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“Der ESC2011 zu Gast im Neandertal” – mehrere Delegationen erproben sich im Speerschleudern

Wer zurzeit in Düsseldorf und Umgebung unterwegs ist, kommt an einer Sache nicht vorbei: dem Eurovision Song Contest 2011. Heute Abend ist bereits das erste Halbfinale und seit Tagen sind die Delegationen aus ganz Europa in der Region, um bekannte Orte und Sehenswürdigkeiten mit Spaß und Freude zu erkunden. Im Zuge dessen hatten wir im Neanderthal Museum ebenfalls vergangene Woche Besuch von einigen Grand Prix-TeilnehmerInnen.

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Das Neanderthal Museum und das gesamte Neanderland begrüßten Freitag und Sonntag etliche ESC-Delegationen – und dazu noch unzählige Pressevertreter. Denn auch der Medienrummel ist in der Rheinischen Metropole inklusive Umland deutlich zu spüren. Aber zurück zu den Gästen im Neandertal. Von den Rheinterassen kommend, verbrachten die Delegationen jeweils einen ganzen Nachmittag bei uns. Auf dem Programm standen nach kurzer Begrüßung Führungen durch das Museum, Outdoor-Aktionen wie Feuermachen und Speerschleudern im Museumsgarten und ein kleiner Imbiss. Und es gab Willkommensgeschenke als Erinnerung an das Neanderland. Mit letzterem überraschte der Kreis Mettmann die Teilnehmer, als der Besuch sich dem Ende neigte.

Wir haben uns sehr gefreut, dass Künstler/innen aus Weißrussland, Lettland, Rumänien, Serbien, Slowenien und vielen weiteren Ländern Europas im Neandertal waren und so etwas vom historischen Ort mit ihn ihre Heimatland nehmen.

Beste Grüße aus dem Neandertal, Sebastian Hartmann

Der Neanderthaler und der Eurovision Song Contest. Und die Frage: Konnten Neanderthaler singen?

Hätte es vor 40.000 Jahren schon den ESC gegeben, wäre der Neanderthaler angetreten, keine Frage! Dass Neanderthaler sprechen konnten, wissen ja unsere aufmerksamen Museumsbesucher schon lange. Aber sie waren auch musikalisch und sangen?

Der britische Archäologe Steve Mithen hat dazu sogar ein ganzes Buch geschrieben: „Die singenden Neanderthaler“, 2005 in London erschienen. Er bringt darin Forschungsergebnisse aus Archäologie, Anthropologie, Psychologie, Neurowissenschaften und Musikwissenschaft zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass Gesang sicherlich schon bei den Neanderthalern erschallte. Wo Menschen zusammen kommen, singen, tanzen und musizieren sie. Das stärkt ihr Gemeinschaftsgefühl und wird auch in der Steinzeit nicht anders gewesen sein.

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Wie sich der Neanderthaler-Song angehört hätte, wissen wir nicht. 2008 war es dem Anthropologen Robert McCarthy aus Florida gelungen, aus Resten des Neanderthaler-Kehlkopfes einen Stimmapparat zu rekonstruieren. Mit Computerprogrammen zur Lautmodellierung empfanden McCarthy und sein Team die Neanderthaler-Sprache nach. Sie fanden heraus, dass die Neandertaler weniger Vokale als wir formen konnten, keine ähnlich klingenden Selbstlaute wie „ie“, „e“ oder „ä“, durch die ähnlich klingende Wörter wie „Bier“, „Beere“ und „Bär“ möglich werden, was unseren Wortschatz enorm erweitert.

Nichts spricht aber dagegen, dass die Stimmen der Neanderthaler kräftig und melodisch waren. Ihr Repertoire reichte sicher von der Ballade über das Wiegenlied und sie ließen bestimmt gerne auch einen lauten Chor erschallen.

Mit besten Grüßen aus dem Neandertal, Bärbel Auffermann