Die “Affen” sind los…

Das Jahr 2012 ist unser Jubiläumsjahr!!! 75. Jahre besteht nun das Neanderthal Museum.

Zuerst in einem kleinen Museum, seit 1996 in dem neu errichteten Spiralgebäude können Besucher täglich die Geschichte der Menschheit erlesen, betrachten und erfahren.

Wenn dies kein Grund zu feiern ist, was dann?

Unsere Jubiläumsausstellung  „Wie Menschen Affen sehen“ ist seit dem 31. März für kleine und große Besucher geöffnet. Zwei Wochen Osterferien bescherten unseren „Affen“ enorme Besucherzahlen.

Ob Schimpanse, Gorilla, Orang-Utan oder Bonobo –  die Menschenaffen sind unsere nächsten Verwandten und deswegen wahrscheinlich so interessant für uns. (Und wir auch für sie?)

Die Ausstellung beleuchtet neben grundsätzlichen Themen, wie die komplexen Sozialstrukturen und die intelligente Werkzeugnutzung der Menschenaffen, auch die wohl nicht offensichtliche, aber bereits weit voran geschrittene Bedrohung,  Ausrottung und Vernichtung  unserer Verwandten.

Zentrales Anliegen unserer Jubiläumsausstellung ist jedoch der kulturgeschichtliche Blick auf den Menschenaffen.

Seit Jahrzehnten muss der uns so ähnliche Menschenaffe als Schauobjekt für Zoobesucher herhalten, in kleinste Käfige isoliert gepfercht und alles andere als artgerecht gehalten. In einem großen eisernen Käfig, ganz am Ende der Ausstellung, kann der Besucher nun selbst einmal „Affe im Zoo“ spielen. Ein Umdenken hat inzwischen schon einmal für einen Teil von in Gefangenschaft gehaltenen Tieren dafür gesorgt, dass artgerechte Anlagen, ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Tiere angelegt wurden. Aber nicht nur der Affe im Zoo musste viel über sich ergehen lassen, auch Stars wie „Cheetah“, „Unser Charly“ oder „King Kong“ prägen in bunten Kostümen, absolut vermenschlicht, die Wahrnehmung von uns allen bis heute.

Ein Umdenken vor allem in unserer westlich orientierten Kultur, gibt es spätestens, seitdem sich Vorreiter wie Jane Goodall, Dian Fossey oder Biruté Galdikas  einen Namen in der Verhaltensforschung gemacht haben. Teilweise jahrelang lebten sie mit Schimpansen, Gorillas und Orang-Urans in der Wildnis, wo sie herausgefunden haben, dass Menschenaffen weitaus intelligenter  und uns vor allem, auch weitaus ähnlicher sind als bisher angenommen.

Eben doch nicht nur ein Clown im Affenkostüm!

 

Leider gibt es immer noch Länder, in denen illegal Dutzende von Affen angeboten werden. Als Jungtier gefangen, dienen sie bis zur Pubertät, in der sie unberechenbar werden, als Touristenattraktion, als Versuchstier, als lebender Medizinvorrat oder als Belustigung in Bordellen.

Sehr direkt und anschaulich, manchmal bedrückend, führt die Ausstellung mit offen präsentierten Tatsachen letztlich zu Wahrheiten, vor denen immer noch viele von uns die Augen verschließen. Trotzdem verlässt man das Museum nach dem Besuch keineswegs in bedrückter Stimmung. Metallboxen mit Löchern, häufig für die Beschäftigung von Zoo-Affen aufgestellt, sollen den Besucher animieren, sich Leckereien mit Hilfe von einem Holzstöckchen herauszuangeln.  Eine spaßige Angelegenheit, die jedoch auch Geschick und Konzentration benötigt!

Im Foyer des Museums kann man anschließend dann noch eine gute Tat verrichten, indem man Althandys in die dafür vorgesehene Plexiglas-Säule wirft. In Kooperation mit dem Kölner Zoo sammelt das Museum sie für ein Gorilla-Schutzprojekt.

Viele Grüße aus der Mediathek

Saskia Adolphy

 

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