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20 Jahre Ötzi

Ötzis Entdeckung jährt sich Montag, den 19. September, zum 20. Mal.  Ötzi ist seit etwa 5400 Jahren tot und 47 Jahre hat er gelebt. 20 Jahre ist es jetzt schon her, dass seine Entdeckung ein unglaubliches Medienecho entfachte. Bis heute lässt sein Schicksal uns nicht los. Hier tritt ein Einzelner aus dem Dunkel der Geschichte. Ein Mensch, über dessen Leben und dramatisches Sterben die Forscher immer mehr herausfinden. Ötzi ist ein Glücksfall für die europäische Archäologie. Einer, von dem kein Kollege zu träumen gewagt hätte.

Ich erinnere mich noch, wie eine Anwohnerin uns bei einer Ausgrabung im Schwäbischen im September 1991 eine Zeitung mit der Schlagzeile brachte: Prähistorische Mumie in den Alpen entdeckt! Unglaublich schien uns das. Ein Jahr später sind wir dann in kleiner Gruppe von der Uni Tübingen gestartet und von Vent aus mit Prof. Leitner von der Uni Innsbruck zum Tisenjoch aufgestiegen. Die Nachgrabungen waren gerade beendet. Schnee und Eis an der Fundstelle hatten die Kollegen aufgetaut und der Stein, auf dem Ötzi über 5000 Jahre gelegen hatte, ragte aus dem Wasser. Ruhig war es dort oben auf dem Alpenhauptkamm, weit weg schien der Rummel um Ötzi. Der Blick hinab nach Südtirol ist von dort phantastisch. Damals wussten wir noch nicht, dass er von dort gekommen war, dass er „Südtiroler“ war und kein „Ötztaler“.

Einige Jahre später begegnete mir Ötzi wieder: Im Neandertal. „Ötzi – Der Eismann“ war vom 11.12.1996 bis 26.01.1997 die erste Sonderausstellung im neu eröffneten Neanderthal Museum. GEO hatte eine lebensechte Rekonstruktion von Elisabeth Daynès für die Jubiläumsausgabe seiner Zeitschrift anfertigen lassen. Ergänzt wird die Figur von originalgetreuen Rekonstruktionen seiner Kleidung und Ausrüstung, die Harm Paulsen angefertigt hat. Als im Dezember 1996 das Fax einer Münchener Anwaltskanzlei bei uns ausgespuckt wurde, staunten wir nicht schlecht: Die Landesregierung Bozen-Südtirol versuchte, diese Ausstellung zu verhindern: Die Nachbildung sei widerrechtlich, dem Neanderthal Museum wurde für jeden Ausstellungstag eine Vertragsstrafe von 30.000 Mark angedroht. Laut Artikel 51 des staatlichen Gesetzes vom 1. Juni 1939 sei es verboten, Abdrucke von Originalen und denkmalgeschützten Sachen, die im Eigentum des Staates stehen, anzufertigen. Nachdem alle Missverständnisse ausgeräumt waren, konnten wir die Ausstellung mit einigen Tagen Verspätung eröffnen. Die Menschen standen Schlange, um die Rekonstruktion des Ötzi zu sehen und noch Jahre später fanden sich Einträge im Gästebuch :“Wann kommt denn der Ötzi wieder?“

Die GEO-Ausstellung tourte von 1997 bis 2005 durch den gesamten deutschsprachigen Raum. GEO hat sie uns 2006 übergeben. Wir haben sie überarbeitet, inhaltlich aktualisiert und vom 17.02. bis 17.04.2006 erneut präsentiert :“Die Rückkehr des Ötzi“ lautete die Sonderausstellung. Diese tourt seitdem als Wanderausstellung weiter und ist aktuell in einer von Karol Schauer erweiterten Konzeption in der Arche Nebra zu sehen: http://www.himmelsscheibe-erleben.de/sonderschau_2011_oetzi/.

Am 28. Februar diesen Jahres folgte ich einer Einladung zur Eröffnung der Ausstellung „Ötzi 20“ http://www.iceman.it/de/sonderausstellung ins Südtiroler Archäologiemuseum, dem Aufbewahrungsort der Mumie. Das war endlich die Gelegenheit, Ötzi leibhaftig zu sehen!

 

Beste Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann

 

Ötzi – Das Jubiläum geht weiter

Montag Abend war ich zur Eröffnung der großen Ötzi-Jubiläumsausstellung in Bozen. Das Südtiroler Archäologiemuseum (http://www.iceman.it/) , das die Original-Mumie beherbergt, hat zu Ehren des 20jährigen Jubiläums der Entdeckung seine gesamte Dauerausstellung ausgeräumt und präsentiert auf 4 Etagen Ötzi: Entdeckung, Erforschung und Rezeptionsgeschichte http://oetzi20.it/ . Adrie und Alfons Kennis (http://home.kpn.nl/alad/index2.html) , die auch unseren „N“ erschaffen haben, haben nach stereolithographischen Daten eine lebensechte Rekonstruktion des Ötzi hergestellt: ein graziler, sehniger Alpenbewohner mit niederländischem Charme. S. auch http://www.facebook.com/OetziTheIceman .

Ein besonderer Moment war es, Ötzi „leibhaftig“ in seiner metallenen Tiefkühlvitrine zu sehen.Ein kleines Fenster bietet die Möglichkeit, einen Blick auf ihn zu werfen. Dabei drängen sich Fragen auf wie wer er war und was er sagen würde, wenn er sein großes Museum und all den Rummel um ihn sehen könnte…

Beste Grüße aus dem Neandertal 

Bärbel Auffermann

Start ins Ötzi-Jahr

Im September jährt sich die Entdeckung der Gletschermumie Ötzi zum 20. Mal. Pünktlich zum Start des Jubiläumsjahres wurde unsere Wanderausstellung zu Ötzi (http://www.neanderthal.de/museum-tal/ausstellungen-zu-mieten/index.html) im Stadtmuseum Hattingen eröffnet (http://www.stadtmuseum.hattingen.de/). Sie ist dort am ersten Wochenende erfolgreich angelaufen. Auch nach 20 Jahren erfreut sich Ötzi großer Popularität. Ötzi ist ein Glücksfall für die Archäologie. Die Erhaltungsbedingungen der Mumie und all ihrer Waffen und Gerätschaften waren optimal und lassen uns viel Neues über die Kupferzeit entdecken. Obendrein ist das Mordopfer Ötzi auch noch ein spannender Kriminalfall. Faszinierend, was die Wissenschaftler mittlerweile alles über sein Leben und Sterben, und auch über seine letzten Tage herausgefunden haben (s.z.B. http://www.iceman.it/de/oetzi-der-mann-aus-dem-Eis, http://iceman.eurac.edu/).

Im Anschluss an Hattingen geht unsere Ausstellung zur Heimat der Himmelsscheibe von Nebra, mit erweitertem Konzept unter dem Titel „Ötzi – Tod im Eis“ (http://www.himmelsscheibe-erleben.de/).

Beste Grüße aus dem Neandertal

Bärbel Auffermann