Schlagwort-Archive: Neandertal

Fundorte Europas, vereinigt euch

Gestern und heute war im Neanderthal Museum ein buntes Sprachengewirr zu hören. Grund: der internationale Workshop „Pleistocene People and Places. Launching a European Network“.

Genauso, wie das Neanderthal Museum am Fundort des namengebenden Skeletts gebaut wurde, sind auch an anderen Orten, an denen wichtige Funde aus der Zeit der frühen Menschen gemacht wurden, Museen und Informationszentren entstanden. Nun haben sich erstmals Vertreter dieser Fundorte an einem Ort versammelt. Dazu sind Kollegen aus Großbritannien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Kroatien, Italien und Spanien in das Neandertal gereist.

Für alle Beteiligten war es sehr spannend, sich mit Kollegen aus so vielen Ecken Europas austauschen zu können. Ziel des Workshops war es, den gegenseitigen Austausch durch die Gründung eines Europäischen Netzwerks solcher Fundorte zu verstärken. Der Austausch auf der persönlichen Ebene war sehr fruchtbar, nun muss dieser Impuls noch auf die Ebene der Institutionen übertragen werden.

Schon jetzt fest steht jedenfalls die nächste Urlaubsplanung: es gibt so viele spannende prähistorische Museen zu entdecken, die teilweise auch noch wunderschön gelegen sind!

Salut, ciao und adiós

Kerstin Pannhorst

In luftiger Höhe über dem Neandertal

Im Rahmen des so genannten Masterplan Neandertal, einem gemeinsamen Zukuntftskonzept des Kreises Mettmann, der Städte Erkrath und Mettmann sowie des Neanderthal Museums, ist unter anderem ein Erlebnis-Hochpfad geplant. Dieser Baumwipfelpfad wird die S-Bahn-Haltestelle mit dem Museumsgebäude und das Museumsgebäude mit der Fundstelle verbinden. Er soll ein neuartiges Natur- und Landschaftserlebnis ermöglichen und zugleich über innovative Elemente die Talgeschichte und die Zeit des Neanderthalers erlebbar machen.

Gestern war die Feuerwehr mit ihrem Hubwagen vor Ort. So konnten wir uns bereits vorab in die luftigen Höhen schwingen, die der Hochpfad in nicht allzu ferner Zukunft allen Besuchern ermöglichen soll. Leider spielte Petrus nicht ganz mit – kurz vor dem geplanten Termin begann es heftig zu gewittern. Abschrecken lassen haben wir uns jedoch nicht – sobald der Donner nachließ ging es schwankend in die Höhe. Durchnässt aber glücklich konnten wir so einen ganz anderen Blick auf das uns ansonsten so vertraute Neandertal werfen. Und waren neidisch auf die heimischen Vögel, die diese Aussicht jederzeit auch ohne Hilfe der Feuerwehr genießen können.

Luftige Grüße aus dem Neandertal

Kerstin Pannhorst

Wanderung zum Kalkwerk

Aus Anlass des Projektes „Made by ME“, das Mettmanner Industriekultur präsentierte, führten Herr Schäfer und Herr Bank am Samstag interessierte Bürger in ihr Kalksteinwerk Neandertal www.kalksteinwerk-neandertal.de . Der Kalkabbau im Neandertal nahm ab der Mitte des 19. Jahrhunderts industrielle Dimensionen an. Es galt, die Hochöfen der Region zur Stahlherstellung mit Kalk zu versorgen. Bei den Vorbereitungen zur Sprengung der Feldhofer Grotte wurde das Skelett des Neanderthalers entdeckt. Heute erinnert im zentralen Tal rund um das Museum nichts mehr an den ehemaligen Steinbruch, es ist grün und idyllisch http://www.neanderthal.de/museum-tal/im-tal/index.html. Was die Besucher nicht ahnen: Im Neandertal wird bis heute Kalk im großen Stil abgebaut. Hinter dem Berg, vor den Blicken verborgen und durch Zäune und Tore gesichert, liegt ein Steinbruch mit gewaltigen Dimensionen. Im Museum spüren wir ab und zu die Erschütterungen durch die Sprengungen. Die Wanderung führte uns nah an die Kante mit Blick in die Tiefe, aber auch hoch hinauf auf die Halde, von der man einen Blick weit über das Rheintal und bis zum Kölner Dom hat.

 

Beste Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann

 

Mammutwinter im Neandertal

Warum fühlen sich die Mammuts unserer Mammut-Ausstellung derzeit so wohl im Neandertal?

Ihnen macht die Winterkälte nichts aus. Die wollhaarigen Mammuts (Mammuthus primigenius) waren perfekt an die eiszeitliche Kälte angepasst.

Woran das lag, publizierten Kevin Campbell et al. im Mai in Nature Genetics:

Bei den meisten Wirbeltieren nimmt die Bindung zwischen Hämoglobin und Sauerstoff bei Kälte stark zu: Dies erschwert die Sauerstoffabgabe an die Zellen speziell in den kälteempfindlichen Extremitäten. Durch eine biochemische Anpassung war diese Bindung bei Wollhaarmammuts schwächer, dadurch konnte das Gewebe auch bei Kälte optimal mit Sauerstoff versorgt werden.

Zusammen mit anderen Anpassungen wie wärmeisolierendem Fell und kleinen Ohren kamen die Mammuts wunderbar mit den eisigen Temperaturen der Mammutsteppe zurecht.

Eine Anpassung, die sich manche wünscht, die zur Zeit mit kalten Füßen an Haltestellen wartet…

Winterliche Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann 

Lauftreff Gruiten mit neuem Slogan: “Ich bin stolz, ein Neanderthaler zu sein”

Der Lauftreff Gruiten – Neandertal läuft in der ganzen Welt: Trinidad, Schweiz, USA, Niederlande, Südafrika, natürlich auch bei Wettkämpfen in Deutschland und über Strecken von 10 bis 42 km sowie Ultraveranstaltungen bis 100 km. Stets werden Sie auf ihren Heimatort “Neandertal” und den Neanderthaler angesprochen. So verbreiten Sie den Namen in der ganzen Welt mit der Teilnahme an den Sportveranstaltungen.

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Seit kurzer Zeit erkennt man die Lauftruppe auch schon vom weitem sehr gut. Sie tragen signalorangene Laufshirts mit dem Aufdruck einer Neanderthaler-Silhouette und dem Spruch: “Ich bin stolz, ein Neanderthaler zu sein”. Dieser Slogan ziert auch ein Shirt, welches man bei uns im Neanderthal Museum im Shop (auch online) in unserem Sortiment zu finden ist.

Wir freuen uns, dass die Laufgruppe auch zukünftig mit der Teilnahme an Wettkämpfen im In- und Ausland, den “Neanderthaler” namentlich weiter bekannt macht. Wir wünschen für den nächsten Lauf am 31.07., dem Swiss Alpine in Davos, viel Erfolg!

Sebastian Hartmann, Mediathek

Angehende Lehrer entdecken das Neanderthal Museum als außerschulischen Lernort

Am vergangenen Donnerstag besuchten neun angehende Gymnasiallehrer vom Studienseminar in Kleve das Neanderthal Museum. In einer zweistündigen Lehrerfortbildung, die seit Beginn dieses Jahres gebucht werden können, habe ich versucht, ihnen das Museum als außerschulischen Lernort vorzustellen. Keine leichte Aufgabe, da es neben dem Museum die Steinzeitwerkstatt,den Kunstpfad, die Fundstelle sowie das Wildgehege gibt, an dem inhaltsvermittelnde Programme durchgeführt werden.

Gestartet sind wir im Museum, das auch für die angehenden Lehrer teilweise noch „Neuland“ war. Deshalb war es für alle Beteiligten genauso spannend, etwas über den Neanderthaler und das Leben in der Steinzeit zu erfahren, wie über die Führungskonzepte und Vermittlungsformen, die wir bei den Besuchen der unterschiedlichsten Schulklassen, je nach Klassenstufe und besonderer Bedürfnisse, anbieten und wählen.

Nach einer Stippvisite auf dem Kunstpfad, bei der wir eine Weile vor dem Werk „MEMORIA MUNDI“ von Anne und Patrick Poirier verweilen konnten, zog es uns in die Steinzeitwerkstatt! Nach einer kurzen Vorstellung der insgesamt 15 Workshops, die hier zum Thema „Steinzeit“,  „Humanevolution“ und „Kriminalbiologie“ angeboten werden, durften endlich alle Hand anlegen, selber ausprobieren und machen. Besonders beliebt war das Schießen mit dem Speer und der Speerschleuder, die große Jagdtechnologie vor Erfindung von Pfeil und Bogen. Schnell wurde klar, wenn wir heute in die Steinzeit versetzt würden, hätten wir es sehr schwer, satt zu werden. Uns fehlt einfach zu viel Wissen über die Jagd selbst und die langjährige Übung im Umgang mit den Jagdwaffen! Ratzfatz war die Zeit vorbei, dabei hätte es noch viel zu entdecken gegeben!

Ich hoffe, allen Beteiligten hat es soviel Spaß gemacht wie mir!

Beste Grüße aus dem sonnigen Neandertal, Claudia Pingel, Museumspädagogik

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Internationaler Datenbank Workshop im Neandertal

Am vergangenen Donnerstag und Freitag trafen sich knapp 50 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Europa und den USA im Neanderthal Museum, um sich über neueste Entwicklungen beim Auf- und Ausbau von Datenbanken mit Funden der Eiszeit auszutauschen. Eingeladen hatten die NESPOS Society e.V. und der SFB 806 „Our Way to Europe“. Zusätzlich waren auch verschiedene kommerzielle Anbieter vor Ort, die Hochleistungsscanner vorführten, mit denen Humanfossilien, Werkzeuge oder Felskunst dreidimensional erfasst werden können.

Die Tagung zeigte sehr deutlich, dass der Erfassung und dem Austausch von Fundobjekten in 3D die Zukunft gehört. Die NESPOS-Datenbank ist weltweit führend mit ihrem Archiv das sowohl Humanfossilien als auch Werkzeuge in 3D-Formaten für die Wissenschaft bereit hält. Hinzu kommen noch Datensätze von modernen Menschen und anderen Primaten, die für Vergleichszwecke von größter Bedeutung sind. Die versammelten Archäologen und Paläoanthropologen waren von dem Vortragsprogramm, den Posterpräsentationen und den Demonstrationen begeistert. Die hervorragenden Möglichkeiten im Rahmen des Workshops ausführlich zu diskutieren, wurden von allen Beteiligten umfangreich genutzt.

Die zentralen Beiträge der Tagung werden in Kürze als Podcast auf der Website von NESPOS zu finden sein. Damit kommt die Website ihrer Aufgabe als wissenschaftlicher Kommunikationsplattform nach.

Mit den besten Grüßen aus dem Neandertal, Gerd-Christian Weniger

Heute kreisweite Museumsnacht – und das Neanderthal Museum ist mit dabei!

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Viele Angebote erwarten heute die Museumsbesucher/innen im Neandertal. Zwischen 18 und 24 Uhr ist Museumsnacht im Kreis Mettmann und das Team des Neanderthal Museums lockt Jung und Alt mit besonderen Aktionen ins Museum. Es werden Forschungsprojekte präsentiert wie das 3D-Scannen von Objekten, es gibt Kurzführungen durch die Sonderausstellung „Galgen, Rad und Scheiterhaufen – Einblicke in Orte des Grauens“ mit Henkersgeschichten, eine Verlosungsaktion,  einen Stand mit Steinwerkzeugen und und und (weitere Infos auch im angehangenen Presseartikel).

Zusätzlich ist an dem Abend „pay what you want“. Jeder bezahlt das, was ihm der Eintritt in das Museum wert ist. Für diejenigen, die nicht vor Ort sein können, empfehlen wir die Web2.0-Übertragung via Facebook und Twitter. Wir freuen uns auf viele Besucher/innen „online“ und „offline“.

Sebastian Hartmann, Mediathek

Wir Neanderthaler

Also doch:

Die Arbeitsgruppe von Svante Pääbo am MPI für evolutionäre Anthropologie, Leipzig, hat die Entschlüsselung des Neanderthaler-Genoms bekannt gegeben. Bislang hatten die paläogenetischen Daten keine Ergebnisse zur Frage der Vermischung von Neanderthaler und modernen Menschen ergeben. Die neuen Daten belegen, dass alle heutigen Menschen mit Ausnahme des subsaharischen Afrikas 1-4 % Neanderthaler-Gene haben. Das Team des Neanderthal Museums ist stolz auf den Vorfahren Neanderthaler. Wir haben uns stets darüber gewundert, warum Kollegen eine mögliche Vermischung abgelehnt haben. Warum sollten sich Neanderthaler und moderne Menschen, die die gleiche Lebensweise hatten, nicht als Menschen erkannt und gepaart haben?

Fröhliche Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann 

SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Internationaler Workshop im Neanderthal

Das Neanderthal Museum Mettmann und die NESPOS Society e.V. organisieren in Kooperation mit dem SFB 806 “Our Way to Europe” vom 10. – 11. Juni 2010 einen Workshop zum Thema „Wissenschaftliche Datenbanken zum Pleistozän”

Datenbanken und digitale Erfassung und Bearbeitung wichtiger Fundstücke
sind zentrale Arbeitsmittel in der modernen Archäologie und Paläoanthropologie.
Durch 3D Techniken kann der direkte Zugriff auf die wertvollen Objekte reduziert werden.
Forscher arbeiten inzwischen in großem Umfang mit den digitalen Versionen. Das Neanderthal
Museum ist in diesem Bereich bereits seit Jahren aktiv.

Neben Vorträgen von Kollegen aus Österreich, Frankreich, Italien, den USA und einer
Postersession wird es auch Live-Demonstrationen verschiedener 3D-Scanner-Modelle geben.

Für interessierte Wissenschaftler ist eine verbindliche Anmeldung bis zum
01. Juni 2010 erforderlich.
Poster können noch bis zum 15. Mai eingereicht werden.

Ansprechpartner: Astrid Slizewski M.A., slizewski@neanderthal.de
https://www.nespos.org/display/openspace/Pleistocene+databases