SCHULTERBLICK FORSCHUNG – Eiszeitliche Felsbilder unter freiem Himmel in Ägypten

Qurta

So ähnlich muss es wohl am 14. August 1902 auf einer Archäologietagung in Montauban (Frankreich) gewesen sein. Von diesem Datum an waren die Bilderhöhlen offiziell akzeptiert und als eiszeitlich anerkannt. Auf der Tagung vom 03. – 05. Juni 2010 in Brüssel wurden viele interessante Fundstellen und -regionen mit Felsbildern aus der Sahara vorgestellt. Der absolute Höhepunkt war jedoch die erstmalige Präsentation der neuen Datierungen von Qurta (Ägypten). Die Fundstellen von Qurta wurden 2007 entdeckt, liegen im Niltal und sind nach heutiger Erkenntnis 15.000 bis 16.000 Jahre alt. Abgebildet sind Wildtiere und stilisierte Frauenfiguren. Frappierend sind die thematischen und stilistischen Übereinstimmungen mit zeitgleichen Fundstellen in West- und Mitteleuropa (z. B. Gönnersdorf). Demnach gibt es auch in Afrika Felsbilder unter freiem Himmel aus dieser frühen Epoche der Menschheitsgeschichte. Ähnlich sensationell war die Entdeckung vergleichbarer Felsbilder in Foz Côa (Portugal) im Jahr 1992. Es wird immer deutlicher, dass die Bilderhöhlen in Europa nur ein Teil der erhaltenen eiszeitlichen Felsbilder darstellen. Die Fundstellen unter freiem Himmel sind sicherlich deutlich seltener erhalten, und auch schwerer zu finden. Unser Vortrag über die einzig bekannte, wirkliche Höhle mit Felsbildern auf dem afrikanischen Kontinent (Djara) stand aus verständlichen Gründen im Schatten dieses wichtigen Ereignisses.

Mit besten Grüßen, Andreas Pastoors

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