Forschung im Museum: Das Paläolithikum im Rheinland

Im September diesen Jahres startete im Neanderthal ein Projekt zum Paläolithikum im Rheinland mit einer Laufzeit von vier Jahren. Es wird gemeinschaftlich finanziert vom Landschaftsverband Rheinland und der Stiftung Neanderthal Museum in Kooperation mit dem Rheinischen Landesmuseum Bonn und dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Köln.

Worum geht es? Seit mehr als 100 Jahre werden vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege und seinen Vorgänger-Institutionen als paläolithisch registrierte Funde und Fundstellen archiviert. Das gesamte Archiv wird nun systematisch überprüft. Die sehr heterogenen Informationen werden vereinheitlicht, auf den neuesten Stand gebracht und den vier beteiligten Institutionen für ihre tägliche Arbeit zugänglich gemacht.

Karte der altsteinzeitlichen Fundstellen in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf (blaue Punkte) auf der Verbreitung des eiszeitlichen Lösses (in den Kaltzeiten vom Wind abgelagerte feinkörnige Sedimente: Gelbtöne).

Dazu werden die vor vier Jahren erstmals aus unterschiedlichsten analogen und digitalen Archiven der rheinischen Bodendenkmalpflege in einer digitalen Gesamtdatenbank zusammengeführten Informationen lektoriert und, wo nötig und noch möglich, sukzessive am Fundmaterial und den Fundstellen selbst überprüft, aktualisiert und ergänzt.

Der Faustkeil von Hochdahl, das möglicherweise älteste Steinwerkzeug Nordrheinwestfalens (Foto: Rheinisches Landesmuseum Bonn)

Im aktualisierten Zustand wird die Datenbank nicht nur als Entscheidungsgrundlage die Planung und Ausführung zukünftiger bodendenkmalpflegerischer Maßnahmen erleichtern, sondern auch die Möglichkeit bieten, sowohl das wissenschaftliche Potential einzelner Fundstellen als auch die Funde in ihrer Gesamtheit neu zu bewerten. Auf der Datengrundlage können neue Forschungsfragen und Projekte entwickelt werden.

TIPP: Am Tag der Forschung reden wir mit euch gerne über unsere aktuelle Forschung und neue wissenschaftliche Projekte!

Kontakt:

Dr. Daniel Schyle