücken die Zeit mit Blogbeiträgen, digitalen Angeboten gegen Langeweile und Aktionen auf unseren social media Kanälen. Allerdings können wir das Programm nicht digital ersetzen, sondern nur weiter Aufmerksamkeit für das Museum generieren.

Aus diesem Grund richten wir unseren Blick optimistisch in die Zukunft, denn das Jahr ist noch lange nicht vorbei. Auch wenn wir die kommende Sonderausstellung “CATS – Eiszeitliche Räuber” leider absagen mussten, erwarten uns bzw. euch im Laufe des Jahres noch einige Highlights.

Die aktuelle SonderausstellungGladiatoren – Helden der Arena” wird bis zum 30. August verlängert! Es gibt also auch noch in den kommenden Wochen die Möglichkeit, in die Welt der Gladiatoren und Römer einzutauchen. Wie und wann entwickelte sich die Gruppe der Gladiatorenkämpfer? Wer konnte Gladiator werden und wie lebten sie? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die beeindruckende Schau mit originalen römischen Fundstücken und wissenschaftlich fundierten Rekonstruktionen. 

Alle Gladiatoren Fans, die nicht mehr länger warten möchten, sollten jetzt schon auf unserem YouTube Kanal vorbeischauen. Dort zeigt euch die Kuratorin der Sonderausstellung, Carina Bammesberger, wie ihr eine Toga bindet, römische Frisuren flechtet oder einen Lorbeerkranz bastelt. Das funktioniert garantiert gegen Langeweile. 🙂

Tutorials passend zu unserer Sonderausstellung “Gladiatoren – Helden der Arena” gibt es auf unserem YouTube Kanal.

Außerdem erwarten wir mit großer Spannung und Vorfreude das wohl beste Highlight in diesem Jahr: Die Eröffnung des neuen Steinzeit-Spielplatzes direkt vor dem Neanderthal Museum! Bereits seit Wochen können wir die Umbauten und Fortschritte bei den Bauarbeiten mitverfolgen. Im Sommer ist es dann hoffentlich soweit, vor oder nach dem Museumsbesuch können sich ab sofort Kinder (und Erwachsene) auf dem Spielplatz austoben. Auch unser SteinzeitActionPack wird um eine Station erweitert, somit gibt es auch auf dem neuen Spielplatz einiges zu entdecken.

Die Bauarbeiten für den Steinzeit-Spielplatz laufen auf Hochtouren.

Leider steht nun auch fest, dass unser alljährliches Museumsfest und das Evolutionfestival dieses Jahr nicht stattfinden kann. Wir behalten das bunte Treiben an zwei heißen Sommertagen im letzten Jahr in schöner Erinnerung und freuen uns umso mehr auf das Museumsfest 2021. Mit Sicherheit finden wir in diesem Sommer einen Weg euch trotzdem kleine steinzeitliche Mitmachaktionen zur Verfügung zu stellen. Das findet dann einfach im heimischen Wohnzimmer oder Garten statt.

Abschließend wird das Jahr 2020 im Neanderthal Museum mit einer tollen Sonderausstellung für die ganze Familie beendet. Ab dem 21. November zeigen wir die Ausstellung “PLAYMOBIL – Archäologische Zeitreise”. Mit Figuren aus der größten deutschen PLAYMOBIL-Sammlung entwickelt Oliver Schaffer eine außergewöhnliche Ausstellung und nimmt uns mit auf eine spannende Zeitreise. Speziell für das Neanderthal Museum kreiert Oliver Schaffer unter anderem einzigartige steinzeitliche PLAYMOBIL-Schaulandschaften. Spielen erwünscht!

©Oliver Schaffer

Wir freuen uns, wenn ihr im Laufe des Jahres den Weg zu uns findet und das Museum wieder mit Leben füllt. Bis dahin, bleibt gesund!

Ohne Klopapier überleben – wie haben Menschen in der Steinzeit “ihr Geschäft beendet” ?

In Zeiten der Coronakrise kommt es in Deutschland vermehrt zu Hamsterkäufen. Dabei steht wohl besonders das Klopapier im Mittelpunkt und landet bei den meisten Menschen direkt in mindestens dreifacher Menge im Einkaufswagen.

An dieser Stelle muss wohl nochmal betont werden, dass es absolut keinen Anlass dafür gibt. Die Bundesregierung stellt klar, dass die Versorgung in Deutschland gesichert ist. Die Mitarbeiter*innen in den Supermärkten kommen mit dem Regale Einräumen gar nicht hinterher, und viele Menschen können es sich überhaupt nicht leisten, einen großen Vorrat zu kaufen. Solidarität steht hierbei wohl nicht an erster Stelle.

Mammut Plüschtier und Klopapier

Auch wir möchten euch dazu ermutigen, mit Bedacht einzukaufen, Vorräte sinnvoll einzuteilen und vor allem die Produkte der “modernen Welt” wertzuschätzen. Eines haben wir unseren Vorfahren nämlich definitiv voraus: Das Phänomen von Hamsterkäufen und Klopapier-Engpässen blieb den Neandertalern damals erspart. 😉 Warum wir vier- bis fünflagiges Klopapier mit geprägtem Blümchenmuster und Duftstoffen horten, lässt sich mit Sicherheit psychologisch erklären. Wenn es also aufgrund von Hamsterkäufen zu Engpässen in manchen Haushalten kommt, kursieren mittlerweile schon einige kreative Ideen, wie es sich auch ohne Klopapier leben lässt.

Bild von Markus Distelrath auf Pixabay

Papier war in der Steinzeit ein Fremdwort. Alles was man zum leben brauchte, gab es in der Natur. Leider erhält sich aus organischen Materialien in archäologischen Befunden selten etwas. Es wäre möglich, dass die Neandertaler Pflanzen zum Poabwischen verwendet haben oder es fand sich bei Gelegenheit einfach etwas Wasser zum Waschen. 🙂 Es wird vermutet, dass die Pestwurz als “Klopapier der Steinzeit” verwendet wurde. Mit ihren großen, tellerförmigen Blättern bietet die Pflanze gute Voraussetzungen. Wissenschaftlich belegt ist diese These jedoch nicht.

Körperhygiene wird es in der ein oder anderen Form wohl gegeben haben. Die Menschen in der Steinzeit haben mit Flintmessern Bart- und Haarpflege betrieben, Nägel wurden auf rauher Steinoberfläche gefeilt und Bärenfett diente als Lippenpflege. Für spätere Zeiten (römisch und frühmittelalterlich) sind Hygieneartikel wie Pinzetten und Ohrlöffelchen aus Metall und Läusekämme aus Knochen belegt.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf die Erfindung des Klopapiers und bequemes aufs Klo gehen!

Junggesellenabschied im Neanderthal Museum

Ihr seid auf der Suche nach einem ganz besonderen Programm für den nächsten Junggesellenabschied? In Düsseldorf gibt es zahlreiche Aktivitäten, die dir und deinen Freunden oder Freundinnen einen spaßigen und feucht-fröhlichen Tag ermöglichen. Wenn ihr jedoch keine Lust auf Limousine, Bierbike oder Gedränge in der Altstadt habt, seid ihr bei uns genau richtig.

Ab sofort könnt ihr euren Junggesellenabschied nämlich im Neandertal feiern!  Neben unseren Outdoor Programmen und Erlebnisführungen für Gruppen kommt jetzt also der Junggesellenabschied rund um das Thema Steinzeit. Action, Spiel und Spaß erwarten euch bei der Steinzeit-Challenge für Team Braut oder Team Bräutigam. Den Abend könnt ihr natürlich immer noch in der Düsseldorfer Altstadt verbringen, denn in nur 15 Minuten seid ihr mit der S-Bahn am Museum.

Das ist eure Chance die Braut oder den Bräutigam herauszufordern und ihnen ein unvergessliches Erlebnis zu schenken. Vor Ort müsst ihr euch um nichts kümmern. Die komplette Organisation übernimmt eure persönliche Eventleitung.

Junggesellinnenabschied: Steinzeit-Challenge Team Braut

Die Braut erhält das passende Steinzeit-Outfit, und gemeinsam fertigt ihr aus Leder, Federn und Perlen einen schönen Haarschmuck an. Und dann geht’s los: Mal alle zusammen, mal in kleinen Teams ge­geneinander, mal jede gegen jede, aber auf jeden Fall mit sehr viel Spaß, begebt ihr euch auf Schatzsuche, lasst die Pfeile fliegen und entzündet nach steinzeitlicher Manier ein Feuer. Mit der von uns bereitgestellten Instax-Kamera könnt ihr die besten Momen­te zusätzlich festhalten.

Ein Glas Sekt und ein Insektensnack pro Person sind inklusive.

Alle Infos zum Junggesellinnenabschied gibt es hier.

Junggesellenabschied: Steinzeit-Challenge Team Bräutigam

Bogenschießen, Stein-Hochwurf, Speerschleuder werfen – wer schlägt sich in der Steinzeit am besten? Der Bräutigam erhält das passende Steinzeit-Outfit und dann geht’s los: In kleinen Teams tretet ihr gegeneinander an und testet eure Talente in verschiedenen Disziplinen. Wer hat bei dem Steinzeit-Battle die Nase vorn?

Eine Flasche Neanderthaler Landbier und ein Insektensnack pro Person sind inklusive.

Alle Infos zum Junggesellenabschied gibt es hier.

Für den Junggesellenabschied seid ihr mit einer Teamgröße von 4 bis zu 30 Personen flexibel.

Dauer: 2,5 Stunden
Kosten: 18,80 € p.P. (bei 30 Personen)
Buchungen über buchung@neanderthal.de , Tel.: 0 21 04 – 97 97 15

Wenn euch keines der beiden Programme zusagt, habt ihr natürlich immer noch die Möglichkeit Programme wie Steinzeit-Bubblen oder Steinzeit mit GPS für euren Junggesellenabschied zu wählen. Das Wichtigste ist doch, dass der Junggesellenabschied zu Braut und Bräutigam passt und ihr eine tolle Zeit zusammen habt.

KulturScouts auf Spurensuche

Kriminalbiologie im Neanderthal Museum – Schüler und Schülerinnen der Städtischen Erich-Fried-Gesamtschule Ronsdorf aus Wuppertal machen sich als KulturScouts auf forensische Spurensuche.

Schüler/innen der Städtischen Erich-Fried-Gesamtschule
© KulturScouts Bergisches Land

Paläoanthropologie? Was dieser Begriff bedeutet, konnten 27 junge KulturScouts, Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Gesamtschule aus Wuppertal jetzt im Rahmen des Projektes „KulturScouts Bergisches Land“ bei dem Workshop „KRIMINALBIOLOGIE mit anthropologischen Methoden der Vergangenheit auf der Spur!“ des Neanderthal Museums erfahren. Bei der einstündigen erlebnisorientierten Führung durch die faszinierenden Ausstellungsräume erhielten sie einen Einblick in die Menschheitsgeschichte, danach ging es nach einer kurzen Pause in die Steinzeitwerkstatt zum Workshop.

© KulturScouts Bergisches Land

Das Neanderthal Museum ist eines der modernsten Museen Europas und erzählt die Geschichte der Menschheit von den Anfängen in den afrikanischen Savannen vor mehr als vier Millionen Jahren bis in die Gegenwart. Gefallen fanden die KulturScouts der Erich-Fried-Gesamtschule während der Führung besonders daran, ein kleines Funkenfeuer mitten in den Ausstellungsräumen zu beobachten und mit einem Drillbohrer (ein Steinzeitbohrer, der genauso gut bohrt wie eine elektrische Bohrmaschine) Löcher entstehen zu lassen. In der Steinzeitwerkstatt hieß es nach einer kurzen Einführung in die Kriminalbiologie in Kleinteams jeweils einen eigenen Kriminalfall zu lösen. Anhand von Knochenüberresten mussten die KulturScouts das Geschlecht, das Alter, die Körpergröße sowie vorhandene Verletzungen bzw. Todesursachen analysieren und die Ergebnisse anschließend in einer Pressekonferenz vorstellen. 

© KulturScouts Bergisches Land

Am Ende des Tages waren sich die KulturScouts von der Erich-Fried-Gesamtschule einig: „Die Neandertaler waren ganz schön klug! Was wir uns alles abgeguckt haben!“ Der Besuch bleibt für sie eine Erfahrung, bei der sie viel Neues erlebt haben. Auch der begleitende Lehrer zeigte sich begeistert: „Hier haben wir von einem sehr facettenreichen und interaktiven Angebot profitiert!“. Und dass Paläoanthropologie die Wissenschaft vom vorzeitlichen Menschen ist, haben die KulturScouts am Ende des Tages interaktiv erfahren dürfen.

© KulturScouts Bergisches Land

Das Konzept der KulturScouts

Das Projekt KulturScouts wendet sich an Klassen der Sekundarstufe I aller Schulformen. „Die Praxis und das eigenständige Ausprobieren stehen dabei im Vordergrund“, betont die Projektkoordinatorin Jana Schlote. Das Format bietet im vierten Jahr ein bewährt vielfältiges Programm, das sich leicht in den Unterricht integrieren lässt. „Dadurch, dass alle Angebote an den Lehrplan anknüpfen, profitieren sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte“, freut sich Jana Schlote.

Für die Mobilität der KulturScouts sorgen erneut die Verkehrsverbünde VRS und VRR und die ihnen angeschlossenen Verkehrsunternehmen.

© KulturScouts Bergisches Land

Die Geschäftsstelle der KulturScouts ist an das Kulturbüro des Rheinisch-Bergischen Kreises angegliedert. Getragen werden die KulturScouts Bergisches Land in enger Zusammenarbeit gemeinsam durch den Rheinisch-Bergischen Kreis sowie den Kreis Mettmann, den Oberbergischen Kreis und die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW fördert die „KulturScouts Bergisches Land“. Neben den sechs beteiligten Kreisen und Städten unterstützen die folgenden Förderer finanziell das vierte Projektjahr: Dr. Jürgen Rembold Stiftung, Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln, Bürger für uns Pänz e.V. sowie die Initiative der Ordensträgerinnen e. V.

Das aktuelle Programm und weitere Informationen zu den KulturScouts finden Sie auf der projekteigenen Webseite unter www.kulturscouts-bl.de.