SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Tracking in Caves – The Homecoming

Wer kennt sie nicht, die beeindruckenden Bilder von Tieren und Menschen in den Naturräumen Afrikas? Der Kontinent bietet immer wieder tolle Motive und Themen für Fotoreportagen, Dokumentationen und andere Geschichten. Wenn es gut geht, spielt die einheimische Bevölkerung eine wichtige Rolle auch über die reine Exotik hinaus, denn erst das Wissen der Einheimischen macht viele Dinge erst möglich. Genauso verhält es sich bei unserem Projekt ‚Tracking in Caves‘, was wir im Sommer 2013 durchgeführt haben. Drei professionelle Fährtenleser der Ju/’hoansi Gemeinschaft aus Tsumkwe in Nord-Namibia (Ui Kxunta, Thui Thao und Tsamkxao Ciqae) hatten uns bis in die Bilderhöhlen nach Südfrankreich begleitet. Dort untersuchten sie an ausgewählten Stellen Fußabdrücke von Menschen, die sich vor 17.000 Jahren in den Höhlen aufgehalten hatten. Im Sommer 2014 wurde darüber bei arte eine 90-minütige Dokumentation ausgestrahlt, die sehr gute Einschaltquoten bekam (‚Fußspuren in die Vergangenheit‘, ein Film von Sylvia Strasser).

Von dem Film liegt nun eine englische Version vor, mit der wir uns in dieser Woche nach Namibia aufmachen. Wir wollen die Ergebnisse des Projekts den Hauptprotagonisten und ihren Gemeinschaften zeigen – darum nennen wir diesen Teil unseres Projektes “The Homecoming” (die Heimkehr). In diesem Fall passt der Satz ‚Bilder sagen mehr als tausend Worte‘ sehr gut, denn wie könnte man die Inhalte des Projektes besser vermitteln, als durch den Film und die entsprechenden Anmerkungen der Hauptprotagonisten.

Damit aber nicht genug: Mit Ui Kxunta, Thui Thao und Tsamkxao Ciqae starten wir eine Tour durch den Norden Namibias, und machen mit dem Film bei verschiedenen Gemeinschaften der San halt. Dabei werden wir von einem didaktisch-pädagogischen Team aus Windhoek begleitet (EduVentures), die speziell für ländliche Schulen Unterrichtseinheiten zu Ökologie, Nachhaltigkeit und Biodiversität entwickeln. Für die lokalen Schüler wurde ein spannendes Programm wie ‚Exkursion mit Fährtenlesern‘, ‚Erstellung einer Karte mit natürlichen Ressourcen‘ oder ‚Ein Abend mit Geschichtenerzählern‘ entwickelt. So sollen sich die Schüler mit den Werten ihrer eigenen Gemeinschaften auseinandersetzen. Rund 4.500 Kilometer werden wir in den kommenden vier Wochen unterwegs sein.

Dass diese unglaubliche Reise erst möglich wurde, verdanken wir der Andrea von Braun Stiftung, die das ‚Homecoming‘ Projekt großzügig finanziert.

Auch diesmal werden wir medial gut begleitet: DIE ZEIT und GEO haben keine Kosten und Mühen gescheut, jeweils einen Schreiber und einen Zeichner bzw. eine Fotografin uns an die Seite zu stellen.

Wann immer es möglich sein wird, werden wir via Twitter und durch Blogbeiträge von der Reise berichten. Begleiten Sie uns ganz bequem über die Expedition Neanderthal Seite, oder über das Portal der Universität zu Köln.

Bis dahin erst einmal …

Mit den besten Grüßen, Tilman Lenssen-Erz (Universität zu Köln) & Andreas Pastoors (Neanderthal Museum)

P1000226 Vorbereitungstreffen in Köln (von links): Urs Willmann, Tilman Lenssen-Erz, Andreas Derebucha, Jörg-Uwe Albig und Marie-Theres Erz. Es fehlt Anastasia Taylor-Lind.

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So sieht sie aus, unsere Reiseroute durch den Norden Namibias.

 

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