Forschung im Museum: Das DISAPALE-Projekt

(Digitale Sammlung Paläolitischer Leitformen)

Das DISAPALE-Projekt verfolgt das Ziel, die ca. 500 bekannten Typen prähistorischer Steinartefakte zu digitalisieren, zu katalogisieren und der Öffentlichkeit und Forschung zugänglich zu machen. Hierzu sollen in den nächsten drei Jahren Steinartefakte 3D-gescannt und auf der Online-Plattform „NESPOS“ (Neanderthal Studies Professional Online Service) veröffentlicht werden (mehr zu NESPOS hier). Das Projekt ist eine Kollaboration des Neanderthal Museums mit der Friedrich-Alexander Universität Erlangen und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Die wissenschaftliche Leitung des Projekts hat Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger (Neanderthal Museum), bearbeitet werden die Artefakte von den Projektmitarbeitern Gianpiero Di Maida (Post-Doc, Neanderthal Museum) und Jan Sabri Cetinkaya (wiss. Mitarbeiter, Neanderthal Museum).

Die Digitalisierung wird durch einen Streiflichtscanner der Marke Breuckmann (smart-scan 3D) und der aktuellen Software (Optoscan 2018) vorgenommen. Ergänzend sollen weitere Methoden, wie etwa ‚Structure from Motion‘, zum Einsatz kommen. Unsere Vorgehensweise zielt auf einen Vergleich der unterschiedlichen Digitalisierungstechniken ab. Die prähistorischen Artefakte, die im Zuge des Projekts digitalisiert werden, stammen aus der Lehrsammlung der Friedrich-Alexander Universität Erlangen und der Sammlung des Neanderthal Museums. Hier, in den Räumlichkeiten der Museums-Sammlung, werden sie auch von Herrn Di Maida und Herrn Cetinkaya gescannt.

Die Grundlage zur Umsetzung des Projekts bilden die bekannten Typologien prähistorischer Steinartefakte in der Fachliteratur, wie etwa Bordes: „Typologie du Paléolitique ancient et moyen” (Paris 2000) oder Floss (Hrsg.): „Steinartefakte. Vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit“ (Tübingen 2013). Ein weiteres Ziel des DISAPALE-Projekts ist, die bestehenden Typologien kritisch zu betrachten und mögliche Alternativen aufzuzeigen.

Das Projekt hat eine geplante Laufzeit von drei Jahren. In dieser Zeit wird das Projektteam in regelmäßigen Abständen Updates über seine Arbeit und den Fortgang des Projekts über die Social Media-Kanäle des Neanderthal Museums veröffentlichen. Up to date bleibt man am besten im Museumsblog, Facebook und Twitter: @ExpeditionNM

P.S. Am 25. November stellen sich unsere Forscher/innen am TAG DER FORSCHUNG im Museum persönlich unseren Besucher/innen vor! Auch die Kollegen von DISAPALE beantworten dort gerne Fragen zu ihrer Arbeit.

Kontakt zu DISAPALE:

 

ENGLISH TRANSLATION

DISAPALE stands for „Digitale Sammlung Pläolitischer Leitformen“, which is German for „Digital collection of lithic typological forms“. It is a project of the Neanderthal Museum in collaboration with the Friedrich-Alexander University of Erlangen-Nürnberg, financed by the BMBF, the Bundesministerium für Bildung und Forschung (Federal Ministry of Education and Research).

The main objective of DISAPALE, as the project title already suggests, is to digitalize about 500 different typological forms known in scientific literature (with about 4 or 5 variants per type) and make them available on the NESPOS platform for archaeology students and professionals alike.

The people involved in this project are Prof. Dr. Gerd-Christian Weniger, the scientific supervisor; Gianpiero Di Maida, post-doc; and Jan Cetinkaya, scientific collaborator at the Neanderthal Museum.

The recording process will be done mainly using a Breuckmann smart-scan 3D and Optoscan software 2018. But case-by-case, the programme Structure from Motion will be tested on the way to compare results and to also produce new data about the methodology of the recording.

The basis for the realization of the planned catalogue will be the known-from-the-literature types’ lists (e.g. Bordes “Typologie du Paléolitique ancient et moyen” Paris 2000, or Floss’ (ed.) „Steinartefakte. Vom Altpaläolithikum bis in die Neuzeit“, Tübingen 2013). We are well aware of the constitutional problems that the typological approach at the study of the lithics brings with itself. Keeping these issues in mind, and in the light of most recent research (BIBLIO), another objective of the project aside from recording will be that of highlighting and then addressing possible elements of criticism on the classic typological approach and to suggest alternatives.

The project will last 3 years, regular updates will be given via the official channels of the Neanderthal Museum (this blog and the twitter account, @ExpeditionNM)!