Schulterblick Forschung – Ausgrabungen in Andalusien

Nach den Frühjahrskampagnen in Portugal und Marokko konnte das Neanderthal Museum im Rahmen des SFB 806 nun seine Forschungen in Andalusien aufnehmen. Nach langer Vorbereitungszeit hat die Junta de Andalucía Anfang September grünes Licht gegeben für Sondagen in den Fundstellen Cueva Ardales und Cueva de Las Palomas de Teba. Die Arbeiten werden im Rahmen einer Projektgemeinschaft des Consorcio Guadalteba, der Grupo de Acción Local Guadalteba, der Universität Cádiz und der Stiftung Neanderthal Museum durchgeführt. Unser Standort ist das Dörfchen Ardales, 50 km nördlich von Málaga gelegen. Die Region zeichnet sich durch einen ungewöhnlichen Reichtum prähistorischer und historischer Kulturdenkmäler aus. Während die Cueva de Las Palomas ein etwa sechs Meter mächtiges Sedimentpaket mit einer enormen Funddichte mittelpaläolithischer Siedlungsschichten aufweist, ist die Cueva Ardales vor allem aufgrund ihrer eiszeitlichen Höhlenmalereien bekannt. In den beiden Fundstellen, die einmalig für das Paläolithikum im Süden der Iberischen Halbinsel sind, konnten erstmals archäologische Sondagen durchgeführt werden. Durch den Einsatz von Georadar und durch geologische Bohrungen haben wir uns den Fundstellen zunächst sehr vorsichtig genähert. Beide weisen eine komplexe Topographie auf, die wir näher kennen lernen wollten, bevor großflächige Ausgrabungen begonnen werden. Die geowissenschaftlichen Kollegen der Universitäten Köln und Aachen haben in den vergangenen zwei Wochen ganz exzellente Arbeit geleistet. Mit mehreren Koffern voll Proben reisen wir nach Deutschland zurück, um in den kommenden Monaten Daten zur Alterstellung der verschiedenen Fundhorizonte, ihrer Klimageschichte und zum genauen Verlauf der Besiedlungsschichten auszuwerten.

Die Zusammenarbeit mit unseren spanischen Partnern war hervorragend und die Arbeitsbedingungen im Parque de Guadalteba waren exzellent. Wir hatten Gelegenheit das Projekt der breiten Öffentlichkeit vorzustellen und haben bereits eine hervorragende Resonanz. Dazu kam die außergewöhnliche Gastfreundschaft in unserem Quartier in Ardales. Nach zwei Wochen sehr intensiver, kontinuierlicher Feldarbeit haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht und hoffen in 2012 die nächste Etappe beginnen zu können.

 

Mit den besten Grüßen aus Ardales

 

Gerd-Christian Weniger

Ein Gedanke zu „Schulterblick Forschung – Ausgrabungen in Andalusien

Schreibe einen Kommentar