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SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Steinzeitliche Bilderhöhle in der Sahara

Was hatte ich mich im Herbst 1999 auf die Wüste gefreut – Sonne satt. In dem Jahr war ich mit einem Forschungsprojekt oft in Bilderhöhlen in Südwestfrankreich; da ist es dunkel, feucht und kalt. Nach wenigen Tagen Expedition mit Kollegen der Universität zu Köln durch die Westwüste Ägyptens erreichten wir Djara; eine Gegend mit vielen archäologischen Fundstellen u.a. einer Tropfsteinhöhle. Selbstverständlich wollte ich auch in diese Höhle. Zu unserer Überraschung entdeckten wir an den Wänden viele bis dahin unbekannte steinzeitliche Zeichnungen von Tieren und Menschen. Solche Bilderhöhlen kennt man eigentlich aus Europa; Chauvet, Lascaux und Altamira sind wohl die bekanntesten. Obwohl rund 10.000 Jahre jünger und mit weniger spektakulären Bildern ist Djara die einzig bekannte steinzeitliche Bilderhöhle in Afrika. Eine einmalige Chance bot sich, die Höhlenbilder zu dokumentieren und zu untersuchen. Jetzt ist nach langer Zeit die Publikation dazu fertig geworden. Tja, und eigentlich wollte ich doch in die Sonne.

Gruß aus dem Neandertal, Andreas Pastoors

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Steinzeitforschung des SFB 806 in Marokko

Anfang März haben die ersten Archäologen des Marokko-Teams mit Fahrzeug und Fähre von Andalusien aus das Mittelmeer überquert. Mitte März bin ich per Flugzeug zum Team gestoßen. Im östlichen Riff südlich von Nador und Melilla liegen die Fundstellen an denen unsere Ausgrabungen durchgeführt werden. Neben dem Team des SFB 806 ist ein Team der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (KAAK) der DAI und ein Team des Institut Nationale des Science Archéologique et Patrimoine (INSAP) in der Region aktiv. Gemeinsam nutzen wir ein Basiscamp bei Afsou. Unterstützt werden wir von Geowissenschaftlern der Universität Aachen, die mit Georadar und Laserscanner die Architektur der Höhlenfundstellen untersuchen. Mit dem Georadar kann auch das Potential neuer Fundstellen, die wir auf unseren Prospektionen entdecken, abgeschätzt werden.

 

Unser Basiscamp liegt in einem Opuntienhain fernab städtischen Lebens. Von hier aus schwärmen jeden Morgen bei Tagesanbruch Teams zu den verschiedenen Fundstellen und Prospektionsgebieten aus. Das SFB-Team gräbt in Ifri Oudadane (Ifri steht im Marokkanischen für „Höhle“). Eine Schlüsselfundstelle in der Region ist die Ifri N’Ammar, die vom Team der KAAK ausgegraben wird. Aus dieser Fundstelle stammen die bisher ältesten Schmuckstücke der Welt – durchbohrte Muscheln mit einem Alter von fast 90.000 Jahren. Bei den archäologischen Forschungen ergeben sich jeden Tag auch enge Kontakte zu der reichen Pflanzen- und Tierwelt Marokkos.

Mit den besten Grüßen aus Marokko, Gerd-Christian Weniger