SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Zwischen Alpen und Mittelmeer

Zwischen Mittelmeer und dem Südrand der Alpen liegt im Nordosten Italiens die Region Venetien. Sie ist Teil der natürlichen Verbindung vom Donautal nach Norditalien. Solche Nahtstellen sind für die archäologische Forschung immer von besonderem Interesse; hier entlang führten die Wege der steinzeitlichen Jäger und Sammler.

Genau an dieser Passage liegt in einem kleinen Seitental die Rio Secco Cave: ein Felsschutzdach an der Dr. Marco Peresani von der Universität Ferrara im Jahr 2002 eine erste erfolgreiche Testgrabung durchgeführt hat. In knapp einem Meter Tiefe unter der Oberfläche hat er eine Fundschicht entdeckt, aus der ein Knochenfragment mit Schnittspuren auf rund 38.000 BP datiert werden konnte; dieses Ergebnis ist äußerst spannend, denn es stammt aus der letzten Phase der Zeit des Neanderthalers.

Das Neanderthal Museum wurde von den italienischen Kollegen gefragt, ob Interesse an einer gemeinsamen Erforschung der Rio Secco Cave besteht. Zu einer ersten Begutachtung bin ich in der letzten Woche nach Venetien gereist; und in der Tat: die Fundstelle erweist sich als äußerst interessant und besitzt ein hohes Potenzial. Sie präsentiert sich als ein sehr geräumiges Felsschutzdach mit einer sich anschließenden kleinen Höhle. Darüber hinaus steht die Kommune von Clauzetto hinter dem Projekt und unterstützt es wo es nur geht. Ideale Voraussetzungen also; so werden Mitarbeiter des Neanderthal Museums bereits im September an der ersten Grabungskampagne in der Rio Secco Cave teilnehmen.

Mit besten Grüßen, Andreas Pastoors

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