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Das Game Design für NMsee: Fragen an Monokel

NMsee ist ein Forschungsprojekt, das durch die Kombination eines App Games, neuer Tast-Exponate und neuer Infrastruktur wie Braille-Schildern einen inklusiven Museumsbesuch für blinde und sehbehinderte Gäste ermöglicht.

Das Game Design für dieses Game, welches von der Stiftung Wohlfahrtspflege und der Kämpgen Stiftung ermöglicht wird, wurde gemeinsam mit dem Unternehmen Monokel aus Köln entwickelt.

Daniel Herrmann, einer der Co-Founder von Monokel Consulting, hat uns einige Fragen zu seiner Arbeit an dem Projekt und der Verbindung von Kultur und digitalen Produkten beantwortet.

Wie empfindest du die Zusammenarbeit mit den Museen?

Daniel Herrmann: „Die Mitarbeiter in Museen haben eine sehr hohe Fachkompetenz und gleichzeitig häufig wenig Erfahrung mit agilen Arbeitsweisen und Methoden in der Produktentwicklung. Das spiegelt sich auch in vergaberechtlichen Vorgaben wieder: Es ist nur schwer möglich, eine Lösung die man vorab ex-ante nicht kennt, gemeinsam mit Nutzern zu entwickeln und dabei vorab sowohl den Projektansatz als auch die spätere Experience im Detail zu definieren.

Was sind deiner Meinung nach die Herausforderungen bei einem solchen Projekt?

Daniel Herrmann: „Es gab verschiedene Herausforderungen. Für mich war die größte Herausforderung, die Spanne zwischen den sehr großen Möglichkeiten (z.B. mit Sensorik ausgestattete Exponate) und dem dann doch knappen Budget (vor allem für den Betrieb). Auch die baulichen Besonderheiten spielten eine Rolle. Das Museum hat eine großartige Architektur, ist aber eben auch laut und nicht für kabellose Datenübertragung gebaut.

Würdest du das Projekt noch einmal mitgestalten?

Daniel Herrmann: „Auf jeden Fall. Inhaltlich ist die Verbindung von Kultur und interaktiver Experience für uns spannend. Museen für neue Nutzergruppen zu öffnen, ist für uns auch auf persönlicher Ebene sehr motivierend. Außerdem habe ich viel über Neandertaler und Archäologie gelernt – definitiv mehr als im Geschichtsunterricht.

Wie fandest du die Zusammenarbeit mit Menschen mit Sehbehinderung?

Daniel Herrmann: „Wichtig waren unter anderem zwei Dinge: Erstens, uns von unseren Vorvermutungen freizumachen und das, was man angeblich über blinde und sehbehinderte Menschen weiß, aus dem Kopf zu verbannen. Und zweitens, den Nutzervertretern respektvoll auf Augenhöhe zu begegnen. Das ist uns immer ein Anliegen, aber bei NMSee ganz besonders.


Daniel hat nicht nur mit Monokel an NMSee mitgearbeitet, sondern schreibt auch auf https://betasphere.de zum Thema Game Thinking und Prototyping.

Mehr Informationen über Monokel findet ihr unter:
www.monokel.de

Das inklusive App Game im Neanderthal Museum erscheint im Dezember diesen Jahres für Android und iOS.  Neuigkeiten zum Projekt findet ihr auf dem Twitter-Account der Projektleiterin: https://twitter.com/ARiethus

Dieses Interview wurde zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten während der COVID-Pandemie digital durchgeführt.