Schlagwort-Archive: Menschheitsgeschichte

A new star is born

Am Freitag wurde an der Neanderthaler-Fundstelle Spy in Belgien ein neues, kleines aber feines Museum eingeweiht.  Herzstück der Ausstellung ist eine neue Rekonstruktion von Alfons und Adrie Kennis, die auch unseren Neanderthaler angefertigt haben. „Spyrou“ schaut ähnlich entspannt in unsere Welt. Basis der Rekonstruktion ist ein Scan der Originalknochen des Neanderthalers Spy II, die im Naturkundemuseum Brüssel aufbewahrt werden, mehr dazu.  Wir begrüßen Spyrou herzlich und wünschen ihm viele interessierte Besucher.

Beste Grüße aus dem Neandertal

Bärbel Auffermann

Wir Neanderthaler

Also doch:

Die Arbeitsgruppe von Svante Pääbo am MPI für evolutionäre Anthropologie, Leipzig, hat die Entschlüsselung des Neanderthaler-Genoms bekannt gegeben. Bislang hatten die paläogenetischen Daten keine Ergebnisse zur Frage der Vermischung von Neanderthaler und modernen Menschen ergeben. Die neuen Daten belegen, dass alle heutigen Menschen mit Ausnahme des subsaharischen Afrikas 1-4 % Neanderthaler-Gene haben. Das Team des Neanderthal Museums ist stolz auf den Vorfahren Neanderthaler. Wir haben uns stets darüber gewundert, warum Kollegen eine mögliche Vermischung abgelehnt haben. Warum sollten sich Neanderthaler und moderne Menschen, die die gleiche Lebensweise hatten, nicht als Menschen erkannt und gepaart haben?

Fröhliche Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann 

Neuer Australopithecine

Wie_alles_anfing

Heute rauscht es im Blätterwald: Lee Berger und seine Kollegen haben in Südafrika eine neue Australopithecinenart entdeckt, Australopithecus sediba: http://www.sciencemag.org/extra/sediba/. Bisher ging man davon aus, dass die Entwicklung zu Homo ausschließlich in Ostafrika stattgefunden habe. Die Entdecker sehen in Australopithecus sediba einen Hinweis auf eine südafrikanische Entwicklung. Aber zu Lebzeiten von Australopithecus sediba tummelte sich in Ostafrika bereits Homo rudolfensis. Es müssten also Vorläufer von Australopithecus sediba gewesen sein, aus denen sich Homo entwickelte.

Für mich zeigt dieser Fund wieder einmal, dass unser Wissen über unsere Entwicklung noch sehr lückenhaft ist. Der Stammbusch der Homininen wird immer dichter. Mit dem einfachen Stammbaum, wie wir ihn uns naoch in den 1990er Jahren dachten, hat er nur noch wenig zu tun.

Beste Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Neue Menschenart entdeckt!

Forscher der Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig
(www.eva.mpg.de) haben bei DNA-Untersuchungen an einem Fingerknochen aus
der Denisova Höhle in Sibirien Sensationelles herausgefunden – die DNA
muss von einer bisher unbekannten Menschenart stammen!

Eigentlich hatten die Archäologen, die bereits seit einigen Jahren in der
Höhle graben, angenommen, dass es sich um die Überreste eines modernen
Menschen handeln würde. Dass es sich um einen Neanderthaler handelt, wäre
auch noch möglich gewesen. Aber mit einer neuen Art hatte niemand
gerechnet.

Bildquelle: Pressemitteilung MPI

Aus der Denisova Höhle gibt es nur wenige, sehr kleine Knochenfragmente.
An diesen läßt sich nicht sicher bestimmen, von welcher Menschenart sie
stammen. Die Knochenstücke stammen aus der Zeit zwischen 48.000 und 30.000
Jahren vor heute. Damals beherrschte der Neanderthaler Europa, ab ca.
30.000 Jahren vor heute wanderten aber auch die ersten modernen Menschen
aus Afrika ein und teilten sich den Kontinent dann mehrere tausend Jahre
lang mit den Neanderthalern. Und anscheinend noch mit einer anderen
Menschenform, die wir bisher nicht kannten.

Nun muss weiter geforscht werden um herauszufinden wie die Menschen aus
der Denisova Höhle in dieses Bild passen.
Ein einzelner Fingerknochen ist zwar noch ein bißchen wenig um von einer
neuen Menschart zu sprechen, aber wir dürfen gespannt sein, was die
Zukunft bringt.

Astrid Slizewski, wissenschaftliche Mitarbeiterin