SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Sedimenten auf der Spur

In den letzten 10 Tagen hat das Neanderthal Museum an zwei bedeutenden archäologischen Fundstellen Feldforschung durchgeführt. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 806 ‚Our way to Europe‘ war ich mit dem Geographen Dr. Martin Kehl von der Universität zu Köln in der Bilderhöhle Les Trois-Frères, Frankreich und der Höhle L’Arbreda, Spanien. Die Arbeiten vor Ort wurden in enger Kooperation mit den verantwortlichen Personen und Institutionen durchgeführt: Les Trois-Frères – Comte Robert Bégouën, Association Louis Bégouën; L’Arbreda – Dr. Narcís Soler und Dr. Joaquim Soler, Universitat de Girona. Jede Fundstelle für sich stellt ein wertvolles Archiv mit unterschiedlichen prähistorischen Hinterlassenschaften dar: Les Trois-Frères gilt als eine der reichsten eiszeitlichen Bilderhöhlen überhaupt; L’Arbreda besitzt eine der überaus seltenen Abfolgen von archäologischen Fundhorizonten vom Ende der Zeit des Neanderthalers bis in die Nacheiszeit hinein. An beiden Fundstellen sollen nun erstmalig umfangreiche Untersuchungen zu den Sedimenten durchgeführt werden. Sedimente gelten als Speicher vielschichtiger Informationen: Ihre Zusammensetzung und ihr Erscheinungsbild spiegeln die Bedingungen ihrer Entstehung und Akkumulation sehr gut wider und geben so Aufschluss über die Lebensumwelt des prähistorischen Menschen. In den 10 Tagen wurden umfangreiche Probenserien genommen die nun im Laufe des Jahres mit z.T. aufwändigen Methoden analysiert werden.

Mit besten Grüßen, Andreas Pastoors

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