SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Neanderthal Museum bekommt Jury Preis des Bernd Breuckmann Awards

Die Breuckmann GmbH als Hersteller von präzisen 3D Scannern hat letztes Jahr erstmals den Bernd Breuckmann Award verliehen bei dem besondere 3D Scanprojekte gewürdigt wurden. Das Neanderthal Museum hat sich an der Ausschreibung beteiligt und den Jury Preis für die ‘Digitalisierung eiszeitlicher Fußabdrücke in der Höhle Pech-Merle’ bekommen.

Übergrabe des Bernd Breuckmann Award Jury Preis (Andreas Pastoors und Bernd Breuckmann).

Übergrabe des Bernd Breuckmann Award Jury Preis (Andreas Pastoors und Bernd Breuckmann).

Felsbilder in den Höhlen Südwestfrankreichs und Spaniens zählen zu den spektakulärsten Hinterlassenschaften des eiszeitlichen Menschen. Rund 350 solcher Höhlen sind bislang entdeckt worden. Obwohl die ersten Entdeckungen bereits rund 100 Jahre zurückreichen, ist die Bedeutung der Bilderhöhlen immer noch ungeklärt. In den letzten Jahren hat der die Bilder umgebende Kontext für die Analyse an Bedeutung gewonnen. Hierzu zählen neben dem Höhlenraum selber, die archäologischen Hinterlassenschaften und die überaus seltenen Fußabdrücke, die eiszeitliche Menschen im plastischen Untergrund hinterlassen haben. Solche Abdrücke im Lehm oder Sand sind Momentaufnahmen einzelner Menschen die Auskunft über das Verhalten im dunklen Höhlenraum geben. Insgesamt sind nicht mehr als zehn solcher Höhlen mit Fußabdrücken bekannt.

Im Sommer 2013 hat das Neanderthal Museum zusammen mit Dr. Tilman Lenssen-Erz von der Universität zu Köln ein Forschungsprojekt durchgeführt, in dem die Lektüre der eiszeitlichen Abdrücke im Fokus stand (Tracking in Caves). Hierzu wurden Fährtenleser der San aus dem Nordosten Namibias nach Frankreich eingeladen und unmittelbar mit den Fußabdrücken konfrontiert. Dabei wurden regelhaft Neuentdeckungen von Fußabdrücken durch die namibischen Fährtenleser gemacht. Dies besonders in der Höhle Pech-Merle. Auf einer kleinen etwa 3×3 Meter großen Fläche sind mehrere Fußabdrücke erhalten, die nach Untersuchung der Fährtenleser von fünf verschiedenen Personen hinterlassen wurden. Dies steht in deutlichem Widerspruch zu den bisherigen Meinungen, wonach hier eine Person maximal zwei Personen entlang gegangen sind, bzw. einen rituellen Tanz aufgeführt haben. Da die publizierten Zeichnungen der Fläche die Interpretationen der Fährtenleser nur unzureichend wieder geben lag es nahe, diese Fläche mit modernen Methoden 3D zu scannen. Auf dieser neu geschaffenen präzisen Grundlage, können dann die Ergebnisse der Untersuchungen durch die Fährtenleser sichtbar gemacht werden.

Bertrand Defois, Dirk Hoffmeister, Dirk Rieke-Zapp, Andreas Pastoors und Bernd Breuckmann in Pech-Merle.

Bertrand Defois, Dirk Hoffmeister, Dirk Rieke-Zapp, Andreas Pastoors und Bernd Breuckmann in Pech-Merle.

In der Woche vom 10.3. – 14.3.2014 konnte das Scanprojekt erfolgreich durchgeführt werden. Ergänzt wurden die Arbeiten durch 3D Laserscans des die Fußabdrücke umgebenden Höhlenraums die von Dr. Dirk Hoffmeister vom Geographischen Institut der Universität zu Köln durchgeführt wurden.

Streifenlichtscanner über den Fussabdrücken in Pech-Merle bei der Arbeit.

Streifenlichtscanner über den Fussabdrücken in Pech-Merle bei der Arbeit.

Laserscan bei der Arbeit in Pech-Merle.

Laserscan in Pech-Merle bei der Arbeit.

Mit besten Grüßen, Andreas Pastoors

 

 

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