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Feste und Fotos

Planung, Vorbereitung & Umsetzung von Museumsfest und Sonderausstellung

Kurz vor der finalen Phase des Aufbaus der kommenden Sonderausstellung Wisent, Bison, Buffalo und nach dem sehr erfolgreichen und schönen Museumsfest wollen wir ein bisschen von unseren Vorbereitungen, Planungen und Umsetzungen für das Museumsfest und die kommende Sonderausstellung berichten. Wir, das sind Carina Bammesberger, wissenschaftliche Volontärin im Bereich Ausstellungsprojekte und Florian Gumboldt, wissenschaftlicher Volontär in der Abteilung Bildung und Vermittlung!

Die Organisation des Museumsfestes fällt immer in den Bereich des wissenschaftlichen Volontärs der Abteilung Bildung und Vermittlung. Wie auch im vergangenen Jahr ist es meine (Florian) Aufgabe gewesen, dass diesjährige Museumsfest zu planen und umzusetzen. Bereits im November des vergangenen Jahres hatte ich mit der Planung für das Fest begonnen. Erste Ideen für besondere Aktionen, „Save the Date“-Mails an unsere vielen externen Akteure und ein erster Material-Check gehörten zu dieser frühen Planungsphase. Weitere sollten folgen…!

Fröhliches Ofenbauen für das Brotbacken

Zwei Wochen vor dem Museumsfest gab es mein erstes persönliches Highlight. Nachdem im vergangenen Jahr unser alter Lehmofen, nach 20 Jahren, zerbrochen war, haben Archäologe Wolfgang Heuschen, Archäologie-Studentin Joana Steffens und ich einen neuen gebaut. Nach zwei Tagen harter Arbeit, Faszination, Frustration, Hitze, viel Wasser, Eis und Pommes (Vielen Dank an Biene!) konnte dieser endlich zum Trocknen im Museumsgarten aufgestellt werden. In den letzten zwei Wochen vor dem Museumsfest stand dann der letzte Materialcheck an, bei dem ich von unserer Praktikantin Maike unterstützt wurde. Für unsere Speerschleuder-Station wurden von uns die letzten Speere gefertigt, die fehlenden Ersatzteile für unsere Jurte besorgt (Die Jurte hatte sich im vergangenen Jahr, während eines Sturms, selber abgebaut!) und die Verpflegung für unsere Akteure und Helfer eingekauft.

Sommerliches Wetter am Museumsfest

Den Freitag vor dem Museumsfest haben wir genutzt, um die Drängelgitter, die Pavillons und Biergarten-Garnituren am Fundort und im Museumsgarten aufzubauen. Obwohl das Fest am Samstag erst um 14 Uhr seine Tore geöffnet hat, waren wir schon gegen 10 Uhr vor Ort. Vor Eröffnung musste das Material an die einzelnen Stände verteilt werden, die ankommenden Akteure und Helfer eingewiesen werden und letzte Probleme gelöst werden. Wie immer dauert dies bis zur letzten Minute (14:05!!!). Doch am Ende konnten wir eines der erfolgreichsten Museumsfest bisher feiern, vielen kleinen und großen Besuchern zwei unvergessliche Tage bieten und ein tolles Fest am Sonntagabend mit einem gemütlichen Grillabend für alle Akteure und Helfer abschließen. In der folgenden Woche wurden die letzten Materialien zurück an ihren Platz geräumt und danach der Abbau der Sonderausstellung „Eiszeit-Safari“ gestemmt. Die neue Sonderausstellung „Wisent, Bison, Buffalo“ kann kommen und das nächste Museumsfest, im kommenden Jahr, auch das nächste Museumsfest, im kommenden Jahr, auch!

Tinka mit Carina in der Wisentwelt

Die Planung und Gestaltung der kommenden Sonderausstellung Wisent, Bison, Buffalo fällt in meinen (Carina) Aufgabebereich. Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Fotoausstellung mit Fotographien über amerikanische Buffalo von Heidi und Hans-Jürgen Koch. Da das Neanderthal Museum ein Vor- und Frühgeschichtliches Museum ist, war es unser Anliegen, auch die eiszeitlichen Steppenbisons und die noch heute lebenden Wisente in die Ausstellung zu integrieren. Beides sind übrigens Verwandte des amerikanischen Buffalos. Ich recherchierte nach eiszeitlichen Kleinkunstobjekten,  zumeist Schnitzereien aus Geweih, die Steppenbisons abbilden.

Höhlenkunst aus Niaux, Frankreich

Aus der hauseigenen Sammlung von Fotographien eiszeitlicher Höhlenbilder suchte ich die schönsten Darstellungen von Steppenbisons aus. Mit der Auswahl aller Objekte ging es an den Ausstellungsplan – wo und wie sollten die Objekte in unserer Ausstellungsfläche präsentiert werden? Informationstexte zu den einzelnen Bereichen der Ausstellung und zu jedem einzelnen Objekt dürfen in einer Ausstellung natürlich auch nicht fehlen. Um mich über die heute noch lebenden Wisente zu informieren, besuchte ich zusammen mit Florian die Wisentwelt in Wittgenstein. Von hier nahmen wir Anregungen für Kinderstationen in unserer Ausstellung und Infomaterial über die Wisentzucht mit, die in der Ausstellung für den Besucher zur Verfügung gestellt werden sollen. Die fertige Ausstellung, mit Kleinkunstobjekten, Höhlenmalereien und den beeindruckenden Buffalobildern, kann ab dem 15.9.2018 bestaunt werden!

Kollegin Hucklenbruch mit Staplerführerschein – bei Auf/Abbauten ein Hit!

 

Museumsfest im Neandertal – Ein Spaß für Klein und Groß

Die Schilder und Banner vor dem Neanderthal Museum waren nicht zu übersehen: Das alljährliche Museumsfest fand wie immer am letzten Ferienwochenende statt. Viele Familien waren gekommen und erkundeten nacheinander den Museumsgarten, den Erlebnispfad und die Fundstelle, an denen viele Aktionen, besonders für die Kinder, angeboten wurden. Aber auch für die Erwachsenen war das ein oder andere dabei, das man ausprobieren konnte. Vom Museumsgarten her war Rauch und Brandgeruch wahrzunehmen – aber keine Sorge, Feuer wurde benötigt. Zum einen für den Stand „Ton-Idole“, bei denen die Besucher steinzeitliche Figuren aus Ton formen konnten, die danach an einer Feuerstelle gebrannt wurden. Zum anderen bot sich die Gelegenheit im hinteren Teil beim Feuer machen mit einem Feuerstein dabei zu sein. Und natürlich brauchte man auch Feuer, um den Lehmofen, in dem das Brot aus selbstgemahlenem Mehl gebacken wurde, ans Laufen zu bekommen. Neben den Tonfiguren in der Jurte bemalten Kinder  dort auch weiße Steine mit Filzstiften. Einige Erwachsene wurden ebenfalls kreativ, teilweise freiwillig, teilweise von ihren Kindern genötigt oder weil diese Hilfe benötigten.

Am gegenüberliegenden Steinamulett-Stand herrschte ununterbrochen Hochbetrieb. Die Helfer kamen kaum nach mit erklären und unterstützen, so groß war der Andrang. Da bohrten neben einander Kinder und Erwachsene mit Holzbohrern Löcher in Specksteine und waren bestens gelaunt. Auch das Team am Stand freute sich über die vielen Besucher, die alle ein selbstgemachtes Steinamulett mit nach Hause nahmen. Ihre Geschicklichkeit konnten die Kinder und natürlich auch die Erwachsenen am Erlebnispfad unter Beweis stellen. Besonders an einer Station packte nicht nur die Kinder der Ehrgeiz, auch die Erwachsenen waren sehr engagiert dabei: Ziel war es das höchste Türmchen aus Baumscheiben zu bauen. Mit Holz ging es direkt weiter, denn die Kinder sollten eine freischwebende Brücke aus Holzklötzen bauen, über die sie dann gehen konnten. An der Fundstelle ließen sich einige Besucher mit steinzeitlicher Körperkunst verschönern. An dem Stand „Steinzeit-Tattoo“ wurden mit Theaterschminke steinzeitliche Motive auf die Haut gemalt, so trug der eine einen Jäger mit Pfeil und Bogen auf dem Arm, ein anderer ein Mammut auf der Wange und ein dritter ein Urpferd auf der Hand. Wer sich noch nicht genug bewegt hatte, holte dies auf der Hüpfburg und beim Mitmachzirkus nach. Einige Besucher mussten aufpassen, um nicht den Einrad fahrenden Kindern in die Quere zu kommen. Hatte man diese Schwierigkeit gemeistert, konnte man sich mit einer Erfrischung und Popcorn belohnen, bevor es weiter zur Ausgrabungsstation ging. Dort waren Behälter mit verschiedenen Fundstücken aus unterschiedlichen Zeiten befüllt, die die Kinder aus dem Sand, der Lava oder den Steinen ausgraben sollten. Zwischendurch fanden die kleinen Archäologen glitzernde Halbedelsteine, die sie ebenfalls sammelten. Um die Zeit, aus der die Funde stammen, bestimmen zu können, verglichen die Kinder ihre ausgegrabenen Entdeckungen an Tischen mit Hilfe von Bildern und ordneten so ihre Funde zu. Als Belohnung durften sie sich ein paar der Halbedelsteine mitnehmen. Die letzte Station bildete der Stand „Bogenschießen“, an dem sowohl Kinder als auch vornehmlich die Familienväter unbedingt mit Pfeil und Bogen schießen wollten. Um 18 Uhr ging ein toller Tag zu Ende, die Besucher verließen den Ort des Geschehens gut gelaunt und mit selbstgefertigten Errungenschaften. Nachdem die Gäste weg waren, begann das Aufräumen. Aber mit vereinten Kräften wurden die Spuren des Tages schnell beseitigt. In gemütlicher und entspannter Atmosphäre klang das Museumsfest beim Grillen mit den Helfern aus.

Viele Grüße aus der Mediathek
Hannah Locks (Praktikantin)