Schlagwort-Archive: Evolution

Forum Wissenschaftskommunikation

Beate Schneider und ich waren diese Woche in Köln beim Forum Wissenschaftskommunikation. Wir haben unsere Evolutiontour als Best Practice Beispiel für Kommunikation in die breite Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu bekamen wir viel positives Feedback, so dass wir über eine Fortführung der Tour in 2012 nachdenken.

Das Forum bot Austausch mit vielen Kommunikatoren aus z.B. Stiftungen, Gesellschaften, Universitäten und Ausstellungshäusern. Es wurden interessante Aspekte vorgestellt: web 2.0, Mangel von Lernkonzepten in Wissensformaten im Kinder TV, Möglichkeiten der Platzierung aktueller Wissenschaftsthemen in Unterhaltungsformaten  im TV.

Beste Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann

 

Mercatorprofessorin Alice Schwarzer zu Besuch im Museum

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Am Freitagabend hatte ich die Freude, prominente Gäste im Museum begrüßen zu dürfen. Der Rektor der Universität Duisburg-Essen Prof. Ulrich Radtke kam in Begleitung der Mercatorprofessorin 2010 Alice Schwarzer zu Besuch (http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-25644/Alice_Schwarzer_Vortrag.asx). Es wurde ein spannender Abend mit vielen Fragen und intensiver Diskussion. Natürlich war auch die Frage nach den Geschlechterrollen und dem Umgang der Geschlechter miteinander ein Thema bei unserem Gang durch die Menschheitsgeschichte. Die Ausstellung des Museums bietet dazu umfangreiches Anschauungsmaterial von der afrikanischen Eva, der Erfindung der Oma- (und Opa?)-Rolle, über das Erfolgskonzept des Jagen und Sammelns bis hin zum Beginn menschlicher Gemeinschaft und der Bedeutung familiärer Bande. Erinnert sei auch daran, dass im Neanderthal Museum 1998 mit der Sonderausstellung „Frauen-Zeiten-Spuren“ zum ersten Mal in Deutschland eine archäologische Ausstellung zur Rolle der Frau in der Humanevolution gezeigt wurde. Von daher war ein Besuch von Frau Schwarzer und ihrer Emma-Redaktion (http://www.emma.de/) ohnehin längst überfällig. Es wurde ein munterer Abend, an dem nicht nur diskutiert sondern auch viel gelacht wurde.

 

Mit besten Grüßen aus dem Neanderthal

Gerd-Christian Weniger

Evolutiontour meets Zeittunnel

Seit Ende 2009 tourt unsere Evolutiontour, die wir gemeinsam mit der NRW-Stiftung ins Leben gerufen haben, durch die Lande. Die zu einer mobilen Ausstellung umgestalteten Seecontainer bringen Besuchern die Grundprinzipien der Evolution auf spielerische Weise näher. In diesem Jahr waren die Container schon in Rheinbach, Köln, Wiehl und Jülich stationiert. Besonders Schulklassen freuten sich dort über die Möglichkeit, ihren Unterricht dank der Container und der mitgelieferten Evolutionkits interaktiver zu gestalten.

Seit Anfang letzter Woche stehen die Evolutionscontainer nun in Wülfrath am Zeittunnel. In einem alten Abbautunnel des Kalksteinbruchs kann der Besucher dort eine spannende Zeitreise durch 400 Millionen Jahre Erdgeschichte machen. Gestern besuchten wir (Dr. Bärbel Auffermann, Freya Köhler und ich) die Evolutionscontainer in Wülfrath. Wir freuten uns zu sehen, dass die Ausstellung dort viele Besucher findet. Der frisch eröffnete PanoramaRadweg niederbergbahn, der direkt am Zeittunnel vorbei läuft, führte dabei auch viele sportliche Besucher zu den Containern.

Die Evolutionscontainer sind noch bis Sonntag, 31.07.2011, in Wülfrath zu sehen. Wer Interesse hat, die Tour in seine Stadt zu holen, kann sich per Mail an pannhorst@neanderthal.de wenden. Weitere Informationen finden sich auch auf unserer Webseite unter: http://www.neanderthal.de/bildung-forschung/evolutiontour

Beste Grüße aus dem Neandertal

Kerstin Pannhorst

 

“Erlebe die Evolution – spielerisch!” Jeden Dienstagvormittag im Neandertal

Seit September 2010 heißt es an jedem Dienstagvormittag in der Dauerausstellung des Neanderthal Museums: Erlebe die Evolution – spielerisch!

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In einem etwa 10 minütigen Spiel kann jeder – ob jung oder alt – die Prinzipien der Evolution selbst entdecken. Gemeinsam mit bis zu 5 Mitspielern geht man selbst als Räuber auf die Jagd nach Beutetieren. Auf diese Weise erfährt man spielerisch und anschaulich, was unter den sonst so verwirrenden Begriffen wie „Selektion“, „Mutation“, „Rekombination“, „adaptive Radiation“ usw. gemeint ist.

Ein Spiel für alle unabhängig von Alter und Vorwissen mit garantiertem AHA-Effekt J!!!

Bis hoffentlich zum nächsten Dienstagvormittag, 

Anne-Katrin Hagemann, abgeordnete Lehrerin

EVOLUTIonTOUR tourt 2011 wieder durch NRW

Zur Erinnerung: Ende des Darwin-Jahres 2009 hatten wir zusammen mit der NRW-Stiftung die Wanderausstellung EVOLUTIonTOUR ins Leben gerufen. Die Ausstellung tourte 2010 in zwei bunten Überseecontainern durch ganz NRW, wo sie an insgesamt 15 Stationen zu bestaunen war. Weil sie den bisherigen Besuchern sehr gut gefallen hat, soll die Tour im Jahr 2011 nun weitergehen.

Bildquellen: Bild 1: Neanderthal Museum, Bild 2: Fiege Magazin

Bei einem Besuch der EVOLUTIonTOUR können Besucher einen spielerischen Einblick in die Mechanismen der Evolution gewinnen. Die Evolutionslehre gilt heute als die zentrale Theorie der Biologie, die uns die Zusammenhänge allen Lebens auf der Erde erschließt. Wir laden ein, zentrale Mechanismen der Evolution im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen. In der Ausstellung kann man dazu zum Beispiel den Urknall hören, die Zeit rückwärts drehen, sexuelle Gewohnheiten verschiedener Tiere bestaunen, Bakterien bei der Evolution beobachten oder den Vorteil von Fehlern entdecken.

Speziell für Schulklassen haben wir Begleitmaterial entwickelt, das eine Integration der Container in den Unterricht ermöglicht. Nicht nur für Kinder sondern auch für erwachsene Besucher ist ein Besuch in der Ausstellung allerdings ganz bestimmt nicht langweilig.

Möchten Sie die EVOLUTIonTOUR 2011 in ihre Stadt holen? Melden Sie sich bei uns!

Mehr Infos unter: www.evolutiontour.de

Beste Grüße aus dem verschneiten Neandertal

Kerstin Pannhorst, wissenschaftliche Volontärin

Wir Neanderthaler

Also doch:

Die Arbeitsgruppe von Svante Pääbo am MPI für evolutionäre Anthropologie, Leipzig, hat die Entschlüsselung des Neanderthaler-Genoms bekannt gegeben. Bislang hatten die paläogenetischen Daten keine Ergebnisse zur Frage der Vermischung von Neanderthaler und modernen Menschen ergeben. Die neuen Daten belegen, dass alle heutigen Menschen mit Ausnahme des subsaharischen Afrikas 1-4 % Neanderthaler-Gene haben. Das Team des Neanderthal Museums ist stolz auf den Vorfahren Neanderthaler. Wir haben uns stets darüber gewundert, warum Kollegen eine mögliche Vermischung abgelehnt haben. Warum sollten sich Neanderthaler und moderne Menschen, die die gleiche Lebensweise hatten, nicht als Menschen erkannt und gepaart haben?

Fröhliche Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann 

Neuer Australopithecine

Wie_alles_anfing

Heute rauscht es im Blätterwald: Lee Berger und seine Kollegen haben in Südafrika eine neue Australopithecinenart entdeckt, Australopithecus sediba: http://www.sciencemag.org/extra/sediba/. Bisher ging man davon aus, dass die Entwicklung zu Homo ausschließlich in Ostafrika stattgefunden habe. Die Entdecker sehen in Australopithecus sediba einen Hinweis auf eine südafrikanische Entwicklung. Aber zu Lebzeiten von Australopithecus sediba tummelte sich in Ostafrika bereits Homo rudolfensis. Es müssten also Vorläufer von Australopithecus sediba gewesen sein, aus denen sich Homo entwickelte.

Für mich zeigt dieser Fund wieder einmal, dass unser Wissen über unsere Entwicklung noch sehr lückenhaft ist. Der Stammbusch der Homininen wird immer dichter. Mit dem einfachen Stammbaum, wie wir ihn uns naoch in den 1990er Jahren dachten, hat er nur noch wenig zu tun.

Beste Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Neue Menschenart entdeckt!

Forscher der Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig
(www.eva.mpg.de) haben bei DNA-Untersuchungen an einem Fingerknochen aus
der Denisova Höhle in Sibirien Sensationelles herausgefunden – die DNA
muss von einer bisher unbekannten Menschenart stammen!

Eigentlich hatten die Archäologen, die bereits seit einigen Jahren in der
Höhle graben, angenommen, dass es sich um die Überreste eines modernen
Menschen handeln würde. Dass es sich um einen Neanderthaler handelt, wäre
auch noch möglich gewesen. Aber mit einer neuen Art hatte niemand
gerechnet.

Bildquelle: Pressemitteilung MPI

Aus der Denisova Höhle gibt es nur wenige, sehr kleine Knochenfragmente.
An diesen läßt sich nicht sicher bestimmen, von welcher Menschenart sie
stammen. Die Knochenstücke stammen aus der Zeit zwischen 48.000 und 30.000
Jahren vor heute. Damals beherrschte der Neanderthaler Europa, ab ca.
30.000 Jahren vor heute wanderten aber auch die ersten modernen Menschen
aus Afrika ein und teilten sich den Kontinent dann mehrere tausend Jahre
lang mit den Neanderthalern. Und anscheinend noch mit einer anderen
Menschenform, die wir bisher nicht kannten.

Nun muss weiter geforscht werden um herauszufinden wie die Menschen aus
der Denisova Höhle in dieses Bild passen.
Ein einzelner Fingerknochen ist zwar noch ein bißchen wenig um von einer
neuen Menschart zu sprechen, aber wir dürfen gespannt sein, was die
Zukunft bringt.

Astrid Slizewski, wissenschaftliche Mitarbeiterin

Das Neanderthal Museum auf der didacta 2010 – Fotoimpressionen vom 2. Tag auf der Bildungsmesse in Köln

Gerade kamen die ersten Mitarbeiter/innen von der „didacta“ 2010 aus Köln zurück, die von anderen Kollegen/innen nun abgelöst wurden, um das Neanderthal Museum auf der Bildungsmesse weiter zu repräsentieren und für das Museum, unsere Ausstellungen und die museumspädagogischen Angebote Werbung zu machen. Hier gibt es ein paar Bildeindrücke direkt von der Messe.

Sebastian Hartmann aus der Mediathek