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#architecture MW – Das Neanderthal Museum

Das Neanderthal Museum in Mettmann wurde am 10. Oktober 1996 in dem gleichnamigen Tal bei Mettmann eröffnet und seine Ausstellung 2006 auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse überarbeitet und aktualisiert.

Der architektonische Entwurf stammt von Günter Zamp Kelp, Julius Krauss und Arno Brandlhuber, die bei einem Architekturwettbewerb für die Neugestaltung des Neanderthal Museums den zweiten Platz belegten, mit ihrer langsam aus der Erde ansteigenden Rampe, die sich über vier Ebenen erstreckt und als spiralförmige Doppelhelix als Sinnbild allen Lebens steht, jedoch maßgeblich mehr überzeugten, als der erste Platz des Wettbewerbs.

Die spiralförmige Rampe, Schnittstelle zwischen Architektur und Ausstellung, ist Symbol für die Evolution und ihre Unendlichkeit. Sie führt oben zu einer Glasfront, die den Blick in Richtung Düssel und Fundstelle freigibt und durch ein Café zum Verweilen einlädt.

Neben dem modernen Menschen thematisiert das Museum in seinem Schwerpunkt den Neanderthaler. Zusätzlich jedoch auch humanbiologische und anthropologische Erkenntnisse zur Entwicklungsgeschichte des Menschen. Von den frühesten Anfängen in der Savanne bis zu den hochentwickelten Techniken des Jetzt-Menschen wird den Besuchern mithilfe von lebensechten Figuren, die auf Basis von Originalfunden rekonstruiert wurden, multimedialen Inszenierungen, Hörerlebnissen und den klassischen Meiden, wie Exponaten und Lesetexten, die Forschungsgeschichte aus Archäologie und Paläoanthropologie näher gebracht. Im Anschluss an die Dauerausstellung, die sich in die fünf Themengebiete „Leben und Überleben“, „Werkzeug und Wissen“, „Mythos und Religion“, „Umwelt und Ernährung“, „Kommunikation und Gesellschaft“ einteilen lässt, ist in dem Untergeschoss des Gebäudes die ca. drei- bis viermal jährlich wechselnde Sonderausstellung untergebracht.

Neben Dauer- und Sonderausstellung im Museumsgebäude bildet die Museumspädagogik, untergebracht in der ca. 200m vom Museum entfernt liegenden Steinzeitwerkstatt, einen weiteren Schwerpunkt der musealen Vermittlungsarbeit. Die parkähnlich gestaltete Fundstelle eröffnete im Jahr 2002 ihre Pforten, nachdem durch Ausgrabungen in den Jahren 1997 und 2000 die ehemalige Topografie des Fundgeländes (Feldhofer Grotte) rekonstruiert werden konnte. Der Kunstweg „Menschenspuren“ sowie das „Eiszeitliche Wildgehege“ ermöglichen es den Besuchern, auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums die Spuren der Evolutionsgeschichte im Neandertal zu verfolgen

Mit ca. 150.00-160.00 Besuchern jährlich und weit über 3.000 Veranstaltungen im Bereich Führungen und Didaktik schafft es das Neanderthal Museum als Stiftung bürgerlichen Rechts mit den Zustiftungen von Kreissparkasse Düsseldorf , Landschaftsverband Rheinland, der Stadt Mettmann und der Stadt Erkrath, sich vor allem aus Eintrittserlösen und eingeworbenen Drittmitteln zu finanzieren.