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Museumsfest im Neandertal – Ein Spaß für Klein und Groß

Die Schilder und Banner vor dem Neanderthal Museum waren nicht zu übersehen: Das alljährliche Museumsfest fand wie immer am letzten Ferienwochenende statt. Viele Familien waren gekommen und erkundeten nacheinander den Museumsgarten, den Erlebnispfad und die Fundstelle, an denen viele Aktionen, besonders für die Kinder, angeboten wurden. Aber auch für die Erwachsenen war das ein oder andere dabei, das man ausprobieren konnte. Vom Museumsgarten her war Rauch und Brandgeruch wahrzunehmen – aber keine Sorge, Feuer wurde benötigt. Zum einen für den Stand „Ton-Idole“, bei denen die Besucher steinzeitliche Figuren aus Ton formen konnten, die danach an einer Feuerstelle gebrannt wurden. Zum anderen bot sich die Gelegenheit im hinteren Teil beim Feuer machen mit einem Feuerstein dabei zu sein. Und natürlich brauchte man auch Feuer, um den Lehmofen, in dem das Brot aus selbstgemahlenem Mehl gebacken wurde, ans Laufen zu bekommen. Neben den Tonfiguren in der Jurte bemalten Kinder  dort auch weiße Steine mit Filzstiften. Einige Erwachsene wurden ebenfalls kreativ, teilweise freiwillig, teilweise von ihren Kindern genötigt oder weil diese Hilfe benötigten.

Am gegenüberliegenden Steinamulett-Stand herrschte ununterbrochen Hochbetrieb. Die Helfer kamen kaum nach mit erklären und unterstützen, so groß war der Andrang. Da bohrten neben einander Kinder und Erwachsene mit Holzbohrern Löcher in Specksteine und waren bestens gelaunt. Auch das Team am Stand freute sich über die vielen Besucher, die alle ein selbstgemachtes Steinamulett mit nach Hause nahmen. Ihre Geschicklichkeit konnten die Kinder und natürlich auch die Erwachsenen am Erlebnispfad unter Beweis stellen. Besonders an einer Station packte nicht nur die Kinder der Ehrgeiz, auch die Erwachsenen waren sehr engagiert dabei: Ziel war es das höchste Türmchen aus Baumscheiben zu bauen. Mit Holz ging es direkt weiter, denn die Kinder sollten eine freischwebende Brücke aus Holzklötzen bauen, über die sie dann gehen konnten. An der Fundstelle ließen sich einige Besucher mit steinzeitlicher Körperkunst verschönern. An dem Stand „Steinzeit-Tattoo“ wurden mit Theaterschminke steinzeitliche Motive auf die Haut gemalt, so trug der eine einen Jäger mit Pfeil und Bogen auf dem Arm, ein anderer ein Mammut auf der Wange und ein dritter ein Urpferd auf der Hand. Wer sich noch nicht genug bewegt hatte, holte dies auf der Hüpfburg und beim Mitmachzirkus nach. Einige Besucher mussten aufpassen, um nicht den Einrad fahrenden Kindern in die Quere zu kommen. Hatte man diese Schwierigkeit gemeistert, konnte man sich mit einer Erfrischung und Popcorn belohnen, bevor es weiter zur Ausgrabungsstation ging. Dort waren Behälter mit verschiedenen Fundstücken aus unterschiedlichen Zeiten befüllt, die die Kinder aus dem Sand, der Lava oder den Steinen ausgraben sollten. Zwischendurch fanden die kleinen Archäologen glitzernde Halbedelsteine, die sie ebenfalls sammelten. Um die Zeit, aus der die Funde stammen, bestimmen zu können, verglichen die Kinder ihre ausgegrabenen Entdeckungen an Tischen mit Hilfe von Bildern und ordneten so ihre Funde zu. Als Belohnung durften sie sich ein paar der Halbedelsteine mitnehmen. Die letzte Station bildete der Stand „Bogenschießen“, an dem sowohl Kinder als auch vornehmlich die Familienväter unbedingt mit Pfeil und Bogen schießen wollten. Um 18 Uhr ging ein toller Tag zu Ende, die Besucher verließen den Ort des Geschehens gut gelaunt und mit selbstgefertigten Errungenschaften. Nachdem die Gäste weg waren, begann das Aufräumen. Aber mit vereinten Kräften wurden die Spuren des Tages schnell beseitigt. In gemütlicher und entspannter Atmosphäre klang das Museumsfest beim Grillen mit den Helfern aus.

Viele Grüße aus der Mediathek
Hannah Locks (Praktikantin)

Die Reste der Giganten….

Inzwischen kann man sie bei Ebay und anderen Anbietern sogar Privat erwerben. Und das für kleines Geld. Ob in den Taiga Landschaften Sibiriens, in den Kiesgruben des Rheinlandes oder bei Bauarbeiten mitten in Düsseldorf. Es scheint als wären sie überall:  Mammutzähne.

Und dass, obwohl ihre Träger schon seit geraumer Zeit nicht mehr unter uns verweilen.

Der Hülle aus hartem Zahnschmelz und der darunterliegenden Schicht aus Dentin (http://de.wikipedia.org/wiki/Dentin) sei dank.

Zu Lamellen aneinandergereiht und mit Zahnzement zusammen gekittet, waren die Backenzähne der Mammuts widerstandsfähiger als die meisten Knochen.

Als Pflanzenfresser Zähne mussten sie das auch, denn faserarme Steppengräser bzw. kleine Bäume mussten gut zerkleinert werden, bevor sie als Brei hinuntergeschluckt und verdaut werden konnten.

Eine Besonderheit bei den Mammutbackenzähnen war dabei der horizontale Zahnwechsel: die neuen Zähne drückten die alten nach vorne, sodass sie abgenutzt wurden und dann ausfielen.Während eines Mammutlebens  gab es insgesamt sechs Backenzähne pro Kieferhälfte, wovon nur zwei immer gleichzeitig genutzt wurden. War der letzte Zahn ausgefallen, musste das Tier verhungern.

Anders als die Backenzähne waren die Stoßzähne der Mammuts, die sich aus den oberen Schneidezähnen entwickelt haben, fest im Schädel verankert und reichten fast bis zu der Nasenwurzel hinauf. Auch aus Dentin bestehend und mit einer dünnen Schicht Zahnzement überzogen, wuchsen sie, anders als die Backenzähne, durch Übereinanderlagerung von kegelförmigen Schichten (innerste Schicht bildet sich zuletzt). Pro Jahr sind sie ca. 2,5 cm bis 15 cm gewachsen und konnten bei ausgewachsenen Tieren eine Länge von 2,7m und ein Gewicht von 50 bis 90 kg erreichen.

Vorweihnachtliche Grüße aus der Mediathek

wünscht Saskia Hucklenbruch