Die letzten Ausgrabungen in der Cueva Ardales, Spanien

Diesen Sommer reiste das Forschungsteam des Neanderthal Museums für die letzte Grabungskampagne in der Cueva Ardales wieder nach Andalusien. Seit 2015 ist unser Team zweimal pro Jahr in der Höhle, welche Anfang 2018 mit der neuen Entdeckung von Neanderthaler-Kunst Schlagzeilen gemacht hatte. Um diese neuen Erkenntnisse zu bekräftigen und neue Daten zu gewinnen, arbeiteten wir wieder im Grabungsschnitt Zone 3, direkt unterhalb einer großen Wandfläche mit roten Punkten. In diesem Schnitt hatten wir bereits in den Kampagnen zuvor Bodenschichten des Mittelpaläolithikums entdeckt. Wir trafen auch unsere spanischen Kollegen wieder, mit denen wir bereits seit Anfang der Grabungen zusammenarbeiten, um die Ausgrabung nun zum Abschluss zu bringen.

Die tägliche Arbeit in Zone 3

Hier saßen wir nun, Schulter an Schulter, um Schichtverläufe und Funde zu dokumentieren, während andere Teammitglieder im Labor oder im Büro weitere Schritte der Nachbearbeitung unternahmen. Im Labor und dem Büro wurde Sediment gewaschen und sortiert, und hier wurden auch die Funde in unseren Katalog eingetragen. Wir freuten uns besonders auf die zahlreichen Besucherinnen und Besucher nach der diesjährigen ESHE Konferenz in Faro, unter anderem die Kollegen Dirk Hoffmann (Leipzig) und Chris Standish (Southhampton), die neue Proben der Wandkunst entnahmen.

Proben der Kunst aus Hoffmann et al., 2018 (Science 359/6378, S. 912-915)

Wir waren traurig, nach so vielen Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit Andalusien zurück zu lassen, aber freuen uns auf die nächste Phase des Projekts – die Datenauswertung. Nun, da die Fundstelle geschlossen ist, sind wir bereit neue Erkenntnisse aus den Daten zu gewinnen und weiter unseren Beitrag zur Erforschung der Kultur der Neanderthaler beizutragen.

Taylor Otto, Wissenschaftliche Museumsmitarbeiterin & Doktorandin an der Universität zu Köln