Archiv des Autors: Mareike Holtkamp

Jules Praktikum im Neanderthal Museum

Hi,

Mein Name ist Jule. Ich studiere im 2-Fach-Bachelor Archäologie und Kunstgeschichte und absolvierte im September ein dreiwöchiges Praktikum hier im Neanderthal Museum.

In diesem Beitrag möchte ich ein bisschen darüber erzählen, wie mein Praktikum so verlaufen ist.

Vorab kann ich sagen, dass alle anfängliche Nervosität am ersten Arbeitstag vollends unbegründet war. Dieser begann um neun Uhr morgens. Zuerst wurde ich dem wirklich ausnahmslos freundlichen Team vorgestellt, dessen  Mitglieder mir im Laufe der Wochen immer wieder bei Problemen und Fragen weiterhelfen konnten. Anschließend gab mir eine meiner Bezugspersonen eine Führung durch die Dauerausstellung des Museums, was mir die Möglichkeit bot, auch fachlich dazuzulernen. Ich half beim Putzen und begleitete den Kontrollrundgang, welchen ich dadurch später dann auch alleine übernehmen konnte.

In den nachfolgenden Tagen kamen viele neue Aufgaben hinzu. Flyer sortieren, Blätter laminieren und andere typische Praktikantenarbeiten gab es natürlich auch. Trotzdem hat es  mich immer wieder überrascht, wie viel Vertrauen man mir entgegengebracht hat. Ich durfte in der Sonderausstellung beim An- und Abmontieren der Fotografien helfen, habe Aufsicht im Museum gehalten, für Einkäufe recherchiert und hatte eine, im wahrsten Sinne des Wortes, tragende Rolle beim Transportieren wertvoller Schädelmodelle. Auch in der Steinzeitwerkstatt war ich willkommen. Ich durfte bei einigen Workshops zusehen und hin und wieder bei kleineren Arbeiten aushelfen. In einer Pause wurde mir sogar angeboten, selbst einmal einen Steinzeitbogen in die Hand zu nehmen und auf eine Zielscheibe zu schießen. Falls hin und wieder keine Aufgaben mehr für mich anstanden, gab man mir Artikel zu steinzeitlichen Themen und Fotos älterer Sonderausstellungen des Museums, die ich mir ansehen durfte.

Ich habe nicht nur umfangreiche Einblicke ins Berufsleben und wissenswerte Informationen zum Thema Archäologie erhalten, sondern auch viele nette Menschen kennengelernt. Alles in allem bin ich mehr als glücklich mein Praktikum hier absolviert zu haben.

Autorin: Jule Feichtner

Inklusion im Neanderthal

Diversity Challenge, Touchpoint Workshops, barrierefreie Fußgängerbrücken – ihr merkt, wir im Neanderthal Museum setzen uns immer mehr mit dem wichtigen Thema Inklusion auseinander.

Ein besonderer Fokus innerhalb dieses allumfassenden Themas liegt bei uns darauf, Menschen mit Sehbehinderung Zugang zu unseren Inhalten und Ausstellungen zu verschaffen. Die Frage dabei ist natürlich: WIE?

Wir Museen sind traditionell sehr visuell geprägt. Wir stellen empfindliche Objekte wie Schädel, Schwerter oder Bücher hinter Glas aus, weil wir davon ausgehen, dass unsere Besucherinnen und Besucher mit etwas Begleittext die großartige Geschichte hinter diesen Objekten nachvollziehen können. Das Problem ist nur: sieht man diese Objekte nicht und kann man auch die dazugehörigen Texte nicht lesen, hat ein Museumsbesuch wenig Nutzen…

Das möchten wir ändern. Wir finden, dass die Geschichte des Neanderthals, des Neanderthalers und die Humanevolution keinem vorenthalten werden darf.  Zum einen erweitern wir unser Bildungs- und Vermittlungsprogramm:

Mit dem Workshop TOUCHPOINT: Gefühlte Menschheitsentwicklung haben wir ein Tasterlebnis für Sehnende, Seheingeschränkte und Blinde geschaffen. Am reservierten Tisch in der Cafeteria – unserem TOUCHPOINT- sitzt man in gemütlicher Runde. Wir reichen euch Dinge, die ihr sehen, riechen, schmecken, tasten und hören könnt. Eine außergewöhnlich sinnliche Annäherung an die Menschheitsgeschichte! Wer möchte, bestellt sich dazu noch eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wasser. Sehende bekommen eine Schlafmaske, um sich mehr auf ihre weiteren Sinne konzentrieren zu können.

Save the date: In der Woche des Sehens bieten wir von Dienstag (9.10.) bis Sonntag (14.10) das Programm täglich im Museums-Café an! Mehr dazu findet ihr unter www.woche-des-sehens.de/veranstaltungskalender/

Davon abgesehen planen wir mit Start im Jänner 2019 ein umfangreiches Forschungsprojekt – NMsee – in dessen Verlauf wir einen vollkommen neuen, inklusiven Zugang zu den Inhalten unserer Dauerausstellung schaffen werden. Dies gelingt über taktile Exponate, Bodenleitsysteme, taktile Schilder und ein inklusives App Game. Spannend, nicht wahr? Mehr zum Projekt und zu inklusiven Gaming liest ihr in diesem Blogeintrag: https://bkw.hypotheses.org/677

Unser Ziel ist es, das hoch angesetzte Ziel eines „Museums für Alle“ zu erreichen. Helft uns dabei, indem ihr uns eure Ideen und Wünsche mitteilt!

Spatenstich für den Masterplan!

Heute erfolgte bei strahlender Spätsommer/Herbstsonne (hier scheiden sich die Geister) der Spatenstich für den lange ersehnten Masterplan Neanderthal. Im Zuge dieses zweijähgrigen Bauprojektes wird das für Hominine und Museum namensgebende Tal ein frisches, modernes Anlitz erhalten.

Nach Dankesworten von Stiftungsratsvorsitzenden Prof. Gert Kaiser, Mettmanns Bürgermeister Thomas Dinkelmann, Landrat Thomas Hendele, Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz und Detlef Reinders von der Bezirksregierung griffen die Herren zum Spaten und eröffneten damit offiziell die Baustelle. Wir im Museum sind sehr gespannt auf die Umsetzung der geplanten Maßnahmen, wei sie unseren Besucherinnen und Besuchern eine Unmenge an neuem Komfort, Unterhaltung und Naherholung bieten. Der Masterplan umfasst dabei (unter anderem) folgende Komponenten, alle im nahen Umfeld des Museumsgebäudes:

  1. Eine „Y“-förmige Brücke, die eine barrierefreie Verbindung zwischen Parkplatz, Spielplatz und Museum bietet:

    (Blick auf die „Museumsbrücke“ über Mettmanner Bach und Düssel, von Richtung Museumsvorplatz aus)

  2. Einen tollen neuen Steinzeit-Spielplatz am Düsselufer! *YEAH*

    Spielplatz-Entwürfe von KuKuk GmbH

     

  3. Die Renaturierung der Düssel, sowie die Anpassung des Einmündungsbereichs von Mettmanner Bach und Düssel. Es wird also langfristig wieder schön natürlich grün 😉

Alle Fans unserer alten Neanderthaler-Skulpturen können übrigens beruhigt sein: die Skultpuren sind sicher verwahrt und werden im Laufe des Umbaus an ihre neuen, aufgefrischten Standorte gebracht!

Während der Dauer der Bauarbeiten empfehlen wir autofahrenden Besucherinnen und Besuchern, den Parkplatz der S8-Station „Neanderthal/Museum“ zu nutzen. Nach Ende des großen Umbaus steht dann der Parkplatz direkt gegenüber des Museums wieder in seiner vollen Pracht zur Verfügung 😉 Auf der offiziellen Webiste des Masterplans findet ihr noch mehr Details und Planmaterial: http://www.masterplan-neandertal.de

Bis dahin sind wir schon neugierig auf alle kleinen und großen Fortschritte im Tal und halten euch am Laufenden!

 

Anna Riethus

Feste und Fotos

Planung, Vorbereitung & Umsetzung von Museumsfest und Sonderausstellung

Kurz vor der finalen Phase des Aufbaus der kommenden Sonderausstellung Wisent, Bison, Buffalo und nach dem sehr erfolgreichen und schönen Museumsfest wollen wir ein bisschen von unseren Vorbereitungen, Planungen und Umsetzungen für das Museumsfest und die kommende Sonderausstellung berichten. Wir, das sind Carina Bammesberger, wissenschaftliche Volontärin im Bereich Ausstellungsprojekte und Florian Gumboldt, wissenschaftlicher Volontär in der Abteilung Bildung und Vermittlung!

Die Organisation des Museumsfestes fällt immer in den Bereich des wissenschaftlichen Volontärs der Abteilung Bildung und Vermittlung. Wie auch im vergangenen Jahr ist es meine (Florian) Aufgabe gewesen, dass diesjährige Museumsfest zu planen und umzusetzen. Bereits im November des vergangenen Jahres hatte ich mit der Planung für das Fest begonnen. Erste Ideen für besondere Aktionen, „Save the Date“-Mails an unsere vielen externen Akteure und ein erster Material-Check gehörten zu dieser frühen Planungsphase. Weitere sollten folgen…!

Fröhliches Ofenbauen für das Brotbacken

Zwei Wochen vor dem Museumsfest gab es mein erstes persönliches Highlight. Nachdem im vergangenen Jahr unser alter Lehmofen, nach 20 Jahren, zerbrochen war, haben Archäologe Wolfgang Heuschen, Archäologie-Studentin Joana Steffens und ich einen neuen gebaut. Nach zwei Tagen harter Arbeit, Faszination, Frustration, Hitze, viel Wasser, Eis und Pommes (Vielen Dank an Biene!) konnte dieser endlich zum Trocknen im Museumsgarten aufgestellt werden. In den letzten zwei Wochen vor dem Museumsfest stand dann der letzte Materialcheck an, bei dem ich von unserer Praktikantin Maike unterstützt wurde. Für unsere Speerschleuder-Station wurden von uns die letzten Speere gefertigt, die fehlenden Ersatzteile für unsere Jurte besorgt (Die Jurte hatte sich im vergangenen Jahr, während eines Sturms, selber abgebaut!) und die Verpflegung für unsere Akteure und Helfer eingekauft.

Sommerliches Wetter am Museumsfest

Den Freitag vor dem Museumsfest haben wir genutzt, um die Drängelgitter, die Pavillons und Biergarten-Garnituren am Fundort und im Museumsgarten aufzubauen. Obwohl das Fest am Samstag erst um 14 Uhr seine Tore geöffnet hat, waren wir schon gegen 10 Uhr vor Ort. Vor Eröffnung musste das Material an die einzelnen Stände verteilt werden, die ankommenden Akteure und Helfer eingewiesen werden und letzte Probleme gelöst werden. Wie immer dauert dies bis zur letzten Minute (14:05!!!). Doch am Ende konnten wir eines der erfolgreichsten Museumsfest bisher feiern, vielen kleinen und großen Besuchern zwei unvergessliche Tage bieten und ein tolles Fest am Sonntagabend mit einem gemütlichen Grillabend für alle Akteure und Helfer abschließen. In der folgenden Woche wurden die letzten Materialien zurück an ihren Platz geräumt und danach der Abbau der Sonderausstellung „Eiszeit-Safari“ gestemmt. Die neue Sonderausstellung „Wisent, Bison, Buffalo“ kann kommen und das nächste Museumsfest, im kommenden Jahr, auch das nächste Museumsfest, im kommenden Jahr, auch!

Tinka mit Carina in der Wisentwelt

Die Planung und Gestaltung der kommenden Sonderausstellung Wisent, Bison, Buffalo fällt in meinen (Carina) Aufgabebereich. Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Fotoausstellung mit Fotographien über amerikanische Buffalo von Heidi und Hans-Jürgen Koch. Da das Neanderthal Museum ein Vor- und Frühgeschichtliches Museum ist, war es unser Anliegen, auch die eiszeitlichen Steppenbisons und die noch heute lebenden Wisente in die Ausstellung zu integrieren. Beides sind übrigens Verwandte des amerikanischen Buffalos. Ich recherchierte nach eiszeitlichen Kleinkunstobjekten,  zumeist Schnitzereien aus Geweih, die Steppenbisons abbilden.

Höhlenkunst aus Niaux, Frankreich

Aus der hauseigenen Sammlung von Fotographien eiszeitlicher Höhlenbilder suchte ich die schönsten Darstellungen von Steppenbisons aus. Mit der Auswahl aller Objekte ging es an den Ausstellungsplan – wo und wie sollten die Objekte in unserer Ausstellungsfläche präsentiert werden? Informationstexte zu den einzelnen Bereichen der Ausstellung und zu jedem einzelnen Objekt dürfen in einer Ausstellung natürlich auch nicht fehlen. Um mich über die heute noch lebenden Wisente zu informieren, besuchte ich zusammen mit Florian die Wisentwelt in Wittgenstein. Von hier nahmen wir Anregungen für Kinderstationen in unserer Ausstellung und Infomaterial über die Wisentzucht mit, die in der Ausstellung für den Besucher zur Verfügung gestellt werden sollen. Die fertige Ausstellung, mit Kleinkunstobjekten, Höhlenmalereien und den beeindruckenden Buffalobildern, kann ab dem 15.9.2018 bestaunt werden!

Kollegin Hucklenbruch mit Staplerführerschein – bei Auf/Abbauten ein Hit!

 

Maikes Praktikum im Neanderthal Museum

Hi,

ich heiße Maike, studiere Archäologische Wissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum und mache bis zum Museumsfest (25.-26. August) ein 4-wöchiges Praktikum im Neanderthalmuseum im Bereich Bildung und Vermittlung. In meinem Blogeintrag werde ich ein bisschen davon erzählen, was meine Tätigkeiten hier waren, ob es mir Spaß gemacht hat und ich ein Praktikum hier empfehlen kann oder nicht 😉

Einen typischen Tagesablauf gab es bei mir nicht unbedingt. Angefangen habe ich meistens um 9 Uhr in der Verwaltung an meinem Computerarbeitsplatz in der Mediathek. Dann habe ich oft den morgendlichen Kontrollrundgang durchs Museum mitgemacht, später auch alleine, oder mich Rechercheaufgaben zu bevorstehenden Sonderausstellungen gewidmet. Manchmal habe ich auch ein paar „typische Praktikantenarbeiten“ erledigt, wie z.B. Postkarten in Briefe legen oder die Eisgutscheine für warme Hitzewellen-Sonntage ausdrucken. Die meiste Zeit hatte ich aber spannendere Aufgaben. Ich habe auch meinen Beitrag zum Kinderprogramm „Steinzeitkrimi“ geleistet – was genau darf ich natürlich nicht verraten! Nur so viel: ich konnte dabei auch meine kreative Ader einsetzen. Sogar an einem Ausstellungstext für eine kommende Sonderausstellung durfte ich mich nach gründlicher Recherche versuchen.

Durch meine Vorgesetzte in der Verwaltung, Carina Bammesberger, bin ich sogar auf der Instagram-Seite des Museums zu sehen. Wir hatten montags Putztag, und beim Wischen des Stammbuschs* durfte ich hinter der Neanderthalerin Modell stehen.

Im Laufe des Tages wurde ich oft zu meinem anderen Vorgesetzten, Florian Gumboldt, in die Steinzeitwerkstatt gerufen. Die Aufgaben dort waren wieder vollkommen anders. Ich habe viel bei der Vorbereitung des Museumsfests am 25. und 26.8. geholfen, z.B. beim Bau von neuen Speeren. Zusätzlich habe ich an Kinderprogrammen teilgenommen und ein wenig meiner Archäologen-Tätigkeit, dem Graben, nachgehen können. Mit Florian zusammen habe ich einen Profilschnitt durch den alten Lehmofen des Museumsfests angefertigt. Von den Kinderprogrammen bin ich immer noch beeindruckt, da sie so realitätsnah wie möglich durchgeführt werden. Beim Workshop „Steinzeitmesser“ z.B. wird zum Kleben von Feuersteinklingen in Holzschäftungen eine Mischung aus Bienenwachs und Baumharz genommen, Rückstände die auch an steinzeitlichen Werkzeugen nachgewiesen wurden. Für mich persönlich war das Highlight aber das Feuermachen, das mit einem Feuerstein, Markasit (Katzengold), einem Stück Zunderpilz und Holzspähnen vor den Kindern gezeigt wurde. Das habe ich auch selbst lernen können und deswegen hat mir das Praktikum so gesehen auch beim Überleben in der Wildnis oder bei einem totalen Stromausfall geholfen.

Total super war, dass ich mich auch selbst am Bogenschießen probieren konnte. Jeden zweiten Mittwoch ist nachmittags an der Steinzeitwerkstatt ein Bogentreff mit größtenteils selbstgebauten Bögen. Ich durfte dort mitschießen und habe auch meinen Gefallen am Bogenschießen gefunden.

Durch Zufall habe ich im Museumsshop sogar einen neuen Rucksack für mich gefunden: Die Firma Kultbag hat für das Museum aus den alten Werbeplanen für die Sonderausstellungen Taschen und Rucksäcke hergestellt. Ich habe einen richtig schönen mit Schmetterlingen von der Ausstellung „Tierreich: Schwärme, Herden, Kolonien“ erworben.

Nun also dazu, ob ich ein Praktikum hier im Neanderthalmuseum empfehlenswert finde oder nicht: Wie man an meinem Bericht wahrscheinlich schon gemerkt hat, finde ich es definitiv empfehlenswert. Man erhält Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Museums und darf hinter die Kulissen schauen. Das Praktikum ist wirklich vielseitig und wird absolut nicht langweilig. Die MitarbeiterInnen in der Verwaltung, der Haustechnik, im Museum, in der Steinzeitwerkstatt und der Forschungsabteilung dort sind alle super nett und man bekommt das Gefühl, ein Teil des Teams zu sein, dem Vertrauen entgegengebracht wird und nicht eine weitere Praktikantin zu sein, dem unwichtige Aufgaben erteilt werden.

Zum Schluss war es noch meine Aufgabe, ein Ausstellungsstück aus dem Museum zu wählen, das mich aus irgendeinem Grund besonders fasziniert hat oder in Erinnerung bleiben wird. Ich habe das Gehirn in seiner Vitrine ganz oben im Museum gewählt. Ich fand es schon am Anfang faszinierend, dass wirklich ein echtes Gehirn im Museum ausgestellt wurde und eine alte Frau es an das Museum gespendet hat. Und dann hatten Carina Bammesberger und ich die Aufgabe, unter anderem diese Vitrine zu putzen, was sich als super kompliziert herausgestellt hat. Wir waren mit einem unserer Haustechniker und einer Leiter am Werk und meine langen Arme waren definitiv von Vorteil, um alle Ecken der Vitrine zu erwischen.

Maike Bonnmann

*Der Stammbusch ist die offizielle Bezeichnung für die Holzinstallation, auf der sich die lebensechten Nachbildungen der Hominiden befinden. Stammbaum wäre hier nicht die richtig Bezeichnung, da man die Menschheitsentwicklung nicht als linearen Prozess von einer Form zur nächsten sehen kann. Die verschiedenen Hominiden haben ja auch nebeneinander existiert und sich untereinander vermischt.

Die Neanderthalerin: An alle Spitznasen!

Die Spitznasen vom Neanderthal Museum haben mir erzählt, dass ich es schaffe, viele andere Spitznasen zu erreichen, indem ich diesen Text schreibe. Sie erklärten mir, dass wenn sie den Text online stellen (ich weiß nicht genau, was das bedeutet), lesen ganz viele Spitznasen, was ich zu sagen habe.

Und was ich Euch zu sagen habe, ist sehr wichtig!

Viele, viele Spitznasen haben ein seltsames Bild von uns Neanderthalern. Versucht es doch selber mal: schließt einmal Eure Augen und stellt euch einen Neanderthaler vor … er ist bestimmt männlich, ein richtiger Muskelprotz, sehr haarig, hält eine Keule in der Hand und sieht im Gesicht ein wenig … dumm aus … richtig?

Nun, ich habe mir vorgenommen, dieses Bild von den Neanderthalern aus den Köpfen der Spitznasen zu vertreiben und euch alle zu Jägerinnen und Jägern auszubilden. Mein Name ist Nani und ich bin eine Neanderthalerin. Ich nehme Euch mit und zeige Euch, wie wir Neanderthaler gelebt haben. Zusammen entdecken wir den Ort, an dem 1856 alles begonnen hat. Das war nämlich hier im Neanderthal. Ich zeige Euch, wie man jagt und was wichtig ist, über die Tiere zu wissen. Außerdem zeige ich Euch, dass es als Neanderthaler nicht nur wichtig war zu jagen. Sie mussten auch viele andere Dinge, wie zum Beispiel das Fährten lesen, Werkzeuge bauen oder Feuer machen. Wenn ihr erst einmal das eiszeitliche Jägertraining geschafft habt, dann nehme ich Euch mit ins Museum und zeige euch, was das Neanderthal Museum alles über die Geschichte der Menschheit erzählt. Es gibt da so Einiges, dass mich ganz aufgeregt macht, dass würde ich Euch gern zeigen.

Ach so— und vielleicht könnt Ihr mir auch bei einem Problem weiterhelfen… aber das erzähle ich Euch besser, wenn Ihr hier seid.

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns kennenlernen würden! Ich warte im Museumsgarten auf Euch! Bis dahin,

Eure Nani

Anmerkung des Museums: wenn ihr Nani kennenlernen und ihr vielleicht bei ihrem Problem helfen wollt, arrangieren wir gerne ein Treffen! Infos dazu gibt’s unter http://www.neanderthal.de/de/erlebnisfuehrungen.html

Diversity Challenge

Diversity. Seit einigen Jahren kommt man gefühlt nicht mehr an diesem geheimnisvollen Wort vorbei. Dabei wissen die Wenigsten, was diese neun Buchstaben eigentlich beinhalten. Übersetzt heißt „Diversity“ Vielfalt, doch die gesellschaftliche Bedeutung – gerade in einer multikulturellen Gesellschaft wie unseren – wird meist unterschätzt. Diversity steht für die Akzeptanz jeglicher persönlicher Dimensionen eines Menschen. Darunter fallen Dimensionen wie Alter, ethnische Zugehörigkeit, Geschlecht, sexuelle Orientierung, physische Fähigkeiten und Religion/ Weltanschauung:

Grafik Diversity Dimensionen Quelle: https://www.charta-der-vielfalt.de/die-charta/, letzter Zugriff am 26.07.2018

Dieses Mosaik aus persönlichen Bausteinen kann man noch um zahlreiche Dimensionen erweitern. Für unsere Gesellschaft, die von Tag zu Tag diverser wird, ist es unglaublich wichtig, dass Themen wie ethnische Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung und Identität jeglicher Formen anerkannt und lebenswert gestaltet werden. Kleine Schritte wie ein D für Divers auf Stellenausschreibungen, anstatt wie vorher nur W und M, könnten schon viel verändern, damit sich Menschen akzeptierter und wohler in unserer Gesellschaft fühlen.

Die Charta für Vielfalt e.V. hat sich genau dies auf die Fahne geschrieben und startete einen Diversitätswettbewerb. Die Diversity Challenge der Charta für Vielfalt e.V. startete dieses Jahr und beinhaltet Wettbewerbsbeträge von vielen verschiedenen Institutionen und Gewerben (s. Video). Bis März 2019 erarbeiten die Gruppen in einem Projekt, wie man Diversity in ihrer Institution besser eingliedern und wie man auf Diversity besser aufmerksam machen könnte.

Wir vom Neanderthal Museum haben mit großer Freude eine Anmeldung für den Wettbewerb losgeschickt und sind über die Annahme sehr glücklich. In den nächsten Wochen und Monaten wird unser Museum <3 Diversity-Team unser Projekt ausarbeiten und die Fortschritte auf den Social Media-Seiten des Museums beschreiben. Die Planung, wie wir für mehr Diversity einstehen wollen, ist schon abgeschlossen und unser roter Faden für das Projekt ist auch schon gefunden.

Bis zum nächsten Mal – immer schön divers bleiben.

Euer Museum<3Diversity-Team

(Autor: Dustin Welper, Museumsführer)

(Videolink: Erklär-Video Diversity Challenge)

Kimchiii! Neanderthal in Korea

Auch ohne das koreanische Äquivalent unseres Foto-Schlachtrufs „Cheeseeee“ hat man auf Dienstreise in Süd-Korea jede Menge Gründe für ein seliges Lächeln. Vor etwa einem halben Jahr kontaktierte uns das Seokjangni-Museum aus Süd-Korea, das eine neue Sonderausstellung zum Thema „Neanderthaler“ geplant hatte. Nachdem unser Museum hierfür ein denkbar geeigneter Partner ist, beschloss man:

Wir stellen Seokjangni den Skelett-Abguss unseres Neanderthalers, Informationen, Beratung und Medien, und dafür fliegt ein unverschämt glücklicher Mitarbeiter zwecks Konferenzbeitrag, Führungen und Vortrag nach Asien. Ein guter Deal, wenn man besagter Mitarbeiter ist. Ungemein lästig, wenn man als Kollege weiterhin im Mettmanner Büro sitzt und am laufenden Band koreanischen Food Porn gewhatsappt kriegt:

Für all jene, deren Geografiekenntnisse ähnlich frisch sind wie die meinen (und besonders für jene, welche alle Teile Asiens mit einem ahnungslos-gleichgültigen „China“ abstempeln): Seokjangni ist die am frühesten wissenschaftlich ergrabene paläolithische Fundstelle Süd-Koreas, liegt etwa in der östlichen Mitte des Landes und somit nahe der 130.000 Einwohner zählenden Stadt Gongju. Die nähere Umgebung hat mehrere UNESCO-Kulturdenkmäler zu bieten, so zum Beispiel die Gongsanseong-Festung oder die königlichen Gräber von Songsan-ri. Seoul, die 10-Millionen-Einwohner-Hauptstadt Südkoreas, liegt gute zwei Stunden Busfahrt nahe der Ostküste in Richtung Norden. Seokjangni und Gongju hingegen sind von bewaldeten Hügeln umgeben und werden von einem Fluss mittig geteilt.

Links: Lage von Seokjangni. Wir reisten über Incheon Airport an und wurden per Bus in die Landesmitte gebracht. Rechts: Gongsanseong-Festung

An Flussufer liegen Fundstelle, Museum und Festivalgelände von Seokjangni. Stadt und Museum arbeiten eng zusammen, um alle zwei Jahre das mehrtägige „World Palaeolithic Festival“ auf die Beine zu stellen, diesmal von . „World“ im Sinne von international – es werden Gäste aus Japan, Frankreich, Marokko und eben auch Deutschland eingeladen. „Palaeolithic“ im Sinne von „ziemlich paläo“ – neben lokalen und internationalen Steinzeit-Koryphäen taucht gerne mal ein zotteliger Walking Act im Leoparden-Janker* auf, um ein allgemeines „Ugha“ zu äußern. Und „Festival“ im Sinne von Party auf einem Gelände mit Größe der Düsseldorfer Altstadt, und zwar mit allem, was bei uns ein Museumsfest, Jahrmarkt, Stadtfest, Fortbildungstag sowie Lichterfest im Kombination bieten würden.

(Man beachte den Pfeil unten links im Plakat)

Die deutschen Kollegen in Aktion, von links oben nach rechts unten: Wulf Hein, Ruth Hecker, Cornelia  Lauxmann. Links unten die koreanischen Walking Acts

In Zusammenarbeit mit unserer Ausstellungsabteilung und Leihgaben aus Berlin haben die koreanischen Kollegen eine gute Einführung zum Thema Neanderthal gestaltet. Bei meinen täglichen Führungen kam belustigenderweise auch immer wieder die Frage, ob denn nicht alle Europäer direkt vom Neanderthaler abstammten? Knapp daneben, wie wir erklären konnten. Übersetzerin „Joyce“ (für Europäer werden gerne englische Ersatznamen angeboten) erklärte desweiteren, dass einer der einführenden Ausstellungstexte freundlicherweise darauf hinwies, Europäer bitte nicht als Neanderthaler zu bezeichnen – sie könnten es als Beleidigung missverstehen 😉 Insbesondere medial war die Sonderausstellung „Neanderthal man“ auf neuestem Level, und begeisterte beispielsweise mit einem berührungssensitiven Media-Wall für die jüngsten Besucher.

Die Sonderausstellung, die tollen Volunteers und unsere Dolmetscherin

Einen Tag vor Festival-Beginn wurde am lokalen Unicampus das Seokjangni Forum, eine Konferenz zum Austausch über erfolgreiche Wissensvermittlung in der paläolithischen Forschung abgehalten. Dort bekam unser Beitrag zur Museumspädagogik und unseren neuen Ausstellungen reichlich Applaus, nicht zuletzt dank der von unserer stellvertretenden Direktorin Dr. Auffermann eingesprochenen koreanischen Begrüßungsworte. Also 안녕하십니까!

Nach Forum, Festival und zahlreichen, traditionell koreanischen Geschäftsessen gab es noch einige Tage in der Hauptstadt Seoul, bevor es zurück nach Deutschland ging. Es war eine unerfreuliche Abreise, denn ein Land, das nebst besonderer Höflichkeit, Gastfreundschaft und absurd hoher Arbeitsmotivation selbst aus Tierfüßen Köstlichkeiten fertigen kann, will  man einfach nicht verlassen.

*Für Marmeladinger siehe http://www.oesterreichisch.net/oesterreich-1482-.html?letter=J

Hallo liebe Freunde des Neanderthal Museums

Wie Ihr vielleicht schon gemerkt habt, gab es heute eine freundliche Übernahme der Social-Media-Kanäle Eures Lieblingsmuseums. Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz – kurz smac – postet im Rahmen des ersten #ArchaeoSwap auf den Accounts des Neandethal Museums. Eine wunderbare Gelegenheit für uns, um Euch über unser Haus und unsere Ausstellungen zu informieren.

(C) smac / Laslo Farkas

Das smac ist das archäologische Landesmuseum des Freistaates Sachsen. Es zeigt in seiner Dauerausstellung auf drei Etagen und etwa 3000 m² fast 300.000 Jahre Menschheitsgeschichte in den heutigen Grenzen Sachsens, von der ersten Besiedlung durch Jäger und Sammler bis zur beginnenden Industrialisierung. Erfahrbar wird bei einem Gang durch unsere Dauerausstellung, wie der Mensch aus der anfänglichen Naturlandschaft allmählich eine bäuerliche Landschaft und schließlich die moderne Kulturlandschaft geformt hat.

(C) smac / Michael Schmidt

Rund 6200 Exponate und eine außergewöhnliche Ausstellungsgestaltung dokumentieren und untermalen die kulturgeschichtliche Entwicklung. Ein Highlight ist die schwebende Sachsenskulptur. Auf ihrer Fahrt durch die drei Ausstellungsetagen durchläuft sie die Jahrtausende wie im Zeitraffer. Analog gestaltet sich auch der Weg von einer Ausstellungsebene zur nächsten als Gang durch Zeit und Raum. Er führt vorbei an einem 15 Meter hohen Schnitt geologischer und archäologischer Erdschichten und wird begleitet von epochenspezifischen Klängen.

(c) smac / Michael Jungblut

Besondere Exponate, die man bei einem Besuch im smac unbedingt gesehen haben sollte, sind u.a.: Das Schieferplättchen von Groitzsch, das mit einem Alter von ca. 14.000 Jahre die älteste bildliche Darstellung in Sachsen ist.

(c) smac / Michael Jungblut

Der Brunnen aus Altscherbitz mit den zugehörigen Funden aus der Zeit vor 7200 Jahren.

Ins Staunen kommt man vor der 40 Meter langen Vitrinenwand in der dritten Etage, die Alltagsobjekte vom Mittelalter bis zur Industrialisierung enthält.

(c) smac / Michael Jungblut

Erst vor 3 Jahren im Mai 2014 eröffnet ist das smac das derzeit modernste Archäologiemuseum. Es befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude, das nach Plänen des berühmten Architekten Erich Mendelsohn errichtet und am 15. Mai 1930 als Kaufhaus des Schocken Konzerns seine Türen erstmals öffnete. Diesem besonderen Standort widmen wir uns in drei eigenständigen Ausstellungsbereichen. In den sogenannten Erkerausstellungen präsentieren wir Leben und Werk von Erich Mendelsohn, die Geschichte des Kaufhauskonzerns Schocken und die Biografie des Kaufhausgründers, Kunstmäzens und Verlegers Salman Schocken.

(c) smac / Michael Jungblut

Getreu unseres Claims „Kulturen entdecken – Geschichte verstehen“ zeigen wir in jährlichen großen Sonderausstellungen, in denen wir archäologische Themen mit aktuellen Fragestellungen verknüpfen wie Geld, Tod und Stadt oder Brücken zu Kulturen anderer Länder schlagen wie in der aktuellen Sonderausstellung „Schätze der Archäologie Vietnams“, die vor Chemnitz im LWL Museum für Archäologie Herne zu sehen war.

Na, neugierig geworden? Dann besucht uns in Chemnitz und gern auch digital unter:

Homepage: www.smac.sachsen.de

Facebook: https://www.facebook.com/smac.Staatliches.Museum.fuer.Archaeologie/

Twitter: @smac_sachsen

Instagram: @smac_Museum